Pogo & Polente

Coverfoto Pogo und Polente
Copyright: Tulipan

von Jochen Till
Tulipan, 2018
gebunden, 140 Seiten
ab 11 Jahren
ISBN978-386429-379-5
13,00 Euro

„Pogo, iss nicht so ordentlich“, sagt meine Mutter. „Leg die Füße auf den Tisch, wie ich es dir beigebracht habe.“ — „Ach jetzt sei doch nicht so streng mit ihm“, springt mein Vater mir bei. „Hauptsache, er rülpst nachher schön laut.“

Der 12jährige Pogo Dosenbier Patzke ( ja, so heißt er wirklich) hat es nicht leicht. Seine Eltern sind Punker und wollen absolut nicht angepasst und normal leben. So arbeitet sein Vater als Schrottkünstler, trinkt am liebsten Dosenbier und isst kalte Ravioli aus Büchsen, und seine Mutter hängt zuhause ab und hört  ultralaut alte Punker-Platten. Pogo will anders sein. Er ist gut in der Schule, lernt gern und hat nur Einsen auf dem Zeugnis, was seinen Eltern gar nicht gefällt.

Eines Tages schneit ein Mädchen in einer Polizeiuniform bei ihm ins Zimmer und gibt ihm einen Strafzettel. Er habe sich wegen Lärmbelästigung und Angabe falscher Personalien strafbar gemacht. Pogo hält das Ganze für einen schlechten Scherz, aber das ist es nicht. Das Mädchen heißt Vanessa und ist die Tochter seines neuen Nachbarn. Sie schnüffelt überall herum und mischt sich ein, denn sie will später Polizistin werden und „übt“ deshalb schon mal in der Nachbarschaft. Pogo findet das albern und nennt das Mädchen deshalb „Polente“.

Immer wieder geraten Pogo und Polente wegen Kleinigkeiten aneinander und zoffen sich, bis Pogos altes Fahrrad geklaut wird. Da erweist sich Polente plötzlich doch als ganz nützlich…

Diese Geschichte ist locker und ein bisschen flapsig erzählt, aber man kann doch immer wieder über Pogo und Polente schmunzeln. Spritti und Kröte, so heißen Pogos Punker-Eltern, sind zwar für meinen Geschmack etwas zu übertrieben und nicht sehr realitätsnah dargestellt, aber das gibt der Geschichte natürlich auch einen gewissen Pfiff. Trotzdem sind mir die Charaktere ein bisschen zu sehr schwarz-weiß gezeichnet und haben keine besondere Tiefe.

Das Buch ist leicht und schnell durchzulesen, es ist eine nette Lektüre für einen Sommernachmittag, aber mehr auch nicht. Zu erwähnen sind allerdings noch die wirklich gelungenen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Reinhard Frey, die sind ein echter Hingucker und werten die Geschichte auf jeden Fall noch auf.

Monika H.

 


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