CHRONIKEN von YORK – Die Suche nach dem Schattencode

Coverfoto Die Chroniken von York
Copyright: Loewe

von Laura Ruby
aus dem Amerikanischen von Jeannette Bauroth
Loewe, 2018
gebunden, 444 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-7855-8886-4
19,95 Euro

Die Zwillinge Tess und Theo wohnen in einem der letzten Morningstar-Gebäude der Stadt. Die Morningstars waren zwei geniale Geschwister, die im 19. Jahrhundert York mit ihren Erfindungen bereicherten. Als der Großinverstor Slant das Haus aufkauft, um es durch ein modernes Gebäude zu ersetzen, unternehmen die beiden gemeinsam mit ihrem Freund Jamie alles in ihrer Macht stehende, um das Haus zu retten. Doch die letzte mögliche Rettung wäre der geheimnisvolle Schattencode, den die Morningstars kurz vor ihrem Verschwinden hinterließen. Seit Jahren haben viele Menschen versucht ihn zu lösen, denn er soll den Weg zu einem unglaublichen Reichtum zeigen.

Ich muss gestehen, dass mich das Buch zu Anfang erstmal ziemlich verwirrt hat. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Erstens spielt die Geschichte nicht im wirklichen New York sondern in einer Version, die dem echten New York zwar sehr nahe kommt, aber doch einige Unterschiede aufweist. Da der Leser zu Anfang des Buches nicht in diese Welt eingeführt wird, sondern eher mitten hinein fallen gelassen wird, entstehen einige Unklarheiten, was die Beschaffenheit dieser Welt betrifft. Im Verlauf des Buches habe ich mich dort aber relativ gut eingefunden und konnte mich dann an vielen wohlplatzierten und lustigen Anspielungen, wie zum Beispiel der Matrix „Nimmst du die blaue oder rote Pille“, erfreuen.

Zweitens wirkt das Buch so, als hätte es unterschiedliche Ansprüche. Auf der einen Seite ist die Story etwas kindlicher gehalten, was man auch an den jungen Protagonisten erkennen kann. Auf der anderen Seite ist der Schreibstil, wie ich finde, etwas mehr auf ältere Leser abgestimmt, da viele Fremdwörter verwendet werden und Witze und Anspielungen gemacht werden, die jüngere Leser nicht unbedingt verstehen.

Mir persönlich hat es beim Lesen sehr viel Spaß gemacht zu sehen, wie die Charaktere schon fast selbstironisch mit ihren Persönlichkeiten umgehen. In der etwas simpel gehaltenen Story mit so jungen Protagonisten wirkt dies jedoch irgendwie ein wenig fehl am Platz. Die Story selber ist sehr interessant und spannend und erinnert mich vom Stil so ein bisschen an die „39 Zeichen“- Reihe oder alte Drei ???- Folgen. Die Freunde rennen von einem Hinweis zum nächsten und müssen dabei immer wieder knifflige Rätsel lösen, die Einblicke in die unterschiedlichsten Gebiete der Verschlüsselung bieten. An einigen Stellen ging mir das Ganze leider ein bisschen schnell, da man nicht so ganz nachvollziehen konnte, woher die entsprechende Lösung jetzt kam, aber an anderen Stellen war ich wieder verblüfft, welche cleveren  Ideen benutzt wurden, um die Botschaft zu verstecken. Wie ich bereits erwähnt habe, sind die Charaktere eher jung, doch alle haben ihre ganz eigenen Stärken. Ich konnte ihre Gedanken gut nachvollziehen und ihre Persönlichkeiten sind wundervoll ausgearbeitet.

Insgesamt ist „Chroniken von York“ eher ein Buch, das mich zum Nachdenken und Miträtseln angeregt hat. Ich würde es eher älteren Lesern empfehlen und nicht, wie offiziell angegeben, ab 12, da wahrscheinlich erst ältere Leser  den wundervoll versteckten Humor und die Anspielungen verstehen können. Natürlich möchte ich jungen Lesern nicht gänzlich davon abraten, da es trotz allem ein spannendes und interessantes Jugendbuch ist. 😉

Imke Wellesen, 18 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

Vor 150 Jahren verschwanden die Zwillinge Morningstar plötzlich aus ihrer Heimatstadt New York. Sie ließen Geheimgänge und intelligente Maschinen zurück. Und einen Code! Doch bis heute konnte noch niemand diesen Code knacken und manche glauben, dass die Zwillinge Theresa und Theodore Morningstar, den Schattencode nur erfunden hatten, um Touristen anzulocken.

>> Doch was, wenn der Code nur auf die Richtigen gewartet hat? <<

 150 Jahre nach dem Verschwinden der Geschwister Morningstar versuchen die Zwillinge Tess und Theo mit ihrem Freund Jaime, den Schattencode zu lösen. Ihr Haus, das Haus der Sekretärin der Zwillinge Morningstar, soll nämlich abgerissen werden. Im verzweifelten Versuch dies abzuwehren, fangen sie an, den Code zu lösen. Sie finden einen Hinweis, der bisher von noch niemandem beachtet wurde und folgen der Spur. Ihr Weg führt sie durch ganz New York. Werden sie es schaffen, bevor das Haus nicht mehr da ist?

Ich finde das Buch mittelmäßig. Zwar finde ich die Story spannend, aber mir haben die Personen nicht so gefallen. Theo baut aus Lego Nachbildungen bekannter Gebäude, Tess bekommt immer wieder Blackouts und spricht manchmal mit sich selbst. Eine Nachbarin der drei Freunde, die junge Cricket, wechselt jeden Tag ihre Persönlichkeit und schleppt immer ihr Haustier, einen Waschbären, mit sich auf ihrem Dreirad herum. Meiner Meinung nach etwas komisch. Jaime dagegen ist ein normaler Junge, abgesehen davon, dass er fast ausschließlich von Zombies träumt, und ein sehr begabter Zeichner ist, der die Zwillinge begleitet. Seine Großmutter, von Jaime liebevoll Mima genannt, ist eine super Köchin und Handwerkerin. Das muss sie als Haushälterin der 354, West 73. Straße auch sein. Sie gefällt mir am besten von allen Charakteren. Doch macht euch ein eigenes Bild davon.

Das Cover wiederum finde ich spitze und die Karte in dem Buch zeigt alles überschaubar. Es ist jetzt nicht mein Lieblingsschreibstil, doch die Schreibweise ist sehr strukturiert.

Das Buch würde ich allen Abenteurern und Rätsellösern empfehlen.

Sophie Heuschkel, 12 Jahre

 


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