Calypsos Irrfahrt

Coverfoto Calypsos Irrfahrt
Copyright: Carlsen

von Cornelia Franz
Carlsen, 2021
gebunden,144 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN9783551555519-9
12,00 Euro

 

Ferien! Vier Wochen auf dem Boot “Calypsos” segeln, im Mittelmeer! Doch Oscar langweilt sich schon nach drei Tagen fürchterlich. Warum durfte er nur nicht mit seinem Freund Yannick ins Fußballcamp?

Doch dann fischen sie zwei erschöpfte Kinder in einem Rettungsring aus dem Wasser: Nala und ihren kleinen Bruder Moh aus dem Kongo. Aber wohin mit ihnen? Oscar und seine Eltern nehmen die geretteten Kinder mit auf ihr Boot und segeln von Land zu Land. Doch nirgends dürfen die Kinder bleiben, geschweige denn von Bord. Nach so vielen Wochen auf dem Boot sind die Kinder und Hündin Lucy, die ausnahmsweise mitkommen durfte, schon richtige Freunde geworden. Oscar kann sich gar nicht mehr vorstellen, die beiden in einem Flüchtlingslager zurückzulassen. Doch das ist der Plan seiner Eltern…

Ich finde das Buch fesselnd und auch spannend. Es ist schön geschrieben. Es gibt keine Illustrationen von innen. Das Titelbild ist schön gestaltet und sagt auch einiges über das Buch aus.

Besonders gefallen hat mir, dass man viel über die Gedanken und Gefühle der geflüchteten Kinder erfährt, da es viele Dialoge zwischen den Geschwistern gibt. Das Thema des Buches ist aktuell und hat mich nachdenklich gemacht.

Mein einziger Verbesserungsvorschlag ist, dass in dem Buch einige Segelbegriffe sind, die ich nicht sofort verstanden habe. Diese hätte man hinten noch in einem Glossar auflisten können.

Fazit: Es wurde zu einem meiner Lieblingsbücher mit Bestsellerqualität

Tammo Ehrentraut, 11 Jahre

 

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

„Moh, mach die Augen auf. Du darfst nicht einschlafen.“– „Lass mich doch…“—„Wenn du schläfst, kannst du dich nicht festhalten.“—Lass mich, Nala.“

Nala und ihr kleiner Bruder Moh treiben seit Stunden völlig erschöpft in einem Rettungsring auf dem Mittelmeer. Sie sind von einem Flüchtlingsboot gefallen und können nicht schwimmen. Da ist es wie ein Wunder, dass Oscar, der mit seinen Eltern auf einem Segeltörn im Mittelmeer unterwegs ist, sie entdeckt. Oscar und seine Eltern ziehen die Schiffbrüchigen auf ihr Boot, versorgen ihre Wunden und geben ihnen zu essen. Das Problem ist, Moh und Nala verstehen weder Englisch noch Französisch, sie sprechen einen afrikanischen Dialekt.

Trotzdem freunden sich die Kinder an, sie spielen und malen zusammen und lernen ein bisschen von der Sprache des andern. Für Oscars Eltern sind Moh und Nala ein Problem. Sie haben zwei afrikanische minderjährige Kinder an Bord, die keinerlei Ausweispapiere besitzen und, was man so aus ihnen herausbekommt, ihre Eltern auf der Flucht verloren haben. Wo sollen Moh und Nala hin, was soll mit ihnen geschehen?

Oscars Eltern versuchen in jedem Hafen, den sie ansteuern, ein neues Zuhause für Moh und Nala zu finden, da weder in Griechenland noch in Italien oder Spanien fühlt sich irgendjemand zuständig. Und dann sind Moh und Nala plötzlich verschwunden…

Dieses Buch macht einen sehr nachdenklich, denn tatsächlich könnte so eine Situation jedem passieren. Man liest zufällig zwei fremde Kinder auf, die Hilfe brauchen und plötzlich hat man eine Verantwortung, mit der man nie gerechnet hat. Das bekommen Oscars Eltern bitter zu spüren.

Die Autorin Cornelia Franz engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Flüchtlinge und das merkt man dem Buch auch an. Sie hat sehr gut die Ängste und Zweifel der Flüchtlingskinder eingefangen, ihre Scheu fremden Menschen zu vertrauen, die Trauer um ihre Eltern und die Verzweiflung nirgendwo hinzugehören.

Auch für Oscar ist die Situation schwierig. Er will die schiffbrüchigen Kinder zwar retten, aber dann sollen sie auch bitte wieder verschwinden. Sein anfängliches Misstrauen Moh und Nala gegenüber, die seine Sachen anziehen und mit seinem Spielzeug spielen, verfliegt jedoch schnell. Je mehr er sich den beiden zuwendet um so mehr versteht er sie und hält mit ihnen zusammen. Schließlich kann Oscar sich gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne Moh und Nala wäre, und doch sollen/müssen sie sich trennen.

Diese Geschichte ist spannend und manchmal auch lustig, sie ist abenteuerlich und manchmal traurig. Sie macht einen wütend und lässt einen verzweifeln. Aber so gut mir die Geschichte auch gefallen hat, so sehr stört mich der Schluss. Ich finde ihn leider absolut unrealistisch, obwohl man sich dieses Ende eigentlich wünscht.

Monika H.

  

 

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