Ich sehe was, was niemand sieht

Coverfoto Ich sehe was, was niemand sieht
Copyright: Carlsen

von Tim O’Rourke
Chicken House, 2015
Taschenbuch, 323 Seiten
ISBN: 978-3-551-52074-6
ab 15 Jahren
14,99 Euro

Seit dem Tod ihrer Mutter hat Charley Visionen, von ihr „Blitze“ genannt. Daran sieht sie, wie Menschen auf unterschiedlichste Art den Tod finden. Charley glaubt fest daran, dass ihre Blitze eine Bedeutung haben und diese Dinge wirklich passiert sind, doch niemand glaubt ihr. Bis sie den jungen Polizisten Tom trifft. Er ermittelt im Todesfall eines jungen Mädchens, das von einem Zug überfahren wurde. Und genau dieses Mädchen hat Charley in einem ihrer Blitze gesehen.

Tom glaubt Charley und will mit ihrer Hilfe die Umstände des Todesfalles klären. Denn wenn  Charley Recht hat, ist ein Serienmörder auf freiem Fuß…

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es kein gewöhnlicher Krimi ist. Durch Charleys Visionen wird der Story ein Hauch von Mystery verpasst und man hat nicht das Gefühl „einfach nur nach Hinweisen zu suchen“. Durch ihre Probleme wird Charleys Person auch viel mehr Menschlichkeit verliehen, da sie selbst nicht weiß, wie sie mit ihrer Gabe umgehen soll. Sie sehnt sich nur nach einer Person, die ihr glaubt. Ihre Gefühle wirken so echt und verzweifelt und sind perfekt auf den Punkt gebracht. Als sie dann meint, in Tom einen Verbündeten gefunden zu haben, kann man durch die Schilderung aus beiden Perspektiven nachvollziehbar beobachten wie beide damit ringen, der anderen Person zu vertrauen und wie sich ihre Beziehung entwickelt. An Spannung fehlt es der Story auch nicht, denn beide haben nicht nur mit dem, Fall sondern auch mit persönlichen Problemen zu kämpfen, die sich in der Handlung angenehm die Waage halten. Dadurch wird man regelrecht eingesogen in das Geschehen, weil man immer wissen will, wie es mit der anderen Person weiter geht. Die Auflösung am Schluss war perfekt gemacht und hatte auf jeden Fall einen großartigen Überraschungseffekt.

Wer also auf spannende und (soweit wie möglich) realistische Mysterie-Thriller steht, sollte bei diesem kleinen Meisterwerk auf jeden Fall zugreifen.

Übrigens: Im Buch ist noch eine kleine Zusatzstory enthalten, die Einblick in Toms Zeit auf der Polizeischule gibt. Fand ich ein nettes kleines Detail. 😉

Imke Wellesen, 18 Jahre

Aura 1: Die Gabe

Coverfoto Aura 1
Copyright: Thienemann

von Clara Benedict
Thienemann, 2018
gebunden, 366 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-522-20241-1
18,00 Euro

Alles sieht nach einem belanglos schönen, entspannten Abend im Pub aus, als Hannah sich zusammen mit ihren besten Freundinnen zum Feiern fertig macht. Doch dann beginnt Laro eine Gruselgeschichte über Eve, den Geist im Spiegel, zu erzählen und die Freundinnen beschließen spontan, Eves Geist im Spiegel zu beschwören. Es klingt wie ein harmloser Spaß, doch die Beschwörung gelingt und Laro und Jasmin sehen Hannahs Spiegelbild mit blutig ausgestochenen Augen. Von da an häufen sich merkwürdige Zufälle. Die Flasche beim Flaschendrehen zeigt auf magische Weise immer auf die Person, an die Hannah denkt. Es dauert nicht lange, bis Hannah entdeckt, dass es tatsächlich an ihr liegt und sie mittels ihrer Gedanken die Realität beeinflussen kann. Sie ist total verwirrt von ihrer Entdeckung und dann ist da auch noch Jan, der sie immer so finster anblickt und sie abgrundtief zu hassen scheint. Plötzlich ändert sich sein Verhalten ihr gegenüber jedoch und er wird richtig nett und einfühlsam. Durch einen unschönen Zwischenfall ist Hannah gezwungen, ihn in ihr neu entdecktes Geheimnis einzuweihen. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen oder wird sich die Offenbarung ihrer Gabe als Fehler erweisen? „Aura 1: Die Gabe“ weiterlesen

Whisper

Cverfoto Whisper
Copyright: Arena

von Isabel Abedi
Arena, 2005
Taschenbuch, 280 Seiten
Ab 13 Jahren
ISBN  978-3401508917
9,99 Euro

„Whisper“, so tauft Noa das alte Haus, in dem sie mit ihrer Mutter und deren besten Freund die Ferien verbringen soll. Nicht nur, dass sie in einem kleinen Dorf abseits von allem Aufregenden bleiben muss, auch ihre Mutter Kat, eine berühmte, aufgedrehte Schauspielerin, ist schwer zu ertragen. Doch dann trifft sie David, einen Jungen aus dem Dorf, der ihr Herz schneller schlagen lässt.

Animiert von der unheimlichen Umgebung machen David und Noa eine „Geister-Seance“ mit einem Ouija-Brett. Doch als sich das Glas dann wirklich über das Brett bewegt und ihnen Antworten zu geben scheint, beginnt es wirklich gruselig zu werden. Der Geist gibt an, vor 30 Jahren in dem Haus ermordet worden zu sein. Ist das bloß ein schlechter Scherz oder antwortet ihnen wirklich ein bereits verstorbenes Mädchen? Noa und David beginnen Nachforschungen zu betreiben, und alle Spuren führen zu dem verschlossenen Dachboden von „Whisper“… „Whisper“ weiterlesen