The Song of Achilles

Coverfoto The Song of Achilles
Copyright: Bloomsbury

von Madeline Miller
Taschenbuch, 352 Seiten
Bloomsbury, 2017
ab 14 Jahren
ISBN: 978-1-4088-9138-4
£9,99

Englische Originalausgabe

Nachdem der junge Prinz Patroclus in seiner Heimat in Ungnade gefallen ist, wird er von seinem Vater ins Exil nach Phthia geschickt, wo er im Palast des Königs Peleus aufwachsen soll. Dort freundet er sich mit dessen Sohn Achilles an. Achilles ist der Sohn der Nymphe Thetis und somit fließt das Blut der Götter durch seine Adern. Er ist schön, stark und schnell. Sie nennen ihn Aristos Achaion – bester der Griechen.

Während unbeschwerter Sommertage wird aus ihrer Freundschaft schnell mehr, was Thetis überhaupt nicht gefällt. Sie schickt Achilles auf den Berg Pelion, wo Chiron ihn zum Krieger ausbilden soll. Patroclus jedoch gibt nicht so leicht auf und folgt ihm, wodurch Chiron einwilligt, sie beide im Schutz des Berges auszubilden.

Doch der Frieden währt nicht lange, weil Paris, Prinz von Troja, die schöne Helena raubt. Ihr Ehemann Menelaos will alles daran setzen, sie zurückzuerobern. Schon bald ist klar, dass in Troja der größte Krieg bevorsteht, den die Menschheit je gesehen hat.

Natürlich wird von Achilles erwartet, dass er sich dem Heer der Griechen anschließt und hilft, Helena zurückzuerobern. Ohne Zweifel wird ihm diese Schlacht Ruhm einbringen, doch es gibt eine Prophezeiung, die verlauten lässt, dass er nicht aus Troja zurückkehren wird. Patroclus gefriert das Blut in den Adern, als er erfährt, dass Achilles jung sterben wird. Wie soll er bloß ohne den Menschen leben, der die Hälfte seiner Seele besitzt?

Doch er weiß auch, dass er keine andere Wahl hat als Achilles zu begleiten und an seiner Seite zu kämpfen. Die beiden schließen sich also dem Heer an und werden Teil des jahrelangen Krieges, voller Licht und Schatten, Hoffnung und Zerstörung. Die einzige Frage, die am Ende bleibt ist, ob sie ihrem Schicksaal doch noch entrinnen können.

Ich persönlich war schon immer ein großer Fan der griechischen Mythologie. Die Ilias aus Sicht von Patroclus kam mir daher von Anfang an als sehr interessantes Konzept vor. Als ich dann anfing dieses Buch zu lesen wurde es für mich persönlich schnell so viel mehr. Zuallererst möchte ich Madelines Sprache loben. Ich glaube ich habe noch nie ein Buch in Prosa gelesen, was einen derart lyrischen Klang in jedem Satz in sich trägt. Jedes Wort wirkt so umsichtig platziert, dass das Lesen an sich schon, unabhängig vom Inhalt, wahnsinnigen Spaß macht und eine Erfahrung für sich ist. Die Geschichte selber nimmt einen dann mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Der erste Teil der Handlung, in dem sich Achilles und Patroclus kennen lernen und ineinander verlieben, ist so wunderschön. All die kleinen Momente zwischen ihnen geben dem Leser ein sommerleichtes Gefühl des frisch Verliebtseins, dass man am liebsten nie hinter sich lassen würde. Der trojanische Krieg konfrontiert einen dann mit Patroclus Angst Achilles zu verlieren und all der Tragik, die dieser Krieg mit sich bringt. Sätze von Achilles wie zum Beispiel „What has hector ever done to me?“, tun einfach nur weh, wenn man weiß, wie die Geschichte am Ende ausgeht. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich an einigen Stellen Rotz und Wasser geheult habe. Aber ich würde dieses Buch auf jeden Fall noch mal lesen. Denn auch wenn die Geschichte von Achilles und Patroclus furchtbar traurig ist, ist sie doch wahnsinnig poetisch, rührend und einfach nur wunderschön. Definitiv ein Lieblingsbuch.

Ann-Kathrin Opiolka, 20 Jahre

 

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

Das Buch ist der Hammer und Madeline Miller ist unglaublich!

Sie hat diese Interpretation von der poetischen Ilias_Sage in eine normale Geschichte perfekt gemeistert. Das Buch ist so flüssig zu lesen und dennoch ist jedes Wort so bedeutungstragend wie in der ursprünglichen Poesieform. Denn Miller hat echt viele lyrische Elemente auf Lager, die einfach die Gefühle Patroclus’ treffend vermitteln.

Ich habe mir „The Song of Achilles“ schon lange gewünscht. Denn seitdem ich gehört hatte, wie klasse und berührend die Geschichte sein soll, stand es auf Platz 1 meiner Wunschliste und ich wurde nicht enttäuscht. Nicht nur die außergewöhnliche Sprache, sondern auch die Charaktere ziehen die Leserschaft in eine unglaubliche Geschichte. Da ich die Ilias schon vor einigen Jahren in der Originalform gelesen hatte, war ich mir des Endes schon bewusst und kann ziemlich gut beurteilen, dass jedes Handeln und jeder Satz aus Millers Feder auf das Ende hinarbeiten – unglaublich! Ich habe mich sehr darauf gefreut, die Ilias aus Patroclus’ Sichtweise zu lesen, denn ich bin ein riesengroßer Fan von mythologischen Texten.

Dadurch, dass „The Song of Achilles“ moderner ist, ist das Buch viel zugänglicher, als das Original, habe ich das Gefühl. Klar, konnte man sich in die Original-Ilias hineinfühlen, doch ich finde, dass ich mich aufgrund der sprachlichen Diskrepanzen nicht so gut mit den Charakteren und der Geschichte identifizieren konnte. Zwar war ich noch relativ jung, als ich die Ilias gelesen habe, aber ich habe halt einige Begriffe nicht verstanden und die immer nachzuschauen hat mich ein wenig aus dem Flow gebracht. Bei „The Song of Achilles“ war das nicht der Fall. Griechische Begriffe wurden immer erklärt und Namen und Beziehungen erläutert. Zudem benutzt Miller nicht die höchste Form der englische Sprache, sodass es echt gut verständlich für Jugendliche ist. Zudem ist es sehr berührend und ich habe an mehreren Stellen echt heftig weinen müssen (obwohl ich wusste, wie es ausgehen würde). Ich werde wahrscheinlich auch die nächsten Male weinen, wenn ich das Buch lese.

Auch an Action und Spannung fehlt es dem Buch nicht. Es gibt einige Szenen, in denen die Liebe der beiden auf der Kippe steht und auch die angespannte Kriegslage wird sehr gut deutlich. Generell sind alle Emotionen, die Patroclus und Achilles verspüren, so nachvollziehbar. Man fühlt einfach mit ihnen mit und das macht das Buch so besonders.

Ich hoffe, ich konnte euch vermitteln, wie gut das Buch ist! Auf jeden Fall die perfekte Geschichte für Mythologie-Fans, hoffnungslose Romantiker*innen und Dramaliebhaber*innen!

Sophie Heuschkel, 16 Jahre

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