Lottery Boy

Coverfoto Lottery Boy
Copyright: randomhouse

von  Michael Byrne
Cbj, 2015
gebunden, 320 Seiten
ISBN: 978-3-641-15490-5
ab 13 Jahren
14,99 Euro

 

Bully lebt seit dem Tod seiner Mutter zusammen mit seinem Hund Jack auf den Straßen Londons. Mit Betteln und übrig gebliebenem Essen hält er sich über Wasser. Dann findet er allerdings in einer Geburtstagskarte, die seine Mutter ihm vor ihrem Tod hinterlassen hat, einen Lottoschein. Und nicht nur das: Er hat sogar den Jackpot gewonnen!

Für Bully würde das das Ende seiner Zeit auf der Straße bedeuten. Doch die Zeit tickt. Der Gewinn droht zu verfallen und Bully selbst kann den Gewinn nicht einlösen, da er eigentlich noch gar nicht alt genug zum Lotto spielen ist. Doch wem kann er sich anvertrauen?

Die Idee des Buches hat mich sofort gepackt, als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hatte. Bekanntlich macht Geld Menschen zu vielem fähig und genau mit diesem Konzept spielt die Geschichte. Natürlich hat Bully auf der Straße Freunde, doch würden diese auch zu ihm halten, oder ihn um das Geld betrügen?

Während Bully seine Liste an vertrauensvollen Personen abarbeitet und immer wieder bemerkt, wie wenig er über die anderen weiß, sind ihm auch immer mehr zwielichtige Gestalten auf den Fersen, die sich das Geld mit Gewalt nehmen wollen.

So bleibt die Geschichte stets spannend. Der tickende Countdown zu Beginn jedes Kapitels, sorgt dafür, dass man die Deadline nie aus den Augen verliert. Auch Bullys Leben auf der Straße ist sehr gut beschrieben. Die Personen, mit denen er sich seine Heimat teilen muss, sind oft sehr ulkig und passen perfekt in das Ambiente der Geschichte.

Schade ist, dass durch die hohe Personenanzahl viele nur auf einigen Seiten vorkommen, obwohl sie durchaus Potential für längere Handlungsstränge gehabt hätten. Bully selber gefällt mir als Charakter auch ziemlich gut. Man merkt oft, welchen Einfluss das Leben auf der Straße auf ihn hat.

Während er zu einigen Dingen eine sehr erwachsene Einstellung hat, ist er in anderen Themen wieder sehr naiv, oder man merkt, dass er überhaupt keine Ahnung davon hat. „Lottery Boy“ ist eine Geschichte der anderen Art, die sehr gut die Abgründe der Menschheit zeigt und sehr gut mit ihren Charakteren spielt. Ich empfehle es jedem, der eine spannende aber auch dramatische Ablenkung sucht.

Imke Wellesen, 19 Jahre

 

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