Die Lange Erde

Coverfoto Die Lange Erdevon Terry Pratchett und Stephen Baxter
Goldmann, 2014
Taschenbuch, 480 Seiten
ab 16 Jahre
ISBN: 978-3-442-48196-5
9,99 Euro

 

2015 ist das Jahr in dem sich alles verändert. Nachdem von einem Unbekannten mysteriöse Pläne im Internet veröffentlicht werden, ist es plötzlich möglich, mit den sogenannten Wechslern in parallele Universen zu reisen. Die Erden scheinen ähnlich zur Erde zu sein, aber unterscheiden sich in kleinen Details. Vor allem gibt es dort keine Menschen.

Während der Ansturm  auf die neue, schier unendliche, sogenannte Lange Erde beginnt, macht Joshua sich auf in ein ganz anderes Abenteuer. Joshua ist ein natürlicher Wechsler, er braucht keine Maschine, um in die anderen Welten zu gelangen.  Zusammen mit der KI Lobsang, der behauptet, einst ein tibetanischer Mechaniker gewesen zu sein, macht er es sich zur Aufgabe die Lange Erde zu erforschen. Es warten große Wunder und unerwartete Gefahren auf sie.

Die Lange Erde ist der Auftakt zu einer wirklich sehr faszinierenden Reihe. Natürlich wurden schon viele Bücher und Filme über das Thema paralleler Universen geschrieben. Aber bisher habe ich nie eine Geschichte gelesen, die das Konzept so zu Ende gedacht hatte. Es wird sehr realistisch beschrieben wie die neue Entdeckung das Leben auf der (den) Erde(n) beeinflusst. Es wird genauso an die schweren wirtschaftlichen Folgen gedach , aber auch  wie sich die gesamte Situation auf die Politik auswirken würde.

Rohstoffe sind plötzlich kein Problem mehr, da es auf den anderen Erden genug für alle gibt. Menschen, besonders die, welche in schlechten Verhältnissen auf der ursprünglichen Erde gelebt haben, versuchen aus ihrem Leben zu fliehen, indem sie sich auf die Suche nach einer neuen Heimat begeben. Und was passiert mit den Menschen, die nicht wechseln können oder wollen? Es werden sehr viele faszinierende Ideen angesprochen und somit auch viele ethische und moralische Fragen aufgeworfen. Ich habe selten ein Weltenkonzept gesehen, das so gut durchdacht war.

Das Buch ist auch sehr gut geschrieben. Es gibt sowohl Spannung als auch interessante Dialoge. Joshua ist als Charakter sehr nachvollziehbar. Er ist sehr verständlich beschrieben und ich konnte mich oft mit seinem Unwohlsein unter den anderen Menschen identifizieren. Außerdem wird den meisten Beziehungen sehr viel Zeit gegeben, um sich zu entfalten. Man weiß nie genau, wohin sich die Personen entwickeln werden, da ihnen keine stereotypischen Rollen zugewiesen werden.

Der Wechsel in den Perspektiven macht es außerdem möglich, viele unterschiedliche Ansichten über die Entwicklungen des Buches zu bekommen. Dadurch wird sich nicht nur auf die Vorteile der langen Erde konzentriert. Außerdem werden alle Handlungsstränge am Ende sehr zufriedenstellend zusammengeführt.

Ich würde Die Lange Erde jedem empfehlen, der gerne Sci-Fi mit einem Hauch Realismus und Wissenschaft lesen möchte. Es mach wirklich sehr viel Spaß zu lesen und kann uns bestenfalls einiges über unsere eigene Zukunft beibringen.

Imke Wellesen, 21 Jahre

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