Shari und André Dietz: Maris Märchen

copyright: Carlsen

erschienen: 30. Oktober 2025

ISBN: 9783551558411

empfohlen: 6- 10 Jahre

 

Geistreich, witzig, ein bisschen verrückt … und pädagogisch hoch wertvoll. Denn hier geht es gleichzeitig um Märchen und um Inklusion. Wie geht das?

Die Erzählerin ist Mari, ein Mädchen mit dem Angelman-Syndrom. Daher kann Mari auch gar nicht sprechen. („Zumindest nicht eure Sprache.“) Doch zwei Menschen verstehen das Mädchen einfach – seine Eltern, „Mampf“ und „Gnmpf“, die Autoren des Buches. Das alles erfährt man bereits in den ersten Zeilen. Wunderbarerweise gehen die Erklärungen im ersten Kapitel weiter. Auf kindgerechte und immer positive Art und in sehr bildhafter Sprache wird die Krankheit Angelman-Syndrom beschrieben. Der Körper wird mit einem Haus verglichen. Bei manchen Bauplänen hat der Architekt Natur ein winziges Stückchen im Bauplan vergessen. „Und anders ist doch total spannend und bedeutet, dass man durch die Fenster des Hauses die Welt auf eine andere Weise sieht.“ Diese Tatsache gibt auch den Rahmen für die Märchen vor, die folgen. Denn Mari erzählt Märchen so, wie sie sie sieht oder sogar selbst erlebt hat.

Welche Märchen? „Downröschen“, „Von einer, die auszog, das Fürchten zu lernen“, „Händikäppchen“, „Humpelstilzchen“ und „Der Grank“. In jedem Märchen geht es um Diversität, Vorurteile, aber vor allem um jede Menge Power und Humor.

Abgerundet wird der Geschichtenband vom Kapitel „Was ich euch noch sagen wollte“, in dem auf einfühlsame Weise auf verschiedene Symptome und Auswirkungen einer Behinderung eingegangen und Kindern mögliche richtige Umgangsweisen mit betroffenen Menschen aufgezeigt wird. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Ein Buch für „Mär Vielfalt“ und Inklusion. Absolut (vor-)lesenswert für jedes Alter!

 

Laja, Miriam und Tobias

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