Crenshaw – Einmal schwarzer Kater

Coverfoto Crenshaw
Copyright: Sauerländer Verlag

Von Katherine Applegate
Aus dem Amerikanischen
von Brigitte Jakobeit
Sauerländer
Gebunden, 224 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN 978-3-7373-5427-1
11,99 Euro

Das Buch spielt in Amerika und wechselt wie ein Road Movie ständig die Schauplätze. Die Geschichte wird von Jackson erzählt, dem Sohn einer ziemlich ungewöhnlichen Familie. Der Vater ist vor einigen Jahren durch eine schlimme Krankheit arbeitslos geworden. Deshalb versucht die Mutter die Familie durchzubringen, mit drei verschiedenen Jobs nebeneinander.  Früher waren die Eltern Straßenmusiker, deshalb haben sie ihre Kinder auch nach Gitarren benannt, nämlich Robin und Jackson.
Jackson hat eine Macke, denn er hat einen ausgedachten Freund. Der heißt Crenshaw und ist ein mächtiger schwarzer Kater, der leidenschaftlich gern Schaumbäder nimmt und lila Geleebohnen liebt. Das besondere an Crenshaw ist, dass nur Jackson ihn sehen kann.
Aber Crenshaw taucht immer nur dann auf, wenn Jackson Sorgen oder Probleme hat. Zum Beispiel, weil die Familie wieder einmal umziehen muss, weil sie nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen.

„Der Kater schwebte über mir wie ein pelziger Ballon. Ich schaute zu ihm hoch. Er schaute zu mir runter. Und winkte.
Sein Fell war schwarz-weiß, wie bei einem Pinguin. Fehlte nur noch eine Fliege und ein Zylinder. Er sah aus, als wäre er zu einer feinen Party unterwegs. Trotzdem kam er mir bekannt vor.
„Crenshaw“, flüsterte ich.“

Früher lebte die Familie in einem großen schönen Haus, bis herausgefunden wurde, dass der Vater eine schlimme Krankheit hatte und er deswegen seinen Job aufgeben musste. Die Familie hatte dann irgendwann kein Geld mehr und musste ausziehen.  Da sie aber keine Wohnung auf die Schnelle gefunden haben, lebten sie lange Zeit in einem Minivan, das ist eine Art kleiner Wohnwagen, bis sie wieder genug Geld hatten, um sich eine Wohnung zu mieten. Aber auch da mussten sie wieder ausziehen.

Durch das viele Umziehen, muss Jackson immer wieder seine Freunde verlassen, neue Schulen finden und wieder Anschluss finden. Jackson ist oft sauer auf seine Eltern, weil sie nicht über ihre Sorgen mit ihm sprechen wollen.  Sie behandeln ihn wie ein kleines Kind, weil sie ihn nicht beunruhigen wollen.

Ich liebte meine Familie. Aber gleichzeitig hatte ich auch die Nase voll von ihr. Ich hatte die Nase voll davon, hungrig zu sein. Ich hatte die Nase voll davon, in einem Karton zu schlafen. Ich vermisste mein Bett. Meine Bücher und meine Legos. Ich vermisste sogar die Badewanne. Das waren die Fakten.

Oft ist Jackson so verzweifelt über seine Situation, dass er in den Supermarkt geht und Sachen klaut, z.B. Essen für seine Schwester oder für seinen Hund. Er schämt sich, dass seine Eltern nicht genug Geld haben, um die Familie ordentlich zu versorgen.  Und er versucht mit allen Mitteln seinen Eltern zu helfen. In diesen Momenten taucht immer Crenshaw auf um ihn zu ermutigen und ihm als Freund zur Seite zu stehen. Crenshaw bringt immer gute Laune mit. Er gibt Jackson so manche Denkanstöße und hilft ihm  auch in schwierigen Situationen.

Ich fand das Buch sehr gut, weil es als Kinderbuch ein ernstes Thema hat ohne zu ernst oder zu lächerlich zu wirken, sondern einen guten Mittelwert zwischen ernstem Thema aber auch Unterhaltung. Und es war auch nie langweilig, normalerweise liest man ja nicht so oft solche Bücher, aber dieses Buch konnte man einfach nicht weglegen.
Das Buch ist groß gedruckt und trotz der 217 Seiten kann man es sehr schnell durchlesen, nach jedem Kapitel gibt es eine witzige Zeichnung von Crenshaw, was das Buch auch gut auflockert.

Mara und Florian Frohreich, 13 Jahre

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