Du & Ich – Best friends for never

Coverfoto Du & Ich
Copyright: Fischer

von Hilary T. Smith
aus dem amerikanischen Englisch von Jenny Merling
Fischer, 2017
Paperback, 364 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-8414-4004-4
16,99 Euro

Seit dem Sommer brachte ich meinen Namen kaum noch über die Lippen. Es tat mir weh. Ich hätte am liebsten im Wald gelebt wie eine Aussätzige im Mittelalter. Das wäre dann wenigstens ein ehrliches Leben gewesen, in dem ich nicht so tat, als sei ich fröhlich wie die andern. Von einer mittelalterlichen Aussätzigen erwartete niemand, dass sie Freunde fand.

Noe schien mein Anderssein an diesem Tag gar nicht zu bemerken. „Kommst du kurz mit aufs Klo?“, fragte sie. „Ist ein Notfall!“

Seit der neunten Klasse sind Annabeth und Noe die besten Freundinnen. Noe hat Annabeth bei den Turnmädchen angemeldet, sie hat Annabeth überzeugt, Vegetarierin zu werden, sie haben die gleichen Fächer in der High School belegt und sind in jeder freien Minute zusammen. Sie wissen, was die andere denkt und fühlt und können sich nicht vorstellen, jemals getrennt zu sein.

Doch dann erfährt Annabeth durch einen Zufall, dass ihre Mutter nicht freiwillig mit ihr schwanger geworden ist und seitdem fühlt Annabeth sich wie ein Monster. Sie kann nichts anderes mehr denken und auch Noe kann ihr nicht helfen. Schlimmer noch, Noe versteht zum ersten Mal gar nicht das Problem. Sie ist so sehr mit ihrem eigenen Leben und ihren Plänen beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkt, welchen Kummer ihre Freundin mit sich herumträgt. Außerdem hat Noe jetzt ständig einen Jungen, für den sie sich interessiert, an ihrer Seite.

Die gemeinsamen Pläne, die gemeinsamen Gespräche, die Mädelsabende mit Annabeth—das alles findet plötzlich nicht mehr statt.  Annabeth steht allein da und wird zu allem Überfluss auch noch von Noe „geschnitten“. Denn wer sich Noes Wünschen nicht anpasst, hat keine Chance. Nicht mal als beste Freundin. Die ehemals wunderbare Freundschaft beginnt mehr und mehr zu bröckeln und Annabeth ist völlig ratlos.

Doch durch ein ungeplantes und sehr einschneidendes Erlebnis in Annabeth Leben ändert sich schlagartig alles und Annabeth merkt, dass Noe ihr nicht gut tut und sie ihren eigenen Weg finden muss…

Zuerst war ich nicht ganz sicher, ob ich diese Geschichte mochte, aber von Seite zu Seite hat sie mich mehr in ihren Bann gezogen. Denn so eine Freundschaft, in der einer nur gibt und der andere nur nimmt, die gibt es sicher ganz häufig. Wie man es allerdings schafft, sich aus den Fesseln zu lösen, das ist hier sehr ehrlich und lebensecht beschrieben. Man kann sich richtig gut  in alle Charaktere hineinversetzen und liebt und leidet mit ihnen, bis zum bittersüßen, aber sehr stimmigen Schluss.

Die Autorin schreibt leicht und locker, als ob sie Tagebuch schreiben würde, so kann man der Geschichte meist gut folgen. Die zeitlichen Sprünge zwischen manchen Kapiteln waren allerdings etwas irritierend.

Ein bisschen schade finde ich das unscheinbare Cover des Buches, es wird dem explosiven Inhalt für meinen Geschmack nicht wirklich gerecht. Erst wer die Geschichte gelesen hat, kann sich den tieferen Sinn erschließen.

Monika H.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.