Sami und der Wunsch nach Freiheit

Coverfoto Sami und der Wunsch nach Freiheit
Copyright: Beltz & Gelberg

von Rafik Schami
mit Illustrationen von Philip Waechter
Beltz, 2017
gebunden, 326 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-407-82319-9
17,95 Euro

Sein Weg nach Deutschland war ein lebensgefährliches Abenteuer. Im Oktober 2011 flüchtete er aus Damaskus über Umwege in die Türkei und von dort über mehrere Länder bis nach Deutschland. Weite Strecken musste er zu Fuß zurücklegen, in Wäldern schlafen, fast verhungert um Essen betteln und immer weiter Richtung Norden gehen. Er hatte nur einen kleinen billigen Kompass, und der sei, wie er sagte, sein Navigator gewesen. Unterwegs wurde er mehrmals ausgeraubt und geschlagen, auch davon erzählte er, und lachte sogar dabei, als er von einem Albaner berichtete, der ihn in Österreich überfiel und nichts fand, was er rauben konnte.

Scharif ist aus Syrien geflüchtet und erzählt dem Autor die Geschichte von seinem Freund Sami und dessen Narben. Die beiden lebten in Damaskus in einem Armenviertel. Sie wuchsen wie Brüder auf und wurden die besten Freunde. Sami ist ein mutiger Junge, der für seine Freunde und Familie einsteht. Er erlebt so manches Abenteuer und behält von fast jedem eine Narbe zurück, deren Geschichte er stolz seinem Freund erzählt. Doch irgendwann ist die Zeit der Unbeschwertheit vorbei und die Aufstände gegen den Diktator erwachen in Syrien. Auch Scharif und Sami schließen sich den Demonstrationen und Revolutionären an. Sie arbeiten als Computerspezialisten im Untergrund und kämpfen für die Freiheit ihres Volkes und ihre eigene. Aus den kleinen Jungen sind junge Erwachsene geworden, die sich immer noch für ihre Mitmenschen einsetzen und niemals ihr Ziel aus den Augen verlieren: Die Freiheit!

Meine Meinung:

Der Erzählstil des Buches ist sehr interessant. Die Rahmengeschichte ist, dass Scharif dem Autor die Geschichte seines Freundes erzählt. In jedem Kapitel geht es um ein Treffen der beiden, bei dem Scharif eine Geschichte aus seinem Leben erzählt. Man bekommt das Gefühl, dass man die Geschichte persönlich erzählt bekommt und das hat mir sehr gefallen.

Eigentlich umfasst das Buch eine Aneinanderreihung von vielen kleinen Geschichten, sodass man nicht immer einen Zusammenhang zwischen ihnen erkennt und die Geschichte nicht immer chronologisch abläuft. Dadurch wurde es am Anfang etwas schwierig, sich in die Story hineinzudenken und der Einstieg ist mir etwas schwergefallen. Aber diese Art des Erzählens macht das Buch gleichzeitig sehr einzigartig und charmant.

Auch die Figuren profitieren von dem tollen Erzählstil: Sie wurden für mich sehr schnell lebendig und ich konnte mir den kleinen Sami gut bei seinen Abenteuern vorstellen. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor zeigt, dass Kinder überall auf der Welt die gleichen Wünsche haben. Egal ob in Syrien oder hier in Deutschland: Sie möchten spielen und frei sein. Der einzige Unterschied ist leider, dass diese Freiheit nicht allen Kindern gewährt wird. Dass man es trotzdem schaffen kann, wenn man es einfach selbst in die Hand nimmt, ist ein sehr schöner und Mut machender Gedanke. Auch für Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Carolin Wallraven, 18 Jahre

 


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