Boy in a white room

Coverfoto Boy in a white room
Copyright: Loewe

von Karl Olsberg
Loewe, 2017
Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN 9783785587805
ab 14 Jahren
14,95 Euro

Wissenslos wacht Manuel in einem weißen Raum auf. Keine Möglichkeiten zu fliehen, keine Möglichkeit mit jemanden in Kontakt zu treten- außer mit Alice, einer computergenerierten Stimme. Manuel erinnert sich an nichts, weiß nicht, wie er in den Raum gelangt ist und versucht Stück für Stück herauszufinden, wer er ist.

Ihm wird gesagt, dass er bei einem Anschlag fast gestorben ist. Doch Manuel erinnert sich kein bisschen daran. Nur ein Mädchen erweckt leise bei ihm den Eindruck, er würde sie kennen. Wer ist sie? Wer ist er selbst überhaupt? Wem kann er glauben? Wer will ihn bloß benutzen?

Ich möchte nicht allzu viel von diesem Buch verraten, da ich finde, dass man alles selbst lesen soll. Das finde ich an dem Buchrücken so gut. Er macht einen neugierig und man möchte wissen, was passiert, doch der Buchinhalt entwickelt sich in eine Richtung, die man von der Zusammenfassung nicht erwartet hätte.

Das hat mir sehr gefallen! Dadurch wurde man immer wieder in diesem Buch überrascht. Wenn man manchmal dachte, dass es sich jetzt spannungstechnisch legen würde, kam ein neuer Wendepunkt und es wurde einem gezeigt, dass man nicht alles einfach hinnehmen und glauben soll. Der Autor hat mit diesem Buch wirklich etwas Fantastisches geschaffen. Umso mehr Wendepunkte kommen, umso mehr fragt man sich: Was ist jetzt die Realität? Was ist die Wahrheit? Wer lügt? Und wer ist Manuel wirklich?
Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass viel zu viele Informationen preisgegeben wurden und war erst enttäuscht. Ich hatte in den ersten Seiten das Gefühl, der Autor wolle alles schnell abarbeiten. Doch dann habe ich weitergelesen und fand es gut, wie Olsberg es angestellt hat.

Man hat sich mit jeder Information, die man bekommt, gefragt: Stimmt sie wirklich oder ist da wieder ein Haken dran? Diese ganzen Plottwists haben mich auf der einen Seite fertiggemacht und auf der anderen Seite dachte ich mir immer nur, wie genial das eigentlich ist.

Das Ende erledigt dann den Rest, weil man überhaupt nicht damit rechnet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Leser darauf kommt, was wirklich mit Manuel los ist! Und das ist, meiner Meinung nach, das Beste an dem Buch. Dass man da am Ende sitzt und sich irgendwie darüber freut, dass der Autor einen überrollt hat und man so gar nicht damit gerechnet hat, was da alles passiert.

Ich fand die ersten Seiten ein bisschen schwer zu lesen und hatte das Problem, dass ich nicht so leicht reinkam in die Story. Doch umso mehr ich gelesen habe und umso ich in die Materie geraten bin, umso mehr habe ich mich gefragt: Was zur Hölle ist denn jetzt mit
Manuel los?

Die Überschrift „Boy in a white room“ passt perfekt zum Inhalt. Manuel wacht in einem weißen Raum auf und dieser Raum taucht in der Geschichte immer wieder auf.

Die Charaktere fand ich in Ordnung. Sie haben mir alle nicht so sehr gefallen, aber es war nicht so, dass ich sie nicht alle leiden konnte. Ich fand es etwas schade, dass sie alle nicht so eine Tiefe hatten, sondern eher oberflächlich waren. Okay, klar, es ging hauptsächlich um Manuel und seine Gedanken. Dementsprechend konnte man sehr mit ihm mitfühlen und ich habe ihn oft genug von seiner Denk- und Handlungsweise verstanden. Dennoch hätte ich es schön gefunden, wenn man manche Nebencharaktere besser kennengelernt hätte. Ich hatte oft das Gefühl, ich würde sie gar nicht wirklich kennen. Vielleicht war das auch der Sinn darin, wenn ich darüber nachdenke. Vielleicht wollte Karl Olsberg ja, dass man sich den anderen Charakteren nicht nahe fühlt, damit man besser mit Manuel fühlt. Wer weiß?

Im Ganzen ist das ein gutes Buch! Der Anfang hat mich ein wenig enttäuscht, ich habe mir nach dem Buchrücken vom Beginn viel mehr erhofft. Dafür war der Rest des Buches mehr als ein guter Ausgleich! Das Ende lässt einen baff zurück.

Ich kann euch das Buch also empfehlen, alleine, weil man mitdenken muss und so gut mit Manuel mitfühlt!

Sarah Schröder, 18 Jahre

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