Annies Welt

Coverfoto Annies Welt
Copyright: Dressler

von Josephine Angelini
Dressler, 2019
gebunden, 240 Seiten
Ab 12 Jahren
ISBN 978-3-79150-110-9
17,00 Euro

Annie ist 10 Jahre alt und sie wächst in einer Großfamilie mit 8 älteren Geschwistern auf. Die Geschichte spielt im Jahr 1985 und beschreibt Annies Leben voller Missbrauch, Gewalt und Bedrohung in der eigenen Familie.

Annie leidet unter Legasthenie, doch ihr bester Freund Jordan sowie Kristin und ihre anderen Freundinnen unterstützen sie in der Schule so gut sie können.

Ich finde, dass das Buch sehr rührend geschrieben ist. Es ist eine gute Mischung aus traurigen und lustigen Situationen enthalten.

Annie wächst anders auf als ihre gleichaltrigen Freunde. Schon früh muss sie lernen, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Sie hat eigentlich nie Zeit dafür ein sorgloses Leben zu führen. Sie darf kein Kind sein, darf keine Schwäche zeigen und muss für sich selbst und andere stark sein.

Ihre Mutter ist ein „Messi“ und hortet Müll ohne Ende. Das komplette Haus der Familie Bianchi ist zugemüllt. Die Mutter ist vollkommen überfordert mit ihren 9 Kindern und ihrer gesamten Lebenssituation.

Annie und ihre Geschwister wachsen im Armenviertel auf. Ihre Eltern sind streng katholisch und konservativ. Ihre gesamte Jugend ist geprägt von den regelmäßigen Gängen zur Kirche, gebeten, Opferungen und Gottesvergebungen.

Alle Kinder der Familie sind komplett verwahrlost. Sie sind zwar nie allein in der Großfamilie, doch sie sind alle einsam und auf sich gestellt. Ihr Vater ist so gut wie nie zuhause und auch ihre Mutter kümmert sich nur um sich und ihre eigenen Probleme. Noch dazu kommt, dass die ältesten Geschwister die Jüngsten regelmäßig verprügeln und bedrohen. Auch Annie lebt in ständiger Angst um sich und ihre jüngeren Geschwister.

Vor allem die Mutter schlägt und misshandelt ihre Kinder, bis sie grün und blau sind. Die Kinder der Familie Bianchi haben alle keine guten Klamotten an. Sie laufen notdürftig in alten und kaputten Kleidungsstücken herum. Außerdem sind sie alle ziemlich abgemagert und ungepflegt, weil kein geld für ausreichende Nahrung und andere Notwendigkeiten vorhanden ist. Annie hat also eine sehr schwere, tragische Kindheit.

Trotzdem macht sie sich ständig Gedanken über ihr Leben und ihr Schicksal. Sie verliert nie die Hoffnung und den Glauben an das Gute! Auf der Suche nach ihrer Bestimmung und ihren Stärken und Talenten helfen ihr nicht nur ihre Freunde, denn nach dem Verschwinden ihrer Schwester betreut eine Sozialarbeiterin die Familie. Eine Gruppentherapie soll die Familie wieder zusammenschweißen und alle Probleme lösen. Aber ob das funktioniert?

Lisa Dudek, 15 Jahre

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