Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Coverfoto Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe
Copyright: Fischerverlage

von A.J.Betts
aus dem australischen Englisch von Katharina
Diestelmeier und Anja Malich
Fischer KJB, 2014
Taschenbuch, 328 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-596-81254-7
8,99 Euro

„Was glaubst du, wie viele Menschen im Laufe der gesamten Weltgeschichte gestorben sind?“–„Keine Ahnung“–Ich weiß es auch nicht, aber es ist bestimmt ein ganzer Haufen aus Beerdigungen und Einäscherungen und Fahrten den Ganges hinab. Wenn also jeder einzelne Mensch aus der Weltgeschichte gerade um uns herumschwebt, wie zum Teufel bekommen wir dann überhaupt noch Luft?“

Zac hat Krebs. Genau wie Mia. Doch die Chancen, dass Zac den Krebs besiegen kann, stehen eindeutig schlechter als die für Mia. Und dennoch sieht er dem Kampf um Leben und Tod optimistischer entgegen als seine Zimmernachbarin.

Durch schüchterne Klopfzeichen versucht er das Mädchen aus Zimmer 2 zu erreichen, doch das stellt sich als nicht so einfach heraus, denn Mia scheint jeden abzublocken, der ihr zu nahe kommt.

Bis zu dem Moment, an dem das verschlossene und schüchterne Mädchen endlich antwortet…

Doch wie viel kann eine Liebe unter zwei kranken Menschen tatsächlich aushalten?

Das Buch ist aus zwei unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Einmal aus der Sicht Zacs und einmal aus Mias. Der Schreibstil des Buches ist sehr gefühlvoll, sensibel und einfühlsam. Zac´s Sprache kam sehr authentisch und echt herüber, im Gegensatz zu Mias, welche oft zu inszeniert und übertrieben dargestellt wurde. So haben mir die Personen auch unterschiedlich gefallen. Ich mochte Zac´s Art, die Dinge zu betrachten. Man konnte sich auf Anhieb sehr gut in ihn hineinversetzen, auch wenn es schwer scheinen mag, eine Krankheit nachzuempfinden, die man selbst nie erlebt hat. Zac schafft es, dem Leser seine Welt detailliert und umfangreich, aber niemals langweilig, sondern immer spannend und bewundernswert zu beschreiben. Er ist ein echter Kämpfer und betrachtet seine Situation mit viel Humor und einer ganzen Menge Statistiken, die auch für den Leser sehr interessant sind.

Im Gegensatz zu Zac gefiel mir Mia´s Einstellung und Persönlichkeit überhaupt nicht. Sie wirkte auf mich ab der ersten Seite unsympathisch, eingebildet und arrogant. Ich habe mich die ganze Zeit über ihre Wortwahl aufgeregt, welche ich von der Autorin zu übertrieben und unpassend ausgewählt fand. Es gab kaum einen Satz, in dem sie nicht geflucht oder das Wort „hassen“ benutzt hat. Der Versuch der Autorin, jugendlich zu klingen hat mir nicht gefallen. Jedoch hat sich meine Meinung zum Ende des Buches ein wenig geändert, da auch Mia eine gewaltige Entwicklung durchmacht.

Eigentlich ist dieses Buch eine Liebesgeschichte. Jedoch habe ich sie ganz anders erwartet. Denn in dieser Geschichte wird viel mehr über die jeweilige Krankheit und die daraus entstehenden Einschränkungen im Leben geschrieben, anstatt über die Begegnung der beiden Hauptcharaktere. Nachdem beide Personen aus dem Krankenhaus entlassen wurden, besucht Mia Zac auf seiner Farm zuhause. Sie unternehmen ein bisschen was, fahren mit dem Auto durch die Stadt und essen an einer Tankstelle ekeliges Essen, was ihnen aber völlig egal ist, da mit der anderen Person ja eh alles so wunderschön ist (diesen Teil fand ich etwas zu klischeehaft). Das war dann eigentlich auch alles, was die beiden zusammen erlebt haben.

Immer dann, wenn man dachte, jetzt passiert etwas zwischen den beiden oder wenn man gehofft hat, dass die eigentliche Handlung des Buches losgeht, ist häufig eine andere unnötige Sache passiert, die überhaupt nicht gepasst hat.

Generell hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass der eigentliche Sinn und die eigentliche Botschaft des Buches auf den vielen Seiten verloren gegangen ist. Nur der Schluss des Buches konnte mich überzeugen. Die letzten Seiten haben mich wirklich sehr berührt und die Geschichte noch ein wenig „gerettet“, da es eine Menge wunderschöner philosophischer und außergewöhnlicher Dialoge gab.

Alles in allem handelt dieses Buch von der Liebe zwischen zwei krebskranken Menschen, die versuchen, sich  mit ihrer Situation abzufinden, dem anderem in seiner eigenen Hoffnungslosigkeit ein wenig Hoffnung zu schenken und daran zu glauben, dass am Ende vielleicht doch alles gut wird, solange man kämpft.

Eine schöne Geschichte für zwischendurch, die mich aber nicht wirklich mitreißen konnte.

Greta Schulte, 15 Jahre

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