Als die Welt uns gehörte – Drei Freunde, zwei Seiten, eine Erinnerung

Coverfoto Als die Welt uns gehörte
Copyright: Fischer

von Liz Kessler
Fischer, 2022
gebunden, 302 Seiten
ab 13 Jahren
ISBN 978-3-7373-4256-8
17,00 Euro

 

Über die Hoffnung in dunkelsten Zeiten

Wien, 1936: Leo, Max und Elsa sind die besten Freunde. Sie machen alles zusammen und verbringen einen perfekten Tag auf dem Riesenrad des Praters – festgehalten auf einem Foto. Doch schon bald wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, denn Krieg bricht aus und das Leben ist für Juden nicht mehr sicher …

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Geschichte der drei Freunde (vor allem mit dem Gedanken, dass sie auf einer wahren Begebenheit basiert) ist so berührend und gleichzeitig schmerzhaft zu lesen. Das erst so tolle und normale Leben der drei ändert sich abrupt, als der Krieg ausbricht und Juden immer mehr diskriminiert und verachtet werden. Max darf nicht mehr mit seinen besten Freunden spielen und Leo und Elsa werden immer weiter ausgegrenzt.

Nach und nach verschwindet alle Leichtigkeit und Lebensfreude der beiden, was erschreckend und traurig ist. Die Dinge, die wichtig für sie sind, verschieben sich immer mehr, je länger die Ausgrenzung und Verachtung von Juden anhält.

Max hingegen steht auf der anderen Seite. Sein Vater ist ein hochrangiger SS-Mann und er wird nach und nach immer mehr in das System gezogen, bis er es selbst für richtig hält. Bei ihm sieht man ganz stark, wie extrem Kinder beeinflusst werden können und wie einnehmend die Manipulation der Hitlerjugend war.

Bei dem Buch liegt der Fokus auf den Geschichten der drei Freunde und nicht primär darauf, jungen Leser*innen etwas beizubringen, aber trotzdem gewährt das Buch einem tiefe Eindrücke in das Leben während des Holocaust, die einen so schnell nicht mehr loslassen.

Alle drei Protagonisten haben eine andere Geschichte, entwickeln sich während der Zeit bis 1945 unterschiedlich weiter und erleben verschiedene Situationen. Alle zusammen zeigen jedoch, wie weitgreifend Hitlers Macht war.

Das Ende war mir allerdings leider zu unrealistisch (falls auch das auf einer wahren Begebenheit beruht, dann war es ein großer Zufall). Alle drei treffen schlussendlich in Auschwitz wieder aufeinander, bzw. auf ein Familienmitglied und das Ende scheint gewollt dramatisch zu sein, was die Geschichte definitiv nicht gebraucht hätte, da sie auch so packend und entsetzend genug ist.

 

Mara Frohreich, 19 Jahre

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