FOSTER V RG SS N

Coverfoto: Foster vergessen
Copyright: Königskinder

von Dianne Touchell
aus dem Englischen von Birgit Schmitz
Carlsen, 2018
gebunden, 253 Seiten
ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-551-56042-1
16,99 Euro

Fosters Vater hat immer gerne Geschichten erzählt. Er hat sie sich selbst und zusammen mit Foster ausgedacht. Plötzlich jedoch werden die Geschichten weniger. Fosters Vater wirkt immer öfter verwirrt und zerstreut, immer wieder passieren ihm lustige Dinge, die im Nachhinein jedoch gar nicht lustig sind. Und immer wenn er eine Geschichte erzählt, bricht er mittendrin ab und beginnt zusammenhanglos über etwas anderes zu reden. Außerdem vergisst er immer öfter Sachen, was Foster zunächst noch ziemlich lustig findet. Doch als sein Vater sogar seinen geliebten Hund vergisst, merkt Foster, dass irgendwas ernsthaft nicht stimmt. Auch das Verhalten seiner Mutter passt zu seinem Verdacht. Immer öfter geht sie mit seinem Vater zum Arzt und trifft sich mit irgendwelchen Leuten. Irgendwann wird Foster mitgeteilt, sein Vater habe Alzheimer, aber jedes Mal, wenn er fragt, was das bedeutet, oder warum sein Vater sich so komisch verhält, sagen ihm alle, er solle sich darüber den Kopf nicht zerbrechen. Foster fühlt sich allen gelassen mit seinen Gedanken und Ängsten. Was ist mit seinem Vater? Wird der alte Geschichtenerzähler zurückkehren? Oder vergisst sein Vater am Ende sogar Foster?

Das Buch behandelt dieses ernste Thema auf sehr gefühlvolle Weise. Es ist aus Fosters Perspektive geschrieben, wodurch man einen guten Einblick in seine Gedanken bekommt. Die Geschichte zeigt, dass man einem Kind in einer solchen Situation, also wenn ein Elternteil ernsthaft erkrankt, unbedingt genug Aufmerksamkeit schenken sollte. Fosters Mutter klärt ihn nicht darüber auf, was mit seinem Vater nicht stimmt und schickt ihn immer wieder weg, damit er sich selbst beschäftigt. Dadurch macht sich Foster jedoch nur noch viel größere Sorgen und das Verhältnis zwischen ihm und seiner Mutter wird immer angespannter. Ich persönlich fand das Verhalten der Mutter gegenüber Foster sehr unfair und finde, dass das Buch auf sehr harte, aber auch gleichzeitig irgendwie einfühlsame Weise zeigt, was passiert, wenn man sich nicht von anderen Leuten helfen lässt, wenn einem alles über den Kopf wächst. Fosters Mutter will am liebsten alles alleine hinbekommen, vergisst darüber aber völlig sich selbst und auch Foster.

Die Geschichte zeigt, dass man Kinder, wenn es um Krankheiten geht, nicht außen vor lassen sollte um sie zu schützen, da die Unwissenheit meistens noch viel schlimmer ist. Dadurch könnte dieses Buch Familien in ähnlichen Situationen helfen, diesen Fehler zu vermeiden. Außerdem zeigt es, dass es ok. ist um Hilfe zu bitten, wenn alles zu viel wird, und das ist meiner Meinung nach eine Botschaft, die man gar nicht oft genug verbreiten kann und die das Buch absolut empfehlenswert macht.

Ann-Kathrin Opiolka, 16 Jahre


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