Die Schlacht von Karlawatsch

Coverfoto die schlacht von karlawatsch
Copyright: atlantis

von Heinz Janisch und Aljoscha Blau
Atlantis, 2018
gebunden, 24 Seiten
ab 5 Jahren
ISBN978-3-7152-0735-3
19,95 Euro

Es ist ein heißer Sommertag und viele Menschen sind unterwegs: Straßenfeger, Fahrradfahrer,  Gärtner, Postboten, Polizisten, Altenpfleger, Einkäufer und Kaffeetrinker, aber auch Reisende, Hundebesitzer und Eis-Esser.  Zwei von ihnen, Vater und Sohn haben sich gerade ein großes Blaubeereis genehmigt und in einem unachtsamen Moment tropft blaue, geschmolzene Eis-Soße auf den Hund eines Spaziergängers. Der Mann regt sich furchtbar auf, er mag kein blaues Eis auf seinem roten Hund….

Andere Menschen kommen hinzu und diskutieren mit und plötzlich bilden sich zwei Lager in einem aufbrausenden Streit. Und aus einer winzigen Kleinigkeit entsteht plötzlich  ein Krieg zwischen den Rot-und den Blauröcken. Sie bekämpfen sich mit Hüten, Knöpfen, Jacken und Hosen, und werfen sogar ihre Socken und Stiefel nacheinander.

Nach einer Weile stehen sie alle barfuß da und haben nur noch ihre Unterhosen an. Aber wer ist jetzt Feind und wer ein Freund? Ohne die blauen und roten Uniformen kann man das nicht erkennen. Schon gar nicht, wenn man plötzlich einen tierischen Hunger bekommt…..

Heinz Janisch erzählt in wenigen, aber starken Worten wie aus einem Streit ein Kampf, und später ein Krieg werden kann. Und wie Freunde und Feinde trotzdem einen Weg zueinander finden können. Das verstehen auch schon jüngere Kinder, denn Janischs Botschaft ist klar und deutlich.

Unterstützt wird diese Geschichte auch durch die eindrucksvollen und sehr besonderen Bilder von Aljoscha Blau, die ihre ganz eigene Sprache sprechen. Selbst wenn sie auf den ersten Blick ungewöhnlich und fast ein bisschen bizarr wirken, unterstreichen sie die Stimmung des Textes optimal. Man findet auf jeder Seite viele spannende Details, und weiß auch durch die nur in Rot und Blau oder ganz in Schwarz-Weiß gehaltenen Zeichnungen immer genau, worum es geht.

Ein eigenwilliges, ganz besonderes Buch, das bestimmt nicht nur Kindern, sondern auch Bilderbuchsammlern und -liebhabern viel Freude bereiten wird.

Monika H.

Herr Kules und der Löwe

Coverfoto Herr Kules und der Löwe
Copyright: Knesebeck

von Stefanie Klinge-Engelhardt und Barbara Steinitz
Knesebeck, 2018
gebunden, 28 Seiten
ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-9572-8014-5
14,00 Euro

Aufgeregt mit den Armen fuchtelnd kam der Zoowärter angerannt. „Der …der… Lö…Lö“, japste er. „Der Löwe ist ausgebrochen, wir brauchen einen Löwenbändiger. So einen wie Herkules!“

Herr Kules schaute erschrocken nach rechts und nach links. Dann flüsterte er: „Ich bin Herr Kules.“

 Herr Kules liebt Sonntage. Da muss er nicht arbeiten und kann in den Zoo gehen. Herr Kules geht jeden Sonntag in den Zoo und er geht immer den gleichen Weg. Zuerst zu den Pinguinen, dann zu den Straußen und später zu den Lamas. Aber heute ist alles anders. Die Pinguine sind verschwunden, die Strauße stecken ihre Köpfe in den Sand und die Leute laufen wild durcheinander. Ein hektischer Zoowärter sucht dringend einen Herkules, einen Löwenbändiger, denn der Löwe ist ausgebrochen.

Herr Kules bietet sich an, dem Zoowärter zu helfen. Aber wie? Während er noch überlegt, kommt der Löwe angelaufen und will Herrn Kules fressen. Doch der lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und kauft dem Löwen erst mal ein Eis. Dann redet er ein Weilchen mit ihm. Der Löwe strahlt. Er hat schon so lange nicht mehr mit jemandem geredet…..

Diese Geschichte ist wunderschön gemalt und erzählt. Und zwar in ganz einfachen Worten und kurzen Sätzen, so dass auch kleinere Kinder sie gut verstehen und nachvollziehen können. Es geht ums Angst haben und Angst machen, aber auch darum, sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen und seine Angst zu besiegen. Auch wenn man kein Held ist! Aber manchmal reicht es auch schon, ein Freund zu sein.

Monika H.

Die Nervensäge, meine Mutter, Sir Tiffy, der Nerd& und Ich

Coverfoto Die Nervensäge, meine Mutter, Sir Tiffy, der Nerd und ich
Copyright: Hanser

von Michael Gerard Bauer
aus dem Englischen von Ute Mihr
Hanser, 2018
gebunden, 280 Seiten
ab 12 Jahren
ISBN 978-3-446-25862-4
16,00 €

Alles begann mit Danny, besser bekannt als die Nervensäge. Offiziell trat er genau neun Wochen und einen Tag vor der Abschlussfeier, am Ende des Schuljahres, in mein Leben. Und trotz aller Versuche, den Tag aus meinem Gedächtnis zu löschen, erinnere ich mich immer noch an jedes einzelne Detail.

In Maggies Leben läuft momentan alles schief. Vor allem, seit die „Nervensäge“ in ihr Leben getreten ist. Die „Nervensäge“ ist der neue Freund ihrer Mutter und heißt eigentlich Danny, aber Maggie findet alles, was er tut nervig und nennt ihn deshalb „Nervensäge“.

Zu diesem Übel hat Maggie auch noch einen hässlichen Haarschnitt, eine nervige Mutter, einen Vater, der sie verlassen hat und ist ziemlich unbeliebt, seit sie auf ihre Schule geht. Sie hat keine Freunde und erst Recht keinen Partner für den anstehenden Abschlussball. Ihre Versuche, Kontakte zu knüpfen, scheitern alle kläglich. Und als hätte sie nicht schon genug Probleme, bringt die Nervensäge einen alten, hässlichen Kater mit, den er von einer alten Dame hat, die sich nicht mehr um ihn kümmern kann. Er bittet Maggie und ihre Mutter darum, vorläufig auf ich aufzupassen, wovon Maggie gar nicht begeistert ist. Alles scheint aussichtslos. Doch da tritt ein Junge in ihr Leben, mit dem sie sich vorstellen könnte, zum Abschlussball zu gehen.

Kann sie ihn davon überzeugen, sie zu begleiten? Und wendet sich vielleicht doch noch alles zum Guten? „Die Nervensäge, meine Mutter, Sir Tiffy, der Nerd& und Ich“ weiterlesen