Die Rückkehr der Zwerge Band 1

Coverfoto Die Rückkehr der Zwerge
Copyright: Knaur

von Markus Heitz
Knaur, 2021
Taschenbuch, 479 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-462-22755-8
15,00 Euro

„Die Rückkehr der Zwerge“ ist der sechste Band der „Zwerge“-Reihe, kann allerdings auch unabhängig gelesen werden, falls ihr die anderen Bände nicht gelesen habt. Anknüpfungen an die Vorbände werden erklärt und somit ist der Band zugänglich für alle Leser*innen.

 Kurze Einführung in die Welt der „Zwerge“-Reihe:

Das Geborgene Land ist von den Göttern für die Menschen, Elben und Zwerge erschaffen worden, welche sich das Land teilen. Außerhalb des Geborgenen Landes liegt das Jenseitige Land. Hier leben vor allem Ungeheuer. Eine Gebirgskette, die das Geborgene Land umgibt, schützt die Einwohner aber vor diesen bösen Kreaturen. Es gibt nur sechs Stellen, an denen man das Gebirge passieren kann, doch die sind gesichert. Fünf davon sind Zwergenfestungen: Diese Teile des Gebirges heißen das Rote Gebirge (Heim des Ersten Stammes), das Blaue Gebirge (Zweiter Stamm), das Schwarze Gebirge (Dritter Stamm), das Braune Gebirge (Vierter Stamm) und das Graue Gebirge (Fünfter Stamm). Der sechste Übergang ist eine geheime Basis der Ubariu (ork-ähnliche Wesen, die aber mit den Zwergen verbündet sind).

Nun zur Geschichte:

Hunderte von Zyklen sind vergangen, seit dem „Triumph der Zwerge“ (Band 5) und das Geborgene Land hat sich verändert. Ein Beben hat das Graue Gebirge vernichtet und alles, was sich dort befunden hat, ist verloren. Die Meisten von ihnen – die Fünften – sind geflohen, bevor die Vulkanausbrüche und Gesteinshagel sie zerschmettern konnten, doch trotzdem bleiben einige von ihnen verschollen. Auch das Blaue Gebirge im Süden – das Heim der Zweiten – ist zerstört worden. Am schwersten trifft es jedoch die Vierten, denn ihr Reich wurde dem Erdboden gleich gemacht. Ob die Zwerge jemals wieder so stark und stolz wie früher sein werden?

Goïmron kommt aus dem Stamm der Vierten, die bekannterweise Edelsteinschleifer sind. Sein Stamm besteht eigentlich aus kleinen, schmächtigen und verweichlichten Zwergen, doch Goïmron selbst passt da nicht so ganz ins Bild. Er sähe sogar fast wie ein kleiner „Langer“ aus – ein Mensch – so die anderen. Auch seine Mentalität passt nicht zu der seiner Artgenossen. Goïmron ist besessen von der alten Geschichte seines Volkes und sucht nach allen möglichen Aufzeichnungen und Artefakten.

Eines Tages kommt er an eine alte Kiste und findet ein Buch in ihr. Fein säuberlich geschriebene Zwergenrunen reihen sich auf den Seiten aneinander und Goïmron staunt nicht schlecht, als er die Geschichten erkennt. Doch noch nie hat er sie so detailliert in die Hand bekommen. Bei dem Buch handelt es sich um eine Erzählung Tungdil Goldhands. Goïmron kann es nicht fassen, denn Tungdil Goldhand ist einer der – wenn nicht d e r – legendärste Zwerg aller Zeiten. Leider ist er jedoch schon vor Hunderten von Zyklen im Grauen Gebirge verschollen. Doch ein Blick auf die letzten Seiten des Buches zeigt Goïmron etwas anderes. Das Datum des letzten Eintrags liegt nämlich gar nicht so lange zurück. Lebt die Legende noch?

Goïmron macht sich mit einigen Gefährten wagemutig auf den Weg, den uralten Tungdil aus Schutt und Asche des Gebirges zu retten, doch nicht nur Tungdil ist uralt, sondern auch die Intrigen, die noch immer zu wirken scheinen. Denn auf seinem Weg muss er nicht nur Kämpfe gegen Menschen und Albae ausfechten, sondern auch mit sich selbst – Kann Goïmron allen trauen? Was wird ihn am Ende des Reise erwarten? Wird es das wert sein?

Meine Meinung:

Wie schon meine Inhaltsangabe wiederspiegelt, ist das Buch sehr umfangreich. Es gibt viele Charaktere, Reiche, Völker und Namen – doch ist das bei High Fantasy Romanen nicht immer so?

Ich muss gestehen, dass ich manchmal ein wenig verwirrt war. Ich bin eine der Personen, die die „Zwerge“-Reihe noch nicht zu Ende gelesen hat (Schande über mich : )) und dadurch halt keine wirklichen Vorkenntnisse hatte. Ich fand es ein wenig schwer, wieder in das Land, die Götter und die Personen hineinzufinden. Außerdem springt Markus Heitz ja öfters zwischen Personen und das hat erstmal auch zur Verwirrung beigetragen. Dennoch kam ich dann irgendwann wieder rein, habe aber – ehrlich gesagt – noch einmal auf einer Seite eines Fans etwas über Land und Leute nachgelesen.

Es gibt nämlich bei mir immer so eine/n Protagonisten/in, dessen Sicht ich nicht so gerne mag. Das führt dazu, dass ich diese Sicht oft nur überfliege und manche Aspekte verpasse. Bei Markus Heitz ist das aber nicht empfehlenswert, da wirklich jeder Satz wichtig ist und eine Auswirkung auf die Geschichte hat. Schaut euch definitv zwischendurch mal das Verzeichnis am Anfang an, in welchem wichtige Personen, Orte, Auszeichnungen/Berufe und Extra-Begriffe stehen – das hilft ungemein. Vor allem bei Wörtern wie Warwolf. Bevor ich nämlich in das Verzeichnis geguckt habe, habe ich irgendwie gedacht, das wäre eine abgewandelte Form von einem Werwolf, stattdessen ist es ein übergroßes Katapult. Das war mir vorher nicht bewusst : )

Ansonsten mag ich es eigentlich, dass es so viele Orte und Völker gibt. Ich bin generell ein Fan von solchen vielschichtigen und vielseitigen Geschichten, in denen die verschiedensten Persönlichkeiten zusammenkommen. Es ist echt richtig spannend!

Am Anfang fand ich die ganze Geschichte noch ein wenig „schleppend“. Vielleicht lag es daran, dass ich noch nicht wirklich in der Welt drin war, dennoch war es schade. So richtig gut los ging es dann für mich erst im späteren Verlauf. Ich musste mich auch erst einmal wieder an Markus Heitz’ Schreibstil gewöhnen. Die Perspektiven, aus denen er schreibt, wirken erst einmal zusammenhanglos, doch irgendwann fügen sie sich dann zusammen. Ich fand es zu Beginn ein wenig schwierig, den Szenen zu folgen, ohne zu wissen, wie das jetzt zusammenhängt. Vor allem, weil bei Markus Heitz oft erst nach einigen Kapiteln das erste Mal der Hauptcharakter – hier Goïmron – auftaucht. Ich muss sagen, am Anfang war ich da noch ein wenig verwirrt, doch dann habe ich mich wieder erinnert, dass das ja sein spezieller Stil ist.

So ab ungefähr der Mitte des Buches, wurde es dann für mich spannender und auch echt gut! Ich werde auf jeden Fall noch den zweiten Band beziehungsweise dann siebten Band der „Zwerge“-Reihe lesen.

Die Charaktere an sich sind sehr gut ausgearbeitet. Natürlich ist Goïmron einem als Hauptcharakter am sympathischsten, doch auch die anderen kommen gut rüber. Ich finde, alle Wünsche und Ziele der Charaktere werden gut vermittelt, doch man hätte vielleicht ein wenig mehr Emotionen beschreiben können. Ansonsten war die ganze Geschichte sehr rund und schlüssig. Auch das Cover sieht schön aus und passt wieder perfekt zum zweiten Band der „Rückkehr der Zwerge“.

Insgesamt finde ich das Buch also ein wenig verwirrend zu Beginn, im Laufe der Geschichte aber umso spannender!

Sophie Heuschkel, 16 Jahre

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