Blue Sky Black

Coverfoto Blue Sky Black
Copyright: Carlsen

von Johanna Danninger
Carlsen, 2020
broschiert, 384 Seiten
ab 16 Jahren
ISBN: 978-3551584359
14,00 Euro

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert so nicht mehr. Eine Reihe an Naturkatastrophen hat die Welt auf den Kopf gestellt. Nur die privilegierten Menschen der Oberschicht haben die Chance auf ein „normales“ Leben, mit genug Verpflegung in den vom Staat errichteten „Safetowns“. Mila lebt jedoch fernab in einem kleinen Dorf, wo sie jeden Tag ums Überleben kämpft, da die Regierung die Nahrungsrationen immer weiter kürzt. Eines Tages taucht jedoch ein wildfremder Mann mit einer Schussverletzung bei ihr auf. Noch ahnt sie nicht, in welche gefährlichen Situationen sie diese Begegnung bringen wird…

„Blue Sky Black“ hat mir trotz kleiner Schwächen insgesamt richtig gut gefallen. Das dystopische Setting mit der Eiszeit und den Safetowns hat mich sehr an die Eleria-Trilogie von Ursula Poznanski erinnert und hat mir deshalb auch gut gefallen. Außerdem ist der Schreibstil der Autorin sehr angenehm und flüssig zu lesen, sodass ich die zweite Hälfte des Buches an einem Stück verschlungen habe. Das lag nicht zuletzt daran, dass plötzlich ein spannendes Ereignis auf das nächste traf, bis es dann plötzlich zu Ende war.

Die einzelnen Wendungen sind in meinen Augen schon sehr überraschend und ich habe sie nicht vorhergesehen, aber das Ende war für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach aufgelöst. Die beiden Hauptprotagonisten waren mir auf Anhieb sympathisch und deren Beziehung ganz süß, aber auch ein bisschen zu kitschig. Besonders störend empfinde ich den Klappentext, der den Eindruck vermittelt, dass die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, was sie aber meiner Meinung nach gar nicht unbedingt tut. Sich gegen das System aufzulehnen, ist da eher der zentrale Aspekt. Einen Nebencharakter muss ich noch erwähnen, da es mein Lieblingscharakter aus dem Buch ist. Und zwar handelt es sich dabei um eine ältere Dame aus Milas Dorf namens Doris. Ihre Schlagfertigkeit und ihre Klugheit machen sie einfach zur perfekten Buchheldin, und sie bringt noch das gewisse Etwas in das Buch. Was die anderen Charaktere und leider auch die Protagonisten angeht, habe ich das Gefühl, diese nur flüchtig kennengelernt zu haben und hätte mir da noch mehr Vielschichtigkeit und Tiefe gewünscht.

Insgesamt war mir das Buch inhaltlich ein bisschen zu ähnlich zu bereits existierenden Dystopien im Jugendbuchbereich. Das ist an sich nicht schlecht, denn die Umsetzung ist der Autorin echt gut gelungen, aber für mich ist das Buch dadurch kein Highlight.

„Blue Sky Black“ lege ich Jugendlichen ab 14 Jahren ans Herz, die auf der Suche nach spannenden Dystopien sind und sich nicht davon stören lassen, dass diese Dystopie mit einem Hauch von Liebe das Rad nicht neu erfindet.

Sonja Schmitz, 17 Jahre

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.