All these broken strings

Civerfoto All these broken strings
Copyright: Carlsen

von Lana Rotaru
Taschenbuch, 347 Seiten
Carlsen, 2022
ab 14 Jahren
ISBN 9783551584793
14,00 Euro

 

 

MacKenzie hat seit Jahren nicht mehr Musik gemacht. Sie schafft es einfach nicht, ein Wort auf das Blatt zu bringen, eine Note zu singen oder einen Akkord erklingen zu hören. Nicht, seit ihr Großvater gestorben ist. Denn er war alles, was sie dazu bewegt hat, Musikerin werden zu wollen. Nun versucht sie, teilweise vergeblich, sich durch das BWL-Studium zu kämpfen.

Doch dann erfährt sie, dass das Camp Melody, welches ihr Großvater in der Natur Montanas gegründet hatte, nicht mehr genug Camper findet. Ihr Entschluss steht fest: Sie muss das Vermächtnis ihres Großvaters retten! Doch wie?

Nach ellenlangen Gedankengängen steht die Lösung fest: Vincent Kennedy. Der Vincent, auf den MacKenzie früher als Campteilnehmerin immer einen Crush hatte. Der Vincent, mit dem sie den Abschlusssong hätte singen sollen, den sie beide zusammen geschrieben hatten. Der Vincent, der mit diesem Song berühmt wurde und ihn für sich selbst beanspruchte. Der Vincent, der ihren Song geklaut hatte. Doch auch wenn MacKenzie versucht, diese Lösung zu vermeiden, weiß sie, dass es die einzige ist. Denn Vincent ist berühmt und er hat eine Menge Fans, die für ihn zum Camp Melody kommen und dieses retten würden. Doch kann Melody Vincent wirklich vertrauen?

Meine Meinung:

Ich mag total, dass das Buch einen relativ realistischen Einblick in die Musikszene gibt. Zum Beispiel wird dargestellt, wie Management und Label im Hintergrund mitwirken, was Berühmtsein wirklich ausmacht und wie schwer dies sein kann. Daher finde ich es auch richtig gut, dass nicht nur MacKenzies, sondern auch Vincents Seite in dem Buch dargestellt wird, da dieser eine wirklich humane Herangehens- und Denkweise gegenüber seiner Bekanntheit hat und auch die Nachteile der Industrie und die Ängste, die sie mit sich bringt, darstellt. Zudem wird hart aber realistisch benannt, wie sich in der Musikindustrie, wenn man bekannt werden will, alles nur darum dreht, sich als Marke zu etablieren. Das wurde vortrefflich dargestellt.

Zudem wird auch MacKenzies emotionale Bindung zur Musik exzellent aufgezeigt. Den Leser*innen wird wirklich klar, wie Musik und Lyrics sich auf die Schreibenden und Spielenden auswirken und was es mit ihnen macht. Das ist der Autorin richtig gut gelungen.

Cool finde ich, dass jedes Kapitel einem Lied zugeschrieben ist, welches als Kapitelüberschrift dient. Diese Lieder wurden immer perfekt auf das Kapitel abgestimmt und verkörpern dessen Essenz.

Zu kritisieren ist für mich allerdings das Hin und Her zwischen den beiden Hauptcharakteren. Klar steigert es die Spannung und es lässt die Leserschaft rätseln, wann es nun endlich zur Aufklärung kommt, doch irgendwie dauerte es mir zu lang. Das sage ich nicht, weil man als Leser*in natürlich schon längst weiß, was passieren wird. Nein, das sage ich, weil es teilweise so viele Hinweise und deutliche Anzeichen gibt, dass es auch für die Charaktere schneller hätte ersichtlich sein können, dass sie…

Das hat mich ein wenig gestört. Zudem muss ich sagen, dass die Sprache teilweise eher altbacken anmutet. Meines Wissens nach würden nur wenige junge Menschen das Wort „Schwerenöter“ im alltäglichen Sprachgebrauch nutzen.

Insgesamt ist das Buch gut, da es das Showbusiness recht realistisch darstellt und die Liebe zur Musik von Songwriter*innen und Musiker*innen verdeutlicht. Ich würde es vor allem Menschen empfehlen, die gerne Liebesbücher lesen und an Musik interessiert sind.

Sophie Heuschkel, 16 Jahre

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