Dunkles Gold

Coverfoto Dunkles Gold
Copyright: Beltz & Gelberg

von Mirjam Pressler
Beltz & Gelberg, 2019
gebunden, 336 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 9783407812384
17,95 Euro

 „‚Ich wollte dich schon die ganze Zeit etwas fragen: Warum hast du mich eigentlich angesprochen?“
„Weil du Jude bist.“
Ich hatte die falsche Antwort gegeben, das war mir sofort klar, irgendetwas war geschehen, was ich nicht verstand.

Andauernd wird der jüdische Schatz von Erfurt in Lauras Nähe erwähnt. Immer mehr spinnt sich dadurch in ihrem Kopf eine Geschichte zusammen, wie dieser Schatz mit Rachel und Joschua zusammenhängen könnte. Rachel und Joschua sind nach Laura 1349 mit ihrem Vater aus Erfurt vor dem Pestpogrom geflohen. Doch wie sah damals alles aus? Dafür fragt sie Alexej. Er erklärt ihr wichtige Dinge, doch da lernt Julia auch, wie schnell man in Fettnäpfchen treten kann.

Mirjam Presslers Schreibstil ist wirklich magisch. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und Pressler schreibt sehr… poetisch, wenn ich es so ausdrücken kann. Man fühlt sich sofort in die Geschichte ein und wird davon verzaubert, wie Pressler Lauras und Rachels Geschichten verwebt.

Die Geschichte an sich ist ruhig. Es gibt keine großen Spannungshöhepunkte, denn man merkt direkt, dass dies nicht das Ziel der Geschichte ist. Sie möchte etwas anderes vermitteln (was es ist, würde natürlich den Spaß nehmen, wenn ich es hier nenne- dafür müsst ihr das Buch selbst lesen).

Die Charaktere entwickeln sich und das merkt man als Leser deutlich. Laura ist zu Beginn sehr verschlossen gegenüber ihren Mitmenschen und scheut vor Berührungen zurück. Am Ende ist sie mutiger, offener und zeigt weniger Ängste auf als zu Beginn.

Wie Rachels Geschichte erzählt wird, hat mir ebenfalls gefallen. Durch Presslers ausführliche, aber dennoch nicht zu viele Beschreibungen, konnte ich mir die Handlungen sehr gut vorstellen. Es zeigt, wie hart damals das Leben war. Durch manche Dialoge, in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, wird aufgezeigt, wie wichtig es ist, nicht zu voreilige Schlüsse zu ziehen.

Man fühlt mit den Charakteren und man wird von der Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich kann dieses Buch wirklich wärmstens empfehlen!

Sarah Schröder, 20 Jahre

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