A is for Abstinence

Coverfoto A is for abstinence
Copyright: One

von Kelly Oram
aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
one, 2020
Taschenbuch, 336 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3846600993
12,90 Euro

 

Als Kyle Hamilton seine Verlobte auf seiner eigenen Geburtstagsparty beim Fremdknutschen erwischt, ist für ihn die Sache gelaufen. Adrianna hätte alles haben können: Ihn, den gefeierten Rockstar, Geld und ein pompöses Leben. Kyle trauert ihr nicht lange hinterher und will sich in sein neues Singleleben stürzen. Doch die langjährige Beziehung zu Adrianna hat ihn verändert. Er will keinen Gelegenheitssex mehr, sondern was Echtes. Und da fällt ihm nur eine ein: Seine Lieblingsjungfrau Valerie Jensen. Auch nach all den Jahren hat er sie nicht vergessen und nun, da er erwachsen geworden ist, ist er bereit, für ihre Liebe zu kämpfen. Kyle ist nicht mehr der gleiche gedankenlose Rockstar wie vor vier Jahren und das möchte er Val zeigen. Haben die beiden nach so langer Zeit eine Chance auf eine Beziehung? Denn da ist ja immer noch die Sache mit dem Sex: Kein Sex vor der Ehe.

Meine Meinung:

Nachdem ich Band 1 ( V is for Virgin) etwas zwiespältig gegenüberstand, hatte ich große Erwartungen in den zweiten Teil. Vielleicht waren es zu große Erwartungen… Denn jetzt bin ich ziemlich enttäuscht, aber auch wenn ich versuche es objektiv zu betrachten, kann ich dem Buch kaum etwas abgewinnen.

Es ist ausschließlich aus Kyles Sicht geschrieben. Das ist einerseits sehr interessant, weil ein männlicher Protagonist in New Adult-Romanen doch eher die Ausnahme ist. Und in Kyles Fall war es schön zu sehen, was für eine Entwicklung er durchgemacht hat. Man merkt wirklich, dass er erwachsen geworden ist. Trotzdem bin ich nicht mit ihm warm geworden, weil er immer noch sehr auf den Sex fixiert schien und viele seiner Gedanken mir so oberflächlich erschienen. Vor allem am Anfang. Seine Schlagabtausche mit Val, die ich im ersten Band so witzig fand, wirkten jetzt gestellt, weil seine Kommentare immer so berechnend und gar nicht spontan waren.

Trotzdem gab es im gesamten Buch einige Situationen und Unterhaltungen, die mich zum Lachen gebracht haben und einfach typisch für Kelly Oram und ihrem Schreibstil sind. Und obwohl mir ihr Schreibstil nach wie vor gefallen hat, hat mir insgesamt doch etwas gefehlt, das mich zum Dranbleiben animiert hätte. Gerade in der Mitte des Buches gab es nicht wirklich viel Spannendes und alles, was ich vielleicht spannend gefunden hätte, wurde mit einem Zeitsprung übergangen. Man hat zum Beispiel total wenig von Val und Kyle als Paar mitbekommen und wenn, dann haben sie sich nur gestritten, sodass ich zwischenzeitlich echt dachte, sie schaffen es nicht und bleiben nicht zusammen.

Wie es dann letztendlich geendet ist, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Doch ich kann sagen, dass ich mit dem Ende alles andere als zufrieden bin. Zum einen hat es die wichtige Message, die im ersten Band vermittelt wurde, total zunichte gemacht. Und zum anderen wirkt es für mich wie gewollt und nicht gekonnt. Denn ich glaube schon, dass dieses Ende plausibel rübergekommen wäre, wenn der Rest der Geschichte mehr Tiefe gehabt hätte und uns Leser gefühlstechnisch besser vorbereitet hätte. So gab es eine gefühlte hundertachtzig Grad Wendung und alles ging viel zu schnell. Dieses Buch hätte wirklich locker 200 Seiten mehr haben können.

Und das führt mich auch schon zu meinem Fazit: Ich bin einfach sehr enttäuscht, weil dieses Buch so viel Potenzial gehabt hätte, wenn es einfach mehr Tiefe und mehr Gefühle gegeben hätte. Denn die einzelnen Momente waren auf jeden Fall da! Viele Kapitel, Szenen und Momente haben mir -für sich genommen- super gut gefallen, bildeten aber, so aneinandergereiht wie sie waren,  kein stimmiges Gesamtbild.

 

Carolin Wallraven, 21 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

Seit dem ersten Band „V is for Virgin“ sind vier Jahre in der Geschichte vergangen. Val ist ihrem Motto, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten, treu geblieben. Kontakt zu Kyle oder zu ihrer ehemals besten Freundin hat sie nicht mehr. Doch das ändert sich, als sie in eine Talkshow geht. Dort trifft sie seit langer Zeit wieder auf Kyle. Dieser hat sich sehr verändert. Nach einer längeren Beziehung, bei der es bis zur Verlobung kam, die dann aber doch in die Brüche gegangen ist, möchte er nun nicht mehr mit jeder im Bett landen und verzichtet auf Sex. Dies tut er nur für eine Person, nämlich für Val, denn er hat immer noch Gefühle für sie. Val lässt sich erst einmal auf die Beziehung ein, aber können sie es wirklich schaffen? Schließlich kann man verschiedener nicht sein.

Meine Meinung:

Ich habe mir etwas anderes von dem Buch erhofft. Hier sind  zu viele Dinge passiert, die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Da ich den ersten Teil dieser Reihe ( „V is for Virgin“) ganz gut fand,  habe ich gehofft, dass es dieser Teil auch wird. Aber fang ich mal vorne an.

Wie schon im ersten Band muss ich sagen, dass Kelly Oram einen richtig guten Schreibstil hat. Er sorgt dafür, dass man die Geschichte gut herunterlesen kann. Anders als im ersten Band wird hier aus der Sicht von Kyle erzählt. Für mich war das am Anfang etwas ungewohnt ( aber nichts Schlechtes), ich fand es nur schade, dass man dadurch eher weniger von Vals Gefühlen oder Gedanken mitbekommen hat. Klar lernt man durch die Sicht von Kyle ihn besser kennen. Er hat sich zum ersten Teil sehr verändert, man könnte sagen, er ist erwachsener geworden. Dennoch stört mich was an ihm. Er ist zwar erwachsener geworden, gleichzeitig will er mit seinem Verhalten nur erreichen, mit Val zusammenzukommen und Sex zu haben. Ein Verhalten, was man wiederum nicht als „erwachsen“ betiteln würde.

Generell hat mir auch die Spannung gefehlt. Irgendwie hatte ich zunehmend das Gefühl, dass Val und Kyle nicht zusammenpassen, wodurch ich mich irgendwann gefragt habe, warum die beiden ihre Beziehung überhaupt weiterführen.

Dennoch gab es neben den beiden Hauptcharakteren Val und Kyle echt tolle Nebencharaktere. Diese haben mir häufig sogar besser gefallen, denn ihre Gefühle und Geschichte waren realistischer.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass dieses Buch wirklich hätte gut werden können, aber leider wird man durch fehlende Gefühle zwischen Val und Kyle und ihre nicht nachvollziehbaren Handlungen enttäuscht. Dennoch gibt es einige gute Szenen, die einen zum Grinsen und Lachen bringen.

Meike Büscher, 21 Jahre

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