Aristotle and Dante Divo into the Waters of the World

von Bejamin Alire Saenz
Simon & Schuster, 2021
Taschenbuch, 516 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-1-3985-0527-8
10,30 Euro

Coverfoto Aristotle and Dante 2
Copyright: Simon & Schuster

Englisches Original!

Aristotle – kurz Ari – hat sein ganzes Leben ignoriert, wer er ist. Er hat es versteckt, ist lieber leise und unsichtbar gewesen, als der ganzen Welt die Wahrheit zu verkünden. Wie sein Vater, ein Kriegsveteran, hat er lieber die ganzen Erinnerungen und Gedanken für sich behalten, als sie laut auszusprechen. Doch seit er Dante getroffen hat, sich in ihn verliebt hat, scheint es, als könnte er nicht mehr zurück zu seinem unsichtbaren Ich.

Zusammen wollen Dante und Ari gehört und gesehen werden, vor allem in dieser Welt voller Hindernisse und Herausforderungen. Zusammen kämpfen sie für ein glückliches und wahrheitsgemäßes Leben.

Unglaubliches Buch!

Ich finde ja schon den ersten Band richtig gut, doch der zweite hat es absolut übertroffen. Nicht nur von der Länge her, sondern auch von den Gedanken, die der Autor verpackt. In seinem Nachwort schreibt er, dass er das Gefühl hatte, dass Ari und Dante noch mehr zu erzählen haben und dem stimme ich zu. Sie haben noch viel zu erzählen.

In einer Zeit, in der über Sex wenig gesprochen wird, viele Menschen an AIDS sterben und man als schwule Person Angst haben muss, verletzt zu werden oder gar zu sterben, leben Dante und Ari zusammen.

Wieder aus der Sicht von Ari, finde ich erneut den Blickwinkel auf die Welt, in der Dante und Ari leben, unglaublich. Zum Beispiel geht es anfangs in Aris Gedanken einfach so oft darum, dass er mit Dante Sex haben will, aber solche Angst hat davor. Nicht nur, weil er es noch nie gemacht hat, sondern auch, weil niemals jemand mit ihm über homosexuellen Sex geredet hat. Außerdem sterben viele schwule Männer an AIDS, was ihn ebenfalls mitnimmt, nur um eines der Probleme und schwierigen Situationen und Gedanken darzulegen, durch die Ari geht und die er hat. Es ist unglaublich spannend, dass er so viel nachdenkt: über die Welt, über sein Umfeld, über Dante und über sich.

Auch dieser Band ist emotional sehr mitreißend. Dadurch, dass der Autor es schafft, eine solch emotionale Bindung zwischen Leserschaft und Protagonisten zu erschaffen, fühlt man jeden von Aris Gedanken und all seine Emotionen. Das Buch umfasst so viele Ideen, dass es mir gar nicht gelingt, das richtig in Worte zu packen. Das erinnert mich an einen Charakter des Buches, der die Assoziation von Aristotle und Dante zu ihren historischen Vorbildern noch einmal stärker hervorgehoben hat und ich muss ihr zustimmen. Ari ist wirklich wie ein Philosoph – er denkt so viel, er ist intelligent, hat so viele Gefühle und Ideen. Und Dante ist wie der Dichter – er hat ein Faible für Wörter, er spricht sehr gerne und sehr viel, er ist ebenso emotional, er ist ebenso intelligent und wie Ari brennt er für die Liebe.

Da es viele Hindernisse und Herausforderungen in diesem Buch gibt, die vor allem Aris Leben um einiges trauriger machen, finde ich es besonders gut, dass der Autor die beiden Charaktere für das Glück und die Liebe kämpfen lässt. Und irgendwie wirkt es gar nicht so kitschig, sondern einfach richtig und das finde ich bemerkenswert. Wenn ihr nämlich meine vorherigen Rezensionen gelesen habt, wird euch vielleicht aufgefallen sein, dass ich öfters mal schreibe, dass Romanzen nicht so was für mich sind, doch bei Aristotle and Dante (Band 1 und 2) muss ich dem widersprechen, auch wenn ich der Meinung bin, dass die beiden Bücher nicht nur Romanzen sind. Denn obwohl es grundlegend darum geht, für die Liebe und Glück zu kämpfen, ist es doch viel tiefgründiger.

Unglaubliches Buch!

Sophie Heuschkel, 16 Jahre

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