Drinnen-draußen

Coverfoto drinnen draußen
Copyright: Jacoby& Stuart

von Anne-Margot Ramstein & Matthias Aregui
Jacoby & Stuart, 2018
gebunden, 42 Seiten
ab 5 Jahren
ISBN: 978-3-946593-92-8
18,00 Euro

Stell dir vor, du schaust vom Ufer aus auf einen Teich. Er hat milchig-grünes Wasser, wird von Seerosen bedeckt und zarte Schilfstängel wiegen sich im Wind. In der Mitte des Teichs schwimmt eine kleine Insel. Dort wacht eine Entenmutter über ihre Brut. Fünf kleine Entchen sind gerade geschlüpft, ein sechstes Ei steht noch unversehrt und wartet, dass das Junge innendrin sein Gehäuse aufbricht.

So sieht z.B. die eine Hälfte einer Doppelseite in diesem großformatigen Bilderbuch aus. Auf der andern Seite schaut man mitten hinein das Innere des Eis. Dort liegt zusammengekugelt ein  Entenjunges. Es ist mit zartem, gelben Flaum bedeckt und hat den Schnabel tief zwischen die braunen Schwimmhäute gesteckt….

Dieses Buch kommt ganz ohne Worte aus und spielt sehr fantasievoll mit der Veränderung der Perspektive. Wer ein Bild, eine Landschaft , eine Situation von außen betrachtet, sieht ganz andere Dinge, als der, der sich innerhalb eines kleinen Details dieses Bildes befindet und von drinnen nach draußen guckt. „Drinnen-draußen“ weiterlesen

Schreib!Schreib!Schreib!

Coverfoto Schreib Schreib Schreib
Copyright: Beltz& Gelberg

von Katarina Kuick und Ylva Karlsson
Beltz & Gelberg, 2018
broschiert, 146 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3407-82124-9
14,95 Euro

Hast du dir schon mal mit Hilfe eines Würfels eine Person ausgedacht? Oder das Märchen Dornröschen von hinten nach vorne erzählt? Hast du schon mal ein Gedicht aus Sicht einer Topfpflanze geschrieben? Oder eine Geschichte erzählt über Dinge, die NICHT passiert sind?

Das findest du verrückt? Ganz und gar nicht! Denn das sind alles Ideen, wie und über was man schreiben kann. Es sind ungewöhnliche Übungen, die dich auf neue Ideen bringen und mit denen du üben kannst, eigene Texte zu schreiben. Dabei ist es erst mal egal, ob diese Texte gereimt oder ungereimt, lang oder kurz, unsinnig oder abgedreht sind. Ob sie logisch oder strukturiert sind, und ob sie den Leser zum Nachdenken oder zum Lachen bringen. Hauptsache, du nimmst einen Stift zur Hand ( oder den Computer) und schreibst. „Schreib!Schreib!Schreib!“ weiterlesen

Mein großes Monster-Mitmachbuch

Coverfoto mein großes Monster-Mitmachbuch
Copyright: dtv

von Bianca Schaalburg
dtv junior, 2018
Taschenbuch, 134 Seiten
ab 6 Jahren
ISBN978-3-423-71798-4
7,95 Euro

Dieses Buch ist „nur für Mutige!“, sagt der Klappentext. Aber ganz so schlimm ist es nicht. Jedes Kind, das Monster mag oder sich für Monster interessiert, findet hier eine Menge Anregungen zum Basteln und Malen. Aber auch für die Vorbereitung zünftiger Monster-Gruselparties.

Bianca Schaalburg, die Autorin, hat ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und sich unzählige verschiedene Monsterköpfe und –Körper ausgedacht. Dazu erfindet sie immer neue Aufgaben zum Ausmalen, Weitermalen, Geschichten zu Ende erzählen und Basteln. Du kannst deine eigenen Monster in Höhlen malen, Fledermäuse zur Geisterstunde auf Bäume zeichnen, die Knochen eines Skelettes ordnen oder raten, wer das Mumienmonster in Klopapier eingewickelt hat. Du kannst schwarze Schatten den richtigen Ungetümen zuordnen oder durch ein Labyrinth ins Spukhotel finden.

Du kannst aus einer Murmel, einer Serviette und einem Faden ein kleines Gespenst basteln oder aus Papptellern, Filzstiften und Gummiband eine Totenkopf-Maske herstellen. Aus getrockneten Blättern, Kastanienschalen und Ahornsamen lassen sich schaurige Herbstmonster fertigen und aus Treibholz, Muscheln und Steinen sogar heulende Werwölfe.

Es gibt Monstermandalas und Monstercomics zum Weiterschreiben, aber auch Scherzfragen und Rätsel. Und jede Menge Deko-Ideen für deine eigene Gruselparty.

Obwohl dieses Buch eine Fülle von Tipps und Anregungen bietet, sind sie doch am Ende irgendwie immer gleich. Unser 6-jähriger Max, eigentlich  ein großer Monsterfan, hat das Buch nach der Hälfte zugeschlagen und fand es ein bisschen langweilig. Zum Herum-Blättern und Ideen sammeln für eigene kreative Werke ist es jedoch nicht schlecht.

Monika H.

Sticker-Wissen Natur: Bäume

Coverfoto Sticker Wissen Bäume
Copyright: Usborne

von Jane Chisholm/Aziz Khan/Annabel Milne/Peter Stebbing
Usborne, 2018
broschiert, 24 Seiten
mit über 130 Stickern
ab 6 Jahren
ISBN: 978-1-78232-871-1
5,95 Euro

Rotbuche: Wächst in Wäldern und Parks. Ausladende Krone. Ovale Blätter mit welligem Rand, die sich im Herbst rotbraun färben. Glatte graue Borke. Spitze Nüsse in behaarten Fruchtbechern. 25 m

Dieses kleine Baumbestimmungsbuch ist spannend für die ganze Familie. Wir sind damit in den Wald gegangen, haben in unserem Garten und auf unserer Straße Blätter und Früchte gesammelt und sie dann zuhause geordnet und mit unserem Baumbestimmungsbuch verglichen.

Das Buch ist unterteilt in Laub-, Nadel- und Obstbäume, in Bäume mit einfachen, geteilten  und ungeteilten Blättern. Das sind für uns die ersten Hinweise, wie wir unsere Blattfunde ordnen können. Dann vergleichen wir unsere Blätter mit den 130 farbigen und detailreichen Stickern im Innern des Buches und suchen den dazu passenden Baum im Buch.

Hilfreich sind dabei die kurzen und leicht verständlichen Beschreibungen des Baumes. Aber auch die Abbildungen der Rinde, Früchte, Samen und Blätter. Das hat besonders unseren Kindern (5 und 6)viel Spaß gemacht, auch wenn es nicht ganz einfach war. Aber hatten sie den richtigen Baum endlich gefunden, dann konnten sie –quasi als Belohnung– den passenden Sticker dazu einkleben. Dann haben wir Eltern in den Spalten „Wann“ und „Wo“ eingetragen, wo wir den Baum gefunden haben, also z.B. in Omas Garten oder im Wald am Bach. Und so bekam das Baumbuch unseren ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. „Sticker-Wissen Natur: Bäume“ weiterlesen

Henry bei den Dinosauriern

Coverfoto henry bei den Dinosauriern
Copyright: Moritz

von Thé Tjong-Khing
Moritz, 2018
gebunden, 32 Seiten
ab 5 Jahren
ISBN 978-3-89565-365-0
14,00 Euro

„Und dann schnappt ein großer Schnabel den kleinen Dino weg. Ein Quetzalcoatlus! Seine kraftvollen Flügelschwünge machen großen Eindruck auf Henry. Aber… Der kleine Dino! Henry muss hinterher! Mit einem Mal bebt die Erde…“

Dieses toll gemalte Bilderbuch des mehrfach ausgezeichneten Indonesiers Thé Tjon-Khing ist ein Muss für alle Dinosaurierfans. Selten hat man alle Arten von Dinos so präzise  und detailreich gezeichnet gesehen. Auf jeder DIN A 4 -Seite dieses farbenprächtigen Bilderbuchs sieht man einen anderen Dino in Aktion und liest dazu eine fantastische Geschichte, die sogar auf einer wahren Begebenheit beruht.

Im Bundesstaat Montana in den USA wurde tatsächlich ein T-Rex- Skelett ausgegraben, das im niederländischen Naturkundemuseum in Leiden ausgestellt werden soll. Montana ist für solche spektakulären urzeitlichen Funde bekannt, es werden dort regelmäßig „ alte Knochen“ ausgegraben.

Diese Geschichte nahm der mittlerweile 85 jährige Illustrator Thé Tjon-King zum Anlass, sich den kleinen Henry auszudenken. Henry lebt mit seinen Eltern auf einer Farm in Montana und dort hat er einen ganz besonderen Knochen gefunden. Er gehört zu einem T-Rex -Skelett und das ist eine richtige Sensation. Forscher aus aller Welt kommen nun in Scharen auf die Farm, um den gesamten Dinosaurier freizulegen. Henry schaut natürlich  jeden Tag nach der Schule auf dem Grabungsfeld vorbei und macht Fotos. Mit denen kann er vor seinen Klassenkameraden mächtig auftrumpfen.

Als Henry abends schlafen geht, liegt ein großer spitzer Dinozahn auf seinem Nachtkästchen. Ob der zum T-Rex gehört, weiß man noch nicht genau. Henry beginnt zu träumen und plötzlich ist er in der Urzeit gelandet. Überall bevölkern Dinos das Land und Henry wird Zeuge, wie gerade ein kleiner Baby-Dino aus einem Ei schlüpft. Und sofort von einem Quetzalcoatlus aus dem Nest geraubt wird. Das kann Henry nicht zulassen, er muss sofort Hilfe holen, aber wie…..?  Kann er das T-Rex Baby retten? „Henry bei den Dinosauriern“ weiterlesen

Die große Holzwerkstatt

Coverfoto Die große Holzwerkstatt
Copyright: Gerstenberg

von Sabine Lohf
Gerstenberg, 2018
Taschenbuch, 160 Seiten
für die ganze Familie
ISBN: 978-3-8369-5615-4
20,00 Euro

Der Wald ist eine wahre Fundgrube für Holzsammler. Wo Forstarbeiter Bäume gefällt und zersägt haben, finden sich oft Holzscheiben, Borke oder Stöcke in tollen Formen. Aber nicht nur im Wald, auch am Meer oder an Flüssen lohnt es sich, auf die Suche zu gehen. Treibholz ist vom Wasser glatt gewaschen, interessant gefärbt und wunderbar leicht.

 

Holz ist ein wunderschönes, natürliches Material. Und man kann es leicht bearbeiten. Die Autorin, Sabine Lohf, hat in ihrer Holzwerkstatt 150 kreative und verrückte, aber auch nützliche Dinge gebastelt. Zum Spielen, zum Aufbewahren oder einfach als Dekoration. Schon wenn man das Buch zum ersten Mal durchblättert, bekommt man direkt Lust, das ein oder andere nachzumachen. Unser Max hat sich sofort in das Skelett eines Ichtyosaurus aus Baumrinde, Ästen, Eis-Stielen und Zahnstochern verliebt, Carlotta wollte gleich die Gitarre aus Sperrholz, Nägeln und Gummibändern basteln, auf der sie uns dann den ganzen Nachmittag etwas vorgespielt hat. Und ihre Gitarre hatte tatsächlich einen erstaunlich guten  Klang. Opa hatte sich für den aufwändigen Tischkicker aus einem Schuhkarton, Wäscheklammern, Schaschlikspießen und Holzperlen entschieden, aber nicht bedacht, wieviel Arbeit er in diese Bastelei stecken musste. Doch am Ende saß er stolz mit Enkel Max am Tisch und zählte Tore.

In diesem Buch findet man tatsächlich Ideen für die ganze Familie. Ob man Tiere und Puppen entwirft oder Musikinstrumente, Schiffe, Züge oder Flugzeuge; ob man sich selbst Gesellschafts- Spiele bastelt oder eine Ritterausrüstung, ob man ein Insektenhotel baut, einen Weihnachtsbaum oder eine Vogelscheuche, alles ist Schritt für Schritt dargestellt und in einfachen Worten erklärt. Man weiß sofort, welche Materialien man braucht und wo man sie finden kann, welche Werkzeuge man dazu benötigt und welche Techniken angewandt werden müssen. „Die große Holzwerkstatt“ weiterlesen

100 Gründe für Urlaub im Zelt

Coverfoto 100 Gründe für Urlaub im Zelt
Copyright: Klett Kinderbuch

 

von Saskia Hula und Felicitas Horstschäfer
Klett Kinderbuch, 2018
gebunden, 112 Seiten
für die ganze Familie
ISBN 978-3-95470-180-3
12,00 Euro

 

 

Für einen Campingurlaub braucht man sehr viele Dinge. Auf jeden Fall viel mehr Dinge, als in ein normales Auto passen. Deswegen muss man die meisten Dinge, die man gern mitgenommen hätte, zu Hause lassen. Das Fahrrad zum Beispiel. Oder das Kaninchen.

So beginnt diese unkonventionelle und sehr witzige Geschichte. Ein Kind beschreibt ganz genau, was beim Einpacken, Losfahren und auf der Fahrt in den Urlaub in seiner Familie passiert. Dabei nimmt es kein Blatt vor den Mund und sagt genau das, was bestimmt 1000 andere Kinder in seiner Situation schon gedacht haben: Man hat keinen Platz für nix  im voll gepackten Auto, die Fahrt dauert 100 Stunden lang, wenn man höflich fragt, wie lange es noch dauert, wird man von den Eltern angelogen, nach kurzer Zeit haben alle im Auto super schlechte Laune, es gibt nix zu essen und zu trinken, dafür zu viele Kurven und nicht genug Spucktüten im Wagen….

Genauso geht das Genöhle weiter: Die Fähre schaukelt zu doll, der Campingplatz ist voll, es gibt keinen Schatten , das Zelt wackelt, weil man zuhause einen Hering vergessen hat, und das Klo ist komisch und viel zu weit weg.

Aber mit der Zeit wendet sich das Blatt: Die doofen Kinder auf dem Campingplatz sind gar nicht so doof, wie man dachte, mit der Zeit lernt man auch, sich mit Händen und Füßen zu verständigen, weil man die Sprache nicht versteht. Die knorrige Wurzel, auf der man schläft, drückt kaum noch in den Rücken, das Meer besteht nicht mehr nur aus Seeigeln und Quallen und wird auch mit jedem Tag wärmer. Aber grade, als man sich ganz nett eingelebt hat, wollen die Eltern wieder nach Hause fahren. Bloß was soll man mit der kleinen süßen Katze machen, die niemandem gehört und die man in den letzten Tagen so lieb gewonnen hat? Und was wird das Kaninchen zuhause von ihr denken? „100 Gründe für Urlaub im Zelt“ weiterlesen

alphabet akrobaten

Coverfoto Alphabetakrobaten
Copyright: Kleine Gestalten

von Patrick & Traci Concepción
Kleine Gestalten, 2018
gebunden, 64 Seiten
ab 6 Jahren
ISBN 978-3-89955-743-5
14,90 Euro

Als das Buch heute in der Post lag, hat sich unser 6jähriger Max sofort draufgestürzt. Er fing an zu blättern und zu kichern und dann wollte er das Buch unbedingt vorgelesen bekommen.

Also fing ich an: Attila, der Astronaut, amüsiert sich im All ausgezeichnet mit einem anmutig aufsteigenden Apfel….

Max schaute sich die Seite genau an und sagte: „Das kenn ich, das ist ein A.“ So blätterten wir durchs ganze Alphabet. Immer wieder erkannte Max einen Buchstaben und wollte den Text dazu hören. Das meiste hat er verstanden, einiges auch nicht. Aber das machte ihm nichts, denn dann haben wir die fremden Wörter einfach zusammen geklärt. Und auch die Buchstaben, die er noch nicht kannte, versuchte er sich anhand der witzigen Bilder zu merken.

Überhaupt die Bilder: Dawid Ryski hat sie gezeichnet und sie sind bunt, fröhlich, originell, modern und sehr eigenwillig. Aber sie passen immer hundertprozentig zum Text und sie haben etwas ganz Eigenes und Besonderes. Sie machen neugierig oder stellen eine verrückte Situation dar, und sie bringen einen zum Lachen und Staunen. Auf jedem Bild entdeckt man viele hübsche Kleinigkeiten, die man sich gern immer wieder anschaut, wie zum Beispiel Karl, das kickboxende Känguru in Kniestrümpfen oder den engagierten Eskimo namens Eduard, der mit einem Elefanten auf Ebenholzski eine einmalige Expedition im ewigen Eis erlebt.

Dieses Buch ist eine tolle Idee zum Schulanfang, hier macht das Buchstabenlernen großen Spaß und man kann entdecken, wieviel Freude das Spielen mit Wörtern bringt. Auf jeder Doppelseite ist ein Buchstabe in Groß-und Kleinschreibung abgebildet, dazu gibt es einen frechen Spruch und ein farbenprächtiges, fantasievolles Bild. Am Ende gibt es ein umfangreiches Glossar, das in alphabetischer Reihenfolge unbekannte oder schwierige Wörter erklärt, z.B. „Gingko“—ein Baum aus China, der heute weltweit wächst.

Ich finde, das Buch ist eine Fundgrube für kreative Kinder, aber auch für jeden Erwachsenen, der sich über gelungene Wortspiele und tolle Illustrationen freut.

Kurz gesagt: Die „Alphabetakrobaten“ sind ein „absolut anspruchsvolles außergewöhnliches Alphabetabenteuer“.

Monika H.

 

 

Kleine Bibliothek Großer Persönlichkeiten: Marie Curie

Coverfoto kleine Bibliothek Großer persönlichkeiten Marie Curie
Copyright: Laurence King Verlag

von Isabel Thomas und Anke Weckmann
Laurence King Verlag, 2018
Hardcover, 64 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN:978-3-96244-031-2
12,90 Euro

„Mädchen sollten dieselben Chancen haben wie Jungen. Deswegen gründe ich eine geheime Universität. Wir treffen uns für zwei Stunden pro Woche  und werden von führenden Naturwissenschaftlern, Philosophen und Historikern unterrichtet. Teilnehmen dürfen auch Mädchen, die das Schulgeld nicht zahlen können. Die russische Polizei darf von diesem geheimen Plan nichts mitbekommen. Bitte zerstört daher diesen Brief.“

Marie Curie ist weltweit eine der berühmtesten Wissenschaftlerinnen. Sie war die erste Frau, die einen Nobelpreis bekam- und das sogar zweimal, einen für Chemie und einen für Physik. Dieses Buch erzählt ihr Leben.

Marie wurde als jüngstes von 5 Kindern in Warschau (Polen) geboren. Sie war sehr schlau und hat sich schon ganz früh selbst das Lesen beigebracht. Bereits mit 16 Jahren machte sie ihren Schulabschluss und wollte gern studieren. Doch da Polen damals zu Russland gehörte und die Russen es den Mädchen verboten, zu studieren, hatte Marie nur drei Möglichkeiten. Sie konnte Lehrerin werden, heiraten oder ein Studium im Ausland beginnen. Doch dafür fehlte ihr das Geld. So kam ihr die Einladung der „Fliegenden Universität“, an der Mädchen heimlich studieren konnten, gerade Recht.

Ein paar Jahre später zog Marie nach Paris zu ihrer Schwester, um dort an der berühmten Universität Sorbonne ihre Lieblingsfächer zu studieren, Mathe und Physik. Zusammen mit ihrem Mann, Pierre, den sie dort kennenlernte, erforschte sie Materialien, die geheimnisvolle, unsichtbare Strahlen abgeben. Sie nannte diese Eigenschaft „Radioaktivität“ und entdeckte zwei neue chemische Elemente, Polonium und Radium. Marie und ihr Mann arbeiteten Tag und Nacht an ihrer Entdeckung, und im Juni 1903 bekam Marie den Doktortitel in Physik verliehen- als erste Frau in ganz Europa. Noch im selben Jahr bekam sie mit ihrem Mann zusammen den ersten Nobelpreis….

Wie Marie durch ihre Forschung die Wissenschaft beeinflusste und  was das auch heute noch für uns bedeutet, zum Beispiel für die Krebstherapie, das erzählt dieses Buch in einfachen Worten und kurzen spannenden Kapiteln. Es verschweigt aber auch nicht, welche Entbehrungen Marie und ihre Familie für ihre Arbeit in Kauf nehmen mussten und welcher Gefahr sie sich dabei selbst aussetzten.

So kann man das Leben einer leidenschaftlichen, starken Frau, die nur für ihre Wissenschaft gelebt hat, gut nachvollziehen. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben, es gibt viele bunte und lustige Zeichnungen zu sehen und man fühlt sich mit diesen 64 Seiten gut informiert.

Das Format des dünnen, aber sehr hübsch ausgestatteten Buches ist handlich, das Cover sehr ansprechend gestaltet und auch das farbenprächtige Layout macht sofort Lust, das Buch zur Hand zu nehmen. Es ist der Beginn einer neuen viel versprechenden Reihe mit dem Titel „Kleine Bibliothek Großer Persönlichkeiten“. Bisher sind die Titel Marie Curie, Nelson Mandela, Amelia Earhart und Leonardo da Vinci erschienen. Die Reihe soll fortgeführt werden.

Monika H.

 

Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr! Weltall und Raumfahrt

Coverfoto ich weiß jetzt 100 Dinge mehr, Weltall und Raumfahrt
Copyright: Usborne

von Alex Frith, Alice James und Jerome Martin
Usborne, 2018
gebunden, 128 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN: 978-1-78232-754-7
12,95 Euro

„Der Mond ist aus einem Zusammenstoß entstanden. Wissenschaftler nehmen an, dass der Mond in der Frühzeit unseres Sonnensystems entstand, als ein Objekt die Erde streifte. Teile der Erde wurden in den Weltraum geschleudert. Sie ballten sich zusammen und bildeten den Mond.“

Es gibt viele Bücher über den Weltraum, aber dieses ist anders. Es bündelt 100 verrückte, absurde, verblüffende, unglaubliche und informative Fakten über den Weltraum, über die man nur staunen kann.

Wer weiß schon, dass Astronauten im Inneren ihres Helms einen Klettstreifen tragen, um sich die Nase zu kratzen. Dass Astronauten beheizbare Handschuhe und einen Spiegel am Handgelenk tragen? Mit diesem Spiegel können sie ihre Steuerknöpfe ablesen, denn die sind in Spiegelschrift beschriftet. Dass die Streifen auf den Beinen des Raumanzuges bei jedem Astronauten andersfarbig sind, damit sie sich untereinander erkennen können.

Auch auf einer Raumstation gibt es viele verblüffende Regeln, die uns hier unten auf der Erde meist unbekannt sind. So darf auf einer Raumstation zum Beispiel kein Pfeffer gemahlen werden. Denn er könnte sich verteilen und in der Kabine herumfliegen, was die Astronauten zu Niesanfällen reizen könnte. Deshalb gibt es Salz und Pfeffer nur in flüssiger Form in Flaschen.

Niemand weiß, warum der Geschmackssinn in der Schwerelosigkeit nachlässt. Deshalb würzen die Astronauten ihr Essen gern mit scharfer Soße oder scharfen Gewürzen. Ihre Lebensmittelpackungen haben übrigens Klettverschlussstreifen, damit die Astronauten sie an der Wand befestigen können. Und auch ihre Messer und Gabeln sind magnetisch. Sie werden auf Metalltabletts „geklebt“, damit sie nicht durch die Kabine fliegen und die Astronauten verletzen.

Besonders erstaunlich finde ich das Kapitel zum „Mann im Mond“. Wenn man abends bei Vollmond in den Himmel schaut, sieht man dort dunkle scharfkantige Flecken. In den westeuropäischen Ländern meint man ja, darin  den Mann im Mond zu sehen, der ein Reisigbündel auf dem Rücken trägt. In China und Japan glauben die Menschen, im Mond einen Hasen zu sehen, der Reiskuchen stampft. In Afrika und Nordamerika wird von einem springenden Frosch erzählt, Muslime sehen darin die arabischen Schriftzeichen für Ali, den Schwiegersohn des Propheten Mohammed. In Wahrheit stimmt aber nichts von alledem. Die dunklen Flecken auf dem Mond sind weitläufige Ebenen, die man auch Mare nennt – oder Krater. „Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr! Weltall und Raumfahrt“ weiterlesen