Verity

Coverfoto Verity
Copyright: dtv

von Colleen Hoover
Dtv bold, 2020
broschiert, 368 Seiten
ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-423-23012-4
14,90 Euro

 

Die unbekannte Autorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, von dem viele Nachwuchsschriftsteller nur träumen können: Sie soll die gefeierten Psychothriller der berühmten Schriftstellerin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese ist seit einem schweren Unfall, der unmittelbar auf den Tod ihrer beiden Töchter folgte, ein Pflegefall.

Lowen akzeptiert das Angebot aus finanziellen Nöten, vor allem  aber auch, weil sie Veritys Ehemann Jeremy nicht widerstehen kann. Während ihrer Recherchen im Haus der Familie stößt sie auf Veritys Autobiografie und dann nimmt das Unheil seinen Lauf…

Wie nicht anders zu erwarten, ist Colleen Hoover mit diesem Buch wieder eine absolut unvergleichliche Liebesgeschichte gelungen.

Von Beginn an konnte man als Leser sofort in die Geschichte eintauchen und war direkt gespannt, wie es mit der Protagonistin Lowen weitergehen und wie sie sich in verschiedenen Situationen entscheiden wird. Durch Colleen Hoovers aussagekräftigen und leicht zu verstehendem Schreibstil flogen die Seiten beim Lesen nur dahin. Hinzu kommt, dass die Story wirklich sehr spannend war und man teilweise das Gefühl hatte, einen Thriller anstatt einen üblichen Liebesroman zu lesen. Vor allem hat mir daran gefallen, dass ich zuvor noch nichts Vergleichbares gelesen habe und ich mit diesem Roman wirklich überrascht werden konnte. Noch nach dem Beenden des Buches denke ich gerne an das geheimnisvolle Schicksal Veritys sowie Lowens unerbittliche Neugier zurück.

Für mich eine absolute Weiterempfehlung und mein neues Lieblingsbuch der Autorin. Bitte mehr davon!

Samira Etzig, 20 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

„Erst höre ich das Geräusch seines berstenden Schädels, dann spritzt mir sein Blut entgegen.“

Lowen ist auf dem Weg zu einem wichtigen Meeting, als sie Jeremy Crawford kennenlernt, wenn auch auf ungewöhnliche Weise, denn genau vor ihnen wird jemand überfahren. Dass sie anschließend mit ihm im Meeting sitzen wird, weiß sie zu dem Zeitpunkt nicht. Sie weiß jedoch nach dem Meeting, dass sie die Bücher von Verity beenden soll. Die Autorin hatte einen Autounfall und kann ihre Reihe nicht mehr selbst beenden. Für die Recherche trifft Lowen auf Veritys Familie und möchte in deren Zuhause nur wenige Tage verbringen. Doch dann findet sie Veritys Tagebuch und liest dort schreckliche Dinge, die alles verändern.

Der Beginn dieses Buches ist sofort fesselnd. Man wird an das Buch gebunden und kann gar nicht mehr aufhören der Geschichte zu folgen. Man merkt sofort, dass diese Geschichte anders sein wird als alles, was Hoover bisher geschrieben hat und das fand ich total interessant. Hoover kann gerne noch mehr solcher Geschichten schreiben!

Was mir aber wirklich missfallen hat, ist das deutsche Cover. Und das meine ich ernst. Durch dieses Cover wird eine süße, leichte Liebesgeschichte versprochen. Diese hellen, blau- und rosalastigen Töne können im Grunde nichts anderes vermitteln, aber genau das liest man nicht. Es ist keine Liebesgeschichte, wie man sie bisher von Hoover kennt und da finde ich es sehr schade vom Verlag, dass man das mit dem Cover scheinbar vermitteln wollte.

Dadurch greifen eventuell auch Altersklassen zu dem Buch, denen ich diese Geschichte nicht in jungem Alter empfehlen würde. Denn mit manchen Dingen beziehungsweise Ausdrücken habe ich absolut nicht gerechnet. Hoover selbst hat auch betont, dass sie dieses Buch keinen Minderjährigen empfehlen würde.

Die Sprecherinnen des Hörbuchs haben ihren Job sehr gut gemacht. Veritys Sprecherin hat ihrem Charakter dieses dunkle und geheimnisvolle gegeben und Lowens Sprecherin hat sie fröhlich und locker dargestellt, wie Hoover es geschrieben hat. Hier wurde eine sehr gute Wahl getroffen!

Der Schreibstil ist gut, wie man es von Hoover kennt. Sie schreibt spannend, beschreibt die Umgebung ausführlich genug und baut die Geschichte spannend auf. Ich hätte mir nur ein wenig mehr Tiefe bei den Charakteren gewünscht. Verity wurde gut nähergebracht, denn durch die Tagebucheinträge hat man viele Seiten von Verity kennengelernt. Jeremy und Lowen blieben mir ein wenig zu oberflächlich. Ihre Bindung war interessant und spannend, jedoch hat es mir ein wenig an Gefühlen gefehlt.

Das Ende gab nochmal eine interessante Wendung der Geschichte, sodass man nachdenklich zurückbleibt. Zwischendurch gab es einiges, was sehr vorhersehbar war, jedoch war dieses Ende sehr spannend. Es lässt einen auf jeden Fall nachdenklich zurück, sodass ich auch zwei Tage später noch über das Buch nachgrüble.

Manche Stellen sind krass und man sitzt als Leser schockiert da. Dieses Buch ist ein spannender Thriller und keine süße Liebesgeschichte, wie man es bei dem Buchrücken vielleicht auch denken könnte.

Sarah Schröder, 20 Jahre

Und hier kommt noch eine dritte Meinung:

Lowen ist Autorin, keine sonderlich herausragende, wie sie findet. Umso überraschter ist sie deshalb, als sie ein super Angebot bekommt: Sie soll die Psychothriller-Reihe der berühmten Autorin Verity Crawford fortsetzten, da diese seit einem Unfall im Wachkoma liegt. Ihr Mann Jeremy unterbreitet Lowen das Angebot. Ohne zu wissen, wer er ist, hat sie ausgerechnet ihn eine knappe halbe Stunde vorher kennengelernt und gleich eine unbeschreibliche Anziehungskraft zu ihm gespürt. Und nun soll sie ausgerechnet in seinem Haus im Arbeitszimmer seiner kranken Frau arbeiten? Das würde Lowen nicht aushalten, aber der Job ist zu lukrativ, also willigt sie ein. Nur um sich ein paar Tage später in dem unheimlichen Haus der Crawfords wiederzufinden. Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht, das spürt sie von Anfang an. Als sie dann Veritys Autobiographie findet, ist sie schon zu sehr gefesselt von ihr, Jeremy und dem dunklen Geheimnis der beiden.

 

Meine Meinung:

Colleen Hoover hat mal wieder einen absoluten Pageturner geschrieben. Wen wundert das noch? Doch diesmal ist alles anders als sonst. Im Vordergrund steht nicht eine romantische, kaputte oder beginnende Liebesgeschichte, sondern die Autobiographie einer Psychothriller-Autorin. Was das ganze selbst zu einem Psychothriller macht. Colleen Hoover ist in einen ganz neuen Bereich abgetaucht. Das ist ihr gut gelungen. Schade finde ich nur, dass es nicht so ganz ersichtlich ist. Das Cover mit den rosa Wolken ist so schön, dass es wunderbar zu den vorherigen Liebesromanen passt und auch der Klappentext verrät nicht allzu viel. Deshalb hier die Warnung an alle, die sich auf eine weitere Liebesgeschichte eingestellt haben: Es wird heftig.

Das Buch ist verdammt heftig und verdammt gut erzählt, aber irgendwie doch nichts für mich. Vielleicht liegt es daran, dass ich etwas anderes erwartet habe. Vielleicht hängt es aber auch mit meiner Abneigung gegen offene Enden zusammen. Versteht mich nicht falsch, es ist ziemlich gut gemacht und passt perfekt in die Story, aber mich macht es wahnsinnig und solche Bücher lese ich einfach nicht gerne. Wer aber ein richtiger Psychothriller-Fan ist und wer den Nervenkitzel von offenen Enden liebt, der wird auch dieses Buch lesen! Dem sei auch gesagt, dass die Liebesgeschichte etwas in den Hintergrund rückt. Das wiederrum hat mir nicht so gut gefallen. Ich hatte von Anfang an ein seltsames Gefühl bei Lowen und Jeremy, und Lowen wurde mir auch nicht wirklich sympathisch. Generell stand bei dieser Geschichte die körperliche Beziehung sehr im Vordergrund. Aber gut, ich bin keine erfahrende Psychothriller-Leserin und vielleicht ist diese Distanziertheit zu den Hauptfiguren bewusst so angelegt. Ich möchte euch nicht zu viel verraten, aber auch die beiden haben kein blütenreines Gewissen.

Mein Fazit lautet also: Colleen Hoover hat sich selbst übertroffen. In einem völlig neuen Genre hat sie einen absolut genial konzipierten Roman hingelegt. Es ist nicht mein liebster Roman von ihr, aber trotz all meiner Kritik hat sie mich mit der Frage nach der Wahrheit gekriegt.

Carolin Wallraven, 21 Jahre

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