Du wolltest es doch

Coverfoto Du wolltest es doch
Copyright: Carlsen

von Louise O’Neill
Carlsen, 2018
gebunden, 368 Seiten
ab 16 Jahren
ISBN: 978-3551583864
18,00 Euro

Emma geht in die Highschool. Sie ist weder besonders gut noch schlecht in der Schule und hat auch keine besondere oder reiche Familie. Aber eine Sache gibt es da. Emma ist schön, und sie weiß, wie sie mit ihrer Schönheit den Jungs gefallen kann. Doch irgendwann kommt es, wie es kommen muss. Auf einer Party, bei der viel Alkohol getrunken wird und dazu noch Pillen verteilt werden, geschieht etwas Schreckliches. Doch was ist passiert? Emma weiß es nicht mehr, und doch verändert es ihr ganzes Leben.

Meine Meinung:

Achtung: Spoiler sind möglich!!  Mir fällt es schwer dieses Buch zu bewerten. Der Schreibstil hat mich nicht wirklich überzeugt. Es ist nicht sehr interessant geschrieben und ich musste mich zum Weiterlesen zwingen.

Das Buch behandelt ein wichtiges Thema. Das Thema der Vergewaltigung. Im ersten Teil braucht es etwas, bis man richtig rein kommt, da ich finde, dass einfach zu viele Sachen erzählt wurden, die für mich als Leser uninteressant sind.

Dann fängt aber die Party an, und es passiert so einiges. Emma trinkt viel Alkohol, hat sich nicht mehr unter Kontrolle und landet mit einem Typen im Bett. Anschließend gibt man ihr eine Tablette und ab da weiß sie nichts mehr, sie hat einen Filmriss.

Am nächsten Tag finden ihre Eltern Emma vor dem Haus in der Sonne liegen. Ihr geht es nicht gut, und sie hat einen schlimmen Sonnenbrand. Doch ihre Eltern scheinen nicht wirklich besorgt zu sein, sondern eher wütend oder schockiert. Ein Verhalten, welches ich definitiv nicht nachvollziehen kann und was mich schockiert hat.

Erst am nächsten Tag in der Schule erfährt Emma, was auf der Party passiert ist, und ihr werden Nacktfotos von ihr auf einem Bett gezeigt. Szenen, an die sie sich nicht erinnern kann.

Im zweiten Teil wird viel darüber geredet, was passiert sein könnte, da eine Anzeige gegen manche Beteiligte läuft. Es ist total klar, dass nach so einem Vorfall sich ein Leben komplett verändert, doch finde ich die Umsetzung im Buch nicht gut.

Zudem wird aus meiner Sicht ein falsches Bild veröffentlicht. Viele geben Emma die Schuld. Ihre Eltern sprechen es zwar nicht aus, man hat aber das Gefühl, dass sie Emma verachten, weil sie ein schlechtes Licht auf die Familie wirft.

Aber auch alle anderen geben ihr die Schuld. Sie hat ja Alkohol getrunken. Sie hat sich aufreizend angezogen. Es kommt noch hinzu, dass ihr vorgeworfen wird, das Leben der Jungs zu zerstören.

Wenn man sich vorstellt, dass einem so etwas Schreckliches widerfahren ist, will man so etwas, wie es in diesem Buch steht, nicht lesen.

Fazit: Auch wenn ein wirklich wichtiges Thema behandelt wird, scheitert es hier an der Umsetzung. Es wird falsch herüber gebracht, wie man damit umgehen sollte, wenn einem so etwas passiert. Daher kann ich dieses Buch keinem weiter empfehlen.

Meike Büscher, 21 Jahre

 

 

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