Ein Engel für Miss Flint

Coverfoto Ein Engel für Miss Flint
Copyright: Fischer

von Moira Young
aus dem Englischen von Alice Jakubeit
Fischer, 2017
Taschenbuch, 224 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-596-29836-5
9,99 Euro

 Er malte seine Engelbilder bei Tagesanbruch, wenn die Leute noch schliefen. An diesem Morgen hatte er bereits ein kleines fertiggestellt, an der Stelle hinter dem Haus des Arztes. Nun machte er sich auf dem Hof vor dem Pfarrhaus bereit für sein zweites. Das war riskant. Pfarrer Fall hatte ein furchterregendes Temperament. Doch sein Hof war der größte, ebenste Platz in der Stadt, und die Erde dort wurde täglich von einem Tagelöhner geharkt. Er war ideal geeignet für Davys Bilder, einfach unwiderstehlich. Ebenso wie Davys Bedürfnis, Bilder auf die Erde zu malen.

Davy David ist ein Straßenkind. Er malt heimlich Engel auf den Boden der Straßen von seiner Stadt Brownvale. Eines Tages lernt er Miss Flint kennen- eine alte, verbitterte Dame. Sie möchte, dass er sie zu ihrem Geburtshaus bringt, damit sie dort am ersten Weihnachtstag in Ruhe sterben kann. So begeben sich Davy David, Miss Flint und Davy Davids Hund auf eine Reise, die allen noch im Gedächtnis bleiben wird.

Als ich das Buch begonnen hatte zu lesen, war ich skeptisch.  Ich wusste nicht, was ich mit dem Protagonisten anfangen sollte und konnte mich nicht in ihn reinfühlen. Randbemerkung: Das konnte ich bis zum Ende nicht wirklich, aber das ist das erste Buch, bei dem ich es nicht so schlimm fand!

Der Inhalt ist süß. Den Anfang finde ich ein bisschen in die Länge gezogen, da hätte man auch Teile rauslassen können, aber die Autofahrt mit Miss Flint war wirklich erfrischend. Es gab zwar Drama, aber dann eher in Form von „Wie kommen wir weiter zu dem Haus von Miss Flint?“.

Die Streitereien von Miss Flint und Davy David fand ich wirklich unterhaltsam und musste auch an manchen Stellen lachen, wenn Davy David absurde Sätze von sich gegeben hat. Davy David war ein entspannender Protagonist. Keiner, der nur gestresst durch die Gegend gelaufen ist, sondern schon mit so jungen Jahren ansatzweise eine Ahnung hat, wie das Leben abläuft und wie er mit Miss Flint am besten umgehen sollte.

Miss Flint war mir zu Beginn sehr unsympathisch und da hatte ich mich auch gefragt, wie ich es den Rest des Romans mit ihr aushalten soll. Doch im Laufe des Buches, wenn sie sich auch „verändert“, habe ich angefangen sie zu mögen. Während sie zu Beginn eine verbitterte, alte Dame war, wurde sie zum Ende hin eine lockere und freundliche Frau.

Der Schreibstil war locker und entspannt, sodass sich das Buch leicht lesen lässt. Es wäre auch definitiv etwas für jüngere Kinder. Es kommen keine schweren Begriffe vor und der Inhalt eignet sich für Kinder, da der Protagonist auch ein Kind ist und Kinder sich dadurch  wahrscheinlich besser in ihn hineinversetzen können.

Dass die Geschichte zur Weihnachtszeit spielt, bemerkte ich nicht so stark. Es werden immer wieder kleine Bezüge dazu hergestellt, aber so sehr erinnert mich das Buch nicht an Weihnachten.

Dennoch ein sehr schönes und lockeres Buch für zwischendurch! Kann ich jedem nur warmherzig empfehlen. Man wird es nicht bereuen!

Sarah Schröder, 18 Jahre

 


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