How to Politik – Von Hä? zu Ah!

Coverfoto How to Politik
Copyright: Dressler

von Livia Josephine Kerp
Dressler, 2021
gebunden, 208 Seiten
ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-7513-0008-7
15,00

 

Politik – das war schon immer ein super langweiliges Thema. Das denken wahrscheinlich die meisten, aber gerade in dieser Zeit ist es so wichtig, sich zumindest ein bisschen damit auseinanderzusetzen; vor allem, wenn du wahlberechtig bist! Dieses Buch ist ein super Einstieg, um sich etwas mit dem Thema Politik vertraut zu machen.

Die Autorin Livia ist selbst eine Jugendliche und bloggt schon seit längerer Zeit über politische Themen. In ihrem Buch informiert sie nicht nur über politische Abläufe, Fachbegriffe usw., sondern spricht Jugendliche direkt an, indem sie aufzeigt, wie alltäglich Politik sein kann und was man als einzelner vielleicht schon tun kann. Dabei spricht sie unter anderem Themen  wie Politik in der Schule und in der Klimakrise an, also Themen, die gerade den Puls der Zeit treffen. Ich finde die Themenwahl sehr gut. Über das Thema Schule gelingt ein leichter Einstieg in das Buch, der Mittelteil bietet viel Wissenswertes über Demokratie, die Parteien und die Abläufe in der Politik und der letzte Teil über die Klimakrise verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich mit den Themen auseinanderzusetzen.

Keine Sorge, die Themen sind auch nicht super schwer oder komplex. Es geht lediglich um die Basics der Politik, wenn man das so sagen kann.

Das Buch ist bunt und sehr ansprechend gestaltet. Es zeigt sofort: Politik muss nicht langweilig sein. Das Inhaltsverzeichnis und die den unterschiedlichen Kapiteln zugeordneten Farben erleichtern die Orientierung im Buch. Es gibt zum Beispiel immer wieder eingestreute Netz- und Social-Media-Seiten, für die die Farbe gelb reserviert ist und auf denen Livia zum Beispiel Tipps im Umgang mit Fakenews gibt. Diese Seiten haben mir inhaltlich total gut gefallen und ich finde auch gut, dass sie auf das ganze Buch verteilt sind, aber manchmal haben sie mich auch gestört. Da war man grade in einem Thema drin und dann wurde man unterbrochen. Natürlich kann man diese Seiten auch einfach überblättern und wann anders lesen. Überhaupt ist das Buch so aufgebaut, dass man es nicht chronologisch lesen müsste. Man kann auch einfach die Themen lesen, die einen gerade besonders interessieren und immer mal wieder reinschauen, statt es an einem Stück zu lesen.

Die Seiten selbst sind ebenfalls sehr abwechslungsreich gestaltet. Es gibt Infoboxen, Zitate, Ausschnitte aus „Livias Life“, in denen sie etwas Persönliches von sich erzählt, Funfacts, Aufrufe zum Tätigwerden („Call-to-Action“) und noch einige mehr. Das hat mir einerseits gut gefallen, denn so wird das Lesen nicht langweilig, andererseits waren mir einige Seiten teilweise auch zu voll und ich wusste nicht so wirklich, was ich zuerst lesen sollte. Die Call-to-Actions bieten oft auch Eintrag-Möglichkeiten, die ich auch größtenteils echt super fand. So wird man als Leser*in involviert, dazu gebracht aktiv zu werden und sich selbst zu reflektieren. Einige Call-to-Actions waren aber auch etwas zu viel des Guten und für mich nicht so sinnvoll, aber man muss ja auch nicht alles ausfüllen und ausführen.

Der Schreibstil von Livia ist auch für Jüngere super verständlich. Die Themen werden einfach und verständlich dargestellt und erklärt. Die vielen kleinen Absätze erleichtern nicht nur das Lesen und Zurechtfinden im Text, sondern machen es auch möglich, immer wieder Pausen beim Lesen einzulegen, wenn man doch mal zu viel von der Politik hat oder etwas nachschlagen möchte. Das ist auch etwas, das mir gut gefallen hat: Livia gibt Anreize zum Nachdenken, stellt zum Beispiel offene Fragen, nach dem Motto: Wie siehst du das? und stellt unter anderem Internet-Seiten vor, auf denen man sich noch mehr Infos holen kann. Auch die Tipps, die sie vor allem im Bereich plastikfreies und umweltfreundlicheres Leben gibt, fand ich echt super.

Bei einem Buch über Politik schwingt natürlich auch immer die politische Meinung des Autors oder der Autorin mit. In Livias Fall bedeutet das zum Beispiel, dass sie sich für das Wahlrecht ab 16 stark macht. Ich finde aber, dass sie ansonsten sehr sachlich und neutral formuliert. Sie möchte niemanden von irgendetwas überreden oder überzeugen und gibt zum Beispiel auch keiner Partei den Vorrang vor anderen. Eine klare Aufforderung hat sie allerdings: „Geh wählen, sobald du darfst!“ Und dem kann ich mich nur anschließen. Am 26.09. ist die Bundestagswahl und vielleicht hast du sogar vorher noch Zeit, einen Blick in dieses Buch zu werfen und dich zu informieren? Falls du noch nicht wählen darfst, kannst du auf jeden Fall die Zeit bis zur nächsten Wahl nutzen und einen Blick in dieses Buch werfen. Ich finde es lohnt sich auch trotz der kleinen Kritikpunkte, die ich genannt habe.

Carolin Wallraven, 22 Jahre

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