Latino King

Coverfoto Latino KIng
Copyright: bloomoon

von Bibi Dumon Tak und Castel
Bloomoon, 2013
broschiert, 192 Seiten
ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-3760-79915-5
12,98 Euro

 „Es heißt ja, auf Regen folgt Sonnenschein. Wenn man lang genug wartete, war das vielleicht auch so, ich fragte mich nur, ob ich den Sonnenschein noch erleben würde.“

 

18 Jahre alt und schon reich? Das erreicht der in Amsterdam lebende Castel, indem er sich in der Drogenszene den Weg nach oben kämpft, denn wer träumt nicht davon, einer der  ganz Großen zu sein? Doch sein fast schon süchtiges Verlangen nach noch mehr Geld, Macht und dem Adrenalinkick treibt ihn in einen wahrgewordenen Albtraum.

Auf der „anderen Seite“ der Welt wird Castel eingesperrt und sitzt mit Kriminellen und Schwerverbrechern hinter den Mauern des berüchtigtsten Gefängnisses der Dominikanischen Republik. Er kämpft dort um das nackte Überleben.

Die Realität zeigt ihm, dass nicht nur der Stärkste und Härteste, sondern derjenige mit dem meisten Geld das Recht auf ein menschenwürdiges Leben hat. Aber nur derjenige, der seinen Glauben an sich selbst nicht verliert, hat die Chance aus der Hölle zu entkommen.

Brutal, trostlos und ohne jede Hoffnung wird die wahre Geschichte dieses Jungen erzählt, der unter unmenschlichen Bedingungen zu sich selbst findet und sein Vertrauen sich selbst gegenüber und in Gott nicht verliert.

Ein Buch, das so oberflächlich scheint, aber in Wirklichkeit die tiefgründigen Gedanken eines Jungen erzählt, der erst im Gefängnis den Wert seiner Familie und des Lebens erkennt.

Aus seiner Perspektive schildert Castel die unausgesprochenen Grausamkeiten, die er – von jeglicher Zivilisation getrennt-  hinter den Mauern von „La Victoria“ als Gefängnisinsasse zu ertragen hat.

Am Anfang konnte mich dieses Buch nicht wirklich begeistern, da der Protagonist sehr isoliert die Handlung der Geschichte schildert, ohne dass es Dialoge oder Perspektiven anderer Personen gibt.

Doch es wurde den Nebenfiguren zunehmend mehr Beachtung geschenkt, sodass die Geschichte auch ihre Eintönigkeit verloren hat.

Für mich sehr spannend und interessant waren die sehr realistischen Beschreibungen des Gefängnisalltages und der brutalen, korrupten und unmenschlichen Zustände, die vor allem die Schwächsten zu ertragen hatten. Diese Brutalität könnte aber auch zurückschreckend und beängstigend wirken, weshalb das Buch meiner Meinung nach nichts für Jugendliche unter 16 Jahren ist.

Trotzdem ist dieses Buch sehr lesenswert, da es einem eine Realität vor Augen führt, die man in keinster Weise kennt und die trotzdem einige Menschen zu ertragen haben.

Mona Ben Hmouda, 18 Jahre

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.