The sun is also a star

Coverfoto The sun is also a star
Copyright: Dressler

von Nicola Yoon
aus dem Amerikanischen von Susanne Klein
Dressler, 2017
gebunden, 396 Seiten
ISBN: 978-3-7915-0032-4
ab 14 Jahren
19,99 Euro

Es gibt einen japanischen Ausdruck, den ich mag: koi no yokan. Er bedeutet nicht “Liebe auf den ersten Blick”, sondern eher “Liebe auf den zweiten Blick”. Du lernst jemanden kennen und hast das sichere Gefühl, dass du dich in ihn verlieben wirst.”

Natasha glaubt an Wissenschaft und Fakten. Nicht an Schicksal oder daran, dass Träume wahr werden können. Deshalb bleibt sie realistisch und weil sie zu viel Angst hat enttäuscht zu werden, hat sie überhaupt keine Träume mehr.

Daniel ist ein Träumer, der Gedichte schreibt und an die große Liebe und das Schicksal glaubt. Er hat Träume, aber traut sich nicht für diese zu kämpfen.

Zwei völlig unterschiedliche Menschen – und aus einem unerfindlichen Grund hat das Schicksal – oder der Zufall-  sie an einem Tag in New York zusammen gebracht. Doch sie scheinen nur diesen einen gemeinsamen Tag zusammen haben. Denn Natasha soll am Abend dieses Tages abgeschoben werden.

Während Daniel sich sofort in Natasha verliebt, will Natasha ihn hingegen am liebsten schnellstmöglich loswerden. Sie will die USA auf keinen Fall verlassen, und tut alles um die Abschiebung doch noch verhindern zu können. Trotzdem lässt sie sich von Daniel überzeugen, den Tag mit ihm zu verbringen und es scheint, als ob sie auch Gefühle für ihn entwickelt, sich aber keine Hoffnungen machen will, weil sie weiß, dass sie sowieso keine Zukunft hätten. Sie fragt sich: “Wie kann man einer Sache trauen, die genauso plötzlich enden kann, wie sie begonnen hat?”

Die Achterbahnfahrt der Gefühle, die beide durchleben, spiegelt sich auch im Erzählstil der beiden Charaktere wieder. Die Geschichte wird abwechselnd aus Daniels und Natashas Perspektive erzählt. In Gedanken verloren, überglücklich und sorgenfrei, aufgewühlt und durcheinander, enttäuscht und niedergeschlagen – die Geschichte umfasst die gesamte Bandbreite der menschlichen Gefühle. Beide Charaktere sind einzigartig und realistisch. Innerhalb dieses einigen Tages verändern sie sich sehr und wirken sehr lebendig. Das Buch ist aber auch aus der Perspektive von einigen Nebenpersonen geschrieben und es werden Hintergrundgeschichten erzählt, wodurch der Leser alle Zusammenhänge nach und nach erkennen kann. Dies macht das Buch abwechslungsreich und spannend. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Obwohl die Geschichte philosophisch angehaucht ist, kann man das Buch schnell und flüssig lesen, da es auch unterhaltsam ist.

Die Geschichte hat mich emotional berührt und mir hat der tiefere Sinn und die Message des Buches sehr gut gefallen: ein einziger Tag, eine einzige Person, ein einziges Erlebnis oder ein einziges Gefühl kann dich, deinen Charakter und sogar dein ganzes Leben verändern. Es zeigt, wie sehr unterschiedliche, fast gegensätzliche Menschen voneinander lernen können.

Fazit: Ein Buch über die Liebe: Schicksal oder nur Biochemie? Eine wirklich interessante Geschichte, über die man noch nachdenkt, wenn man das Buch schon zugeklappt hat. Die zwei sehr unterschiedlichen, realistischen Charaktere hauchen der Geschichte Leben ein. Die Geschichte bleibt spannend und das Ende ist nicht vorhersehbar und relativ offen. Es lässt Freiraum für die eigene Fantasie. Mir hatte bereits der Klappentext und das Cover sehr gut gefallen und das Buch hat mich nicht enttäuscht. Definitiv zu empfehlen!

Annika Schmidt, 17 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

„Meine Mom sagt, es wird Zeit, dass ich aufgebe, und dass das, was ich vorhabe, zwecklos sei. Sie ist aufgebracht, deshalb ist ihr Akzent stärker als sonst, und jede Feststellung wird zu einer Frage“.

Seit Natasha acht ist, lebt sie illegal in New York. An ihre Heimat Jamaika hat sie kaum Erinnerungen. Dennoch muss sie heute Abend mit ihren Eltern und ihrem Bruder in ein Flugzeug steigen, dass sie nach Jamaika zurückbringt. Als Natasha alles versucht, um die Einwanderungsbehörde umzustimmen, trifft sie auf Daniel. Beide unterhalten sich und kommen sich näher. Doch kann es wirklich nur einen Tag für die Liebe geben?

Das Buch „The sun is also a star“ ist abwechselnd aus der Perspektive von Daniel und Natasha geschrieben. Das Erleben der Beiden ist in der Ich-Form geschildert, wodurch du ihnen sehr nahe bist. Der Autorin gelingt es auf direkte Weise, die verschiedenen Stadtteile New Yorks anschaulich zu beschreiben. „The sun is also a star“ bezieht sich nur auf einen einzigen Tag, was eine große Tiefe erzeugt.

Ich empfehle dir dieses Buch, wenn du Liebesgeschichten und Bücher mit Hintergrund magst. Auch solltest du dieses Buch lesen, wenn du dich für Migration und illegale Einwanderung interessierst.

„The sun  is also a star“ ist sehr flüssig geschrieben und lässt sich meiner Meinung nach leicht lesen. Mich begeistert es besonders, wie in diesem Buch Liebe und Trennung verbunden sind und wie die Charaktere damit umgehen.

Katrin Berszuck, 15 Jahre

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