Sadie – Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren.

Coverfoto Sadie
Copyright: Beltz & Gelberg

von Courtney Summers
aus dem Englischen von Friederike Levin
Beltz & Gelberg, 2019
broschiert, 359 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-407-81240-7
16,95 Euro

Sadie verschwindet kurz nachdem ihre kleine Schwester Mattie ermordet aufgefunden wird. Mattie war ihr ein und alles und nun fehlt auch von Sadie jegliche Spur. Die Polizei findet nichts, was auf ihren Aufenthaltsort hindeutet. Auf die flehende Bitte von Sadies Ersatzoma  hin nimmt ein Journalist die Suche auf.

West McCray nimmt während seiner Suche einen Podcast auf, in dem er über seine neuesten Entdeckungen berichtet. Nach und nach deckt er Ungereimtheiten in Sadies Vergangenheit auf und alles scheint irgendwie mit Matties Tod zusammenzuhängen …

Ich wollte das Buch schon lange lesen. Sowohl das Cover und der Titel, als auch der Klappentext haben mich sofort angesprochen, als das Buch rausgekommen ist und trotzdem hat es so lange gedauert bis ich es endlich gelesen habe. Aber das Warten hat sich gelohnt. Von der ersten Seite an ist die Geschichte spannend und unvorhersehbar. Man kann sie kaum aus der Hand legen und ich habe jede freie Minute genutzt um weiterzulesen.

Die Geschichte wird zur Hälfte als „Podcast“ erzählt, zur anderen Hälfte jedoch aus Sadies Perspektive. So bekommt man verschiedene Eindrücke in das Geschehen und auch wenn bereits Aspekte aus Sadies Kapiteln bekannt sind, ist es trotzdem interessant, diese aus dem Blickwinkel des Podcasts zu lesen. Die Überlegungen gehen teilweise erst stark auseinander und man lernt wie anspruchsvoll es ist, Hinweise richtig nachzuvollziehen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Zudem sind die Charaktere und das Setting sehr echt. Nichts wirkt gestellt, sondern alles ist sehr realistisch dargestellt. Die Geschichte hätte auch auf einer wahren Begebenheit beruhen können und man hätte keinen Unterschied bemerkt.

Auch der Fakt, dass Sadie stottert, hat mir gefallen. Ich habe bisher noch kein Buch gelesen, dass aus der Sicht einer Figur geschrieben ist, die sich nicht „normal“ ausdrücken konnte, ohne bei den meisten Worten Probleme zu haben. Ihre Gedanken zu dem Thema und wie ihre Mitmenschen sie deshalb behandelt haben, haben mich sehr beeindruckt. Dafür, dass so viele Menschen auf der Welt stottern, wird es immer noch nicht so akzeptiert wie es sollte.

Schlussendlich kann man genau wie der Journalist nur vermuten, wie Sadies Geschichte und Plan ausgegangen sind. Man weiß nicht, wo sie jetzt ist und was genau passiert ist, was den ganzen „Fall“ für mich noch interessanter macht. Zudem sind Grausamkeiten immer nur angedeutet und nie genau beschrieben, was die eigene Fantasie anregt. Ich habe mir immer wieder schlimme Geschehnisse ausgemalt, ohne zu wissen, ob sie wirklich so passiert sind. Das hat die Geschichte noch heftiger gemacht.

Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, ist der deutsche Untertitel „Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren“. Der Originaltitel lautet lediglich „Sadie“, was meiner Meinung nach komplett reicht für das Buch. Zudem passt der Untertitel nicht wirklich zu dem Buch, da die Wahrheit größtenteils ja rauskommt, obwohl Sadie eventuell tot ist. Er widerspricht somit dem Ende.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich wollte gar nicht, dass es zu Ende geht, da der Schreibstil und die ganze Idee hinter dem Buch einfach so gut waren.

Mara Frohreich, 18 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

Sadie hat sich eine Aufgabe gestellt: den Mörder ihrer kleinen Schwester zu finden und ihn umzubringen.

Sadie ist 19 Jahre alt und hat kein einfaches Leben. Ihre Mutter ist abhängig von Drogen und Alkohol. Freunde findet sie keine, da sie stottert und sehr schüchtern ist. Ihre Welt wird ein kleines Stück besser als ihre kleine Schwester Mattie geboren wird.

Als nach einigen Jahren ihre Mutter abhaut, müssen die Schwestern zusammenhalten, doch Mattie hatte im Gegensatz zu Sadie immer ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Dies ist auch der Grund, warum Mattie ihre Mutter suchen möchte. Als sie losgeht, um sie zu finden, wird sie kurz darauf tot aufgefunden. Sadie will Gerechtigkeit für ihre Schwester, wodurch sie sich auf eine gefährliche Suche macht.

Meine Meinung:

(Achtung kann Spoiler enthalten)

Puh, was soll ich sagen? Ich weiß nicht genau wie ich dieses Buch bewerten soll. Fange ich mal mit dem Schreibstil an. In dem Buch gibt es zwei Arten, wie die Geschichte erzählt wird. Zum einen wird aus der Sicht von Sadie geschrieben, zum anderen wird in Form eines Podcasts erzählt. Ein Radiomoderator erzählt Sadies und Matties Geschichte und versucht Sadies Spur zu verfolgen um sie zu finden. Die Idee, die Geschichte in Form eines Podcasts zu erzählen finde ich cool, doch durch die beiden Sichten werden einige Dinge doppelt erzählt, was auf die Länge hin sehr störend wird. Zudem kommt, dass der Schreibstil, der bei Sadies Sicht verwendet wird, nicht der beste ist und man sich eher langweilt.

Neben Sadie erfährt man von den anderen Charakteren leider nur sehr wenig, was ich etwas schade finde. Auch von Sadie weiß man eigentlich nur eher wenig, bis auf dass sie stottert und nie mit ihrer Mutter klar kam.

Insgesamt finde ich es schwierig, das Verhalten von Sadie nachzuvollziehen. Sadie redet nicht viel mit anderen, ist immer eher zurückhaltend und dann möchte sie aber jemanden umbringen? Das passt alles nicht zusammen.

Leider kann ich dieses Buch nicht weiter empfehlen.

Meike Büscher, 22 Jahre

 

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