Der lange Weg zum Wasser

Titelfoto Der lang Weg zum Wasser
Copyright:bloomoon

von Linda Sue Park
aus dem Amerikanischen
von Andre Mumot

Klappenbroschur, 128 Seiten
bloomoon Verlag
ab 12 Jahren
ISBN 978-3-8458-1237-3
9,99 Euro

Das Buch spielt im südlichen Sudan, in zwei verschiedenen Dörfern, in dem einen  herrschen die Dinka und in dem andern die Nua, und diese beiden Stämme bekriegen sich wegen einer Wasserstelle. Das ist im Sudan normal, denn der Sudan ist das zehntgrößte Land der Welt und auch das größte Land Afrikas, aber trotzdem ist da nur Wüstengegend und kein Wasser, und da herrschen immer Kriege zwischen dem Norden und dem Süden.

Das Buch erzählt zwei parallel laufende Geschichten, die aber trotzdem zusammenhängen. Die erste Geschichte handelt von Nya, einem elfjährigen Mädchen, das im Stamm der Nua lebt und eine sehr große arme Familie hat und nicht zur Schule gehen kann. Sie muss jeden Tag vier Stunden zu einer Wasserstelle hinlaufen und vier Stunden zurück,  mit einem schweren Wasserkanister auf dem Kopf.  Im Winter wird es noch schwerer, denn da ist ihre Dorfwasserstelle ausgetrocknet. Nyas Familie muss das Dorf verlassen und zu einem weit entfernten Wasserloch ziehen.

Mit den Händen grub sie ein Loch in den feuchten Lehm, bis es so tief war wie ihr Arm lang. Der Lehm wurde feuchter, je weiter sie grub, bis schließlich Wasser auf den Boden des Loches drang. Das Wasser war schmutzig, auch eher matschig als flüssig. Und es sickerte so langsam ein, dass es lange dauerte, auch nur einige wenige Kalebassen abzuschöpfen. Also kauerte sich Nya  neben dem Loch zusammen und wartete. Wartete auf Wasser. Mehrere Stunden lang. Jeden Tag, fünf lange Monate hindurch, bis neuer Regen aufzog und sie mit ihrer Familie nach Hause zurückkehren konnte.

Die zweite Geschichte erzählt von Salva. Er ist 11 Jahre alt und gehört zum Stamm der Dinka und in seinem Dorf ist seine Familie die reichste und hat auch das Sagen. Trotzdem muss Salva arbeiten, er  passt auf das Vieh der Familie auf. Salva hat mehr Glück als Nya, denn er darf neben dem Arbeiten auch noch zur Schule gehen…. das einzige Problem, oder die einzige Furcht, die er hat, dass Soldaten kommen und das Dorf überfallen.

Salva muss fliehen und schließt sich in den Wäldern einer unbekannten Gruppe von Menschen an und das Einzige, was er weiß, ist,  dass sie nach Äthiopien in ein Flüchtlingslager ziehen wollen. Mehr Infos hat er  nicht und er hat auch kein Geld und kein Essen und er kann nur hoffen, dass sie eines Tages in Äthiopien ankommen werden. Sein größtes Problem ist, dass er nicht weiß, ob sein Dorf überhaupt noch existiert und ob seine Familie noch am Leben ist.

Nach vielen Jahren der Flucht lebt Salva in New York bei einer neuen Familie, er studiert dort Brunnenbau und ist damit sehr glücklich. Aber sein Wunsch, den er nie vergisst, ist, dass er in seine Heimat zurückkehren will und seine Eltern und seine Familie wiedersehen möchte.

Das Buch ist eine Kreuzung von Sachbuch und Roman und spiegelt auch die Gefühle von Kindern in Kriegsgebieten wider. Salvas Teil der Geschichte ist real, da  Salva wirklich existiert, aber die Autorin hat den Teil von Nya selbst erfunden und aus Berichten und Fotos zusammengesetzt…

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es einen zum Nachdenken bringt. Es ist spannend und gut geschrieben ist und wenn man einmal anfängt, kann man eigentlich nicht mehr aufhören zu lesen.

Florian und Mara Frohreich, 13 Jahre

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