“Love Letters to the Dead”

Coverfoto Love letters to the dead
Copyright : Randomhouse

von Ava Dellaira
aus dem Englischen von Katarina Ganslandt
cbt, 2015
gebunden, 412 Seiten
ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-570-16314-6
17,99€

 „Man bildet sich ein, jemanden zu kennen, und vergisst darüber, dass jeder Mensch sich ständig verändert, auch man selbst.”

Laurel ist gerade auf die Highschool gekommen und will einen Neuanfang. Denn hier weiß niemand von ihrer verstorbenen Schwester May. Trotzdem gelingt es Laurel nicht sich einzuleben. Als sie im Englischunterricht einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben soll, wählt sie Kurt Cobain, Mays Lieblingssänger. Sie merkt, dass der Brief ihr hilft und beginnt ein ganzes Heft mit Briefen an verstorbene Berühmtheiten zu füllen. Die Toten scheinen sie besser zu verstehen als die Lebenden. Und je mehr ihrer Probleme sie den Toten offenbart, desto besser findet sie zurück ins Leben…

Das Schreiben hilft Laurel zu erkennen, wer ihre Schwester wirklich war und vor allem, wer sie selbst war und ist. Laurel ist eine sympathische Protagonistin. Sie hat viel durchgemacht, kämpft mit dem Verlust ihrer Schwester, der damit verbundenen Trauer sowie Schuldgefühlen — und  dennoch gibt sie nie auf. Der Leser kann beobachten, wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Dasselbe gilt auch für die Nebenfiguren, auch sie durchleben Entwicklungen und durch diese Dynamik wirken die Welt der Figuren sowie die Charaktere selbst realistisch. Nach und nach erfährt man mehr über ihre Vergangenheit und erhält gleichzeitig auch Hinweise, wie ihre Zukunft aussehen könnte. Alle Charaktere sind “ganz normal verrückte Menschen”: Laurels Tante ist sehr religiös und unsterblich in einen Mann auf Pilgerfahrt verliebt, der nicht auf ihre Anrufe reagiert. Laurels Freundin Hannah hat zwar immer mindestens einen festen Freund, ist aber in Wirklichkeit in ihre beste Freundin Natalie verliebt. Laurels große Liebe Sky verhält sich mysteriös und hat eine Mutter, die nachts um 2 Uhr den Blumen Schlaflieder vorsingt. Alle sind einzeln ziemlich verrückt, doch wenn sie zusammen sind, “ist es wieder normal verrückt zu sein”, stellt Laurel schließlich fest. Insofern zeigt die Geschichte auch, dass es in Ordnung ist, man selbst zu sein und wie wichtig es ist, Freunde zu finden, die einen genau so annehmen, wie man ist.

Mich hat die Geschichte sehr berührt, die Thematik des Buches ist zwar traurig, aber wunderschön und feinfühlig umgesetzt. Den Schreibstil finde ich toll, weil er sehr gefühlvoll ist und gut zur Geschichte passt. Die Erzählform ist interessant und ungewöhnlich, weil das gesamte Buch eine Sammlung von Briefen an verstorbene Persönlichkeiten darstellt und auch deren Lebensgeschichten in Laurels Geschichte eingebaut werden. Die Adressaten wirken sorgfältig ausgewählt, denn jede Person, an die Laurel schreibt, hat in irgendeiner Form Laurels oder Mays Leben beeinflusst, beispielsweise durch ihre Musik oder Gedichte. Manche dieser Persönlichkeiten, wie z.B. Janis Joplin und Elizabeth Bishop, kannte ich bis dahin noch gar nicht, was ich interessant fand. Obwohl das Buch keinen typischen Spannungsbogen besitzt, ist es bis zum Ende spannend, da beispielsweise lange unklar bleibt, was genau mit May passiert ist und die Ereignisse nicht vorhersehbar waren.

Darüber hinaus gefallen mir auch das Cover und der Titel gut. Das Cover finde ich wunderschön, weil es mit seiner Schlichtheit sehr ruhig wirkt, mir die Farbauswahl sehr gefällt und es gut zur Geschichte passt. Der Titel nimmt den Hauptteil des Covers ein und weckt definitiv Interesse. Er zeigt auch bereits oberflächlich, worum es im Buch geht.

Fazit: Eine wunderschöne, emotionale Geschichte eines unglaublich starken Mädchens, die dich nicht so schnell loslässt und zum Nachdenken bringt. Für mich war “Love Letters to the Dead” das beste Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Absolut empfehlenswert!

Annika Schmidt, 16 Jahre

 

Und hier kommt noch eine zweite Rezension zu diesem Buch:

„Ich glaube, wenn man etwas verliert, das einem wirklich viel bedeutet, ist das so, als würde man ein Stück von sich selbst verlieren.‘

Laurel bekommt in der Schule die Aufgabe, einen Brief an eine verstorbene Person zu schreiben. Vorerst entscheidet sie sich für Kurt Cobain, den Sänger. Denn May, Laurels Schwester, und Kurt Cobain haben etwas gemeinsam … sie sind beide sehr jung gestorben.

Laurel drückt in ihrem Brief ihre tiefsten Gefühle aus und was sich alles geändert hat, seitdem May fort ist. …

Laurel war schon immer ein „kleiner Fan“ ihrer Schwester May, sie versuchte ihr Aussehen und alle ihre Bewegungen nachzuahmen, als sie dann aber gestorben ist, war es als sei ein Teil von Laurel mitgestorben.

Laurel bemerkt, dass es ihr gut tut, ihre Gefühle in Briefen zusammenzufassen.

Sie schreibt weiter, aber nicht mehr länger nur an Kurt Cobain, – sondern auch an andere verstorbene Stars wie Riva Phoenix, Amy Winehouse oder Judy Garland. Es ist, als gäben die Briefe Laurel eine Möglichkeit, ihr Leben zu sortieren. Aber lässt sich die komplette Vergangenheit wirklich in Briefen vergessen oder bleibt ein Stück von ihr immer an Mays Seite?

Nachdem ich dieses schöne Buch entdeckt habe, musste ich es einfach lesen! Das Cover wurde sehr ansprechend gestaltet, ebenso wie der Titel, der den Buchinhalt in 5 einfachen Worten zusammenfasst.

„Love letters to the dead“ ist ein wunderschönes und zudem sehr ausgefallenes Buch! Man liest Seite für Seite Briefe von Laurel an Berühmtheiten, die sie mit May verbinden.

Ich muss zugeben, dass ich einige dieser Menschen, wie z.B. Elizabeth Bishop, nicht kannte, aber das war auch gar nicht weiter schlimm, denn im Laufe der Seiten wird klar, was für eine Person er/sie war.

Ein wirklich sehr schönes, aber auch etwas trauriges Buch! Einfach nur empfehlenswert!! 😄

Bengisu Bor, 13 Jahre

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