Irgendwas von dir

Coverfoto Irgendwas von dir
Copyright: Fischer

von Gayle Forman
aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
Fischer, 2018
Taschenbuch, 349Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8414-2238-5
14,99 Euro

 Ich bedaure, Euch mitzuteilen, dass ich meinem Leben ein Ende setzen musste. Dieser Entschluss hat mich schon eine lange Zeit begleitet, und ich habe ihn allein getroffen. Es ist nicht Eure Schuld.
Meg

Codys beste Freundin Meg hat sich umgebracht. Und das Schlimme ist, dass Cody es nicht vorhergesehen hat. Für sie war Meg immer eine extrovertierte, lebensfrohe Person, die keine Anzeichen einer Selbstmordgefährdeten hatte. Um die Sachen ihrer Freundin zusammen zu packen fährt sie nach Tacoma und entdeckt dort ein Leben, das Meg führte, von dem sie nur wenig gewusst hat. Je mehr sie sich mit Megs Welt auseinandersetzt, desto mehr Geheimnisse kommen ans Licht und Cody muss feststellen, dass sie ihre Freundin nicht so gut kannte, wie sie dachte. Ihr oberstes Ziel ist, herauszufinden, wer für ihren Selbstmord verantwortlich ist.

Zunächst hat mir das Buch nicht so gut gefallen, weil mir die Personen irgendwie unsympathisch waren. Doch je weiter die Geschichte sich entwickelt, desto besser lernt man die Figuren kennen. Speziell Cody macht eine große Entwicklung durch, sie lernt über die Grenzen ihrer Kleinstadt hinaus zu denken und lernt dort viele neue Leute kennen. Das Buch behandelt zudem das sehr sensible Thema Selbstmord und man erhält Einblicke in eine Welt, mit der man sonst nur selten konfrontiert wird. Am Ende war die Geschichte doch sehr berührend und schön.

Hannah Steinbacher, 18 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

Ich bedaure euch mitzuteilen, dass ich meinem Leben ein Ende setzen musste. Dieser Entschluss hat mich schon einige Zeit begleitet und ich habe ihn allein getroffen. Ich weiß, dass ich euch damit Schmerz zufüge und das tut mir leid. Aber ihr müsst wissen, dass ich meinen eigenen Schmerz nicht länger ertragen konnte. Das hat nichts mit euch zu tun und ist ausschließlich meine Sache. Ihr könnt nichts dafür. Es ist nicht eure Schuld. Meg

 

Diesen Abschiedsbrief erhält Cody von ihrer besten Freundin Meg. Meg hat sich umgebracht und Cody hat es nicht kommen sehen. „Ihr könnt nichts dafür. Es ist nicht Eure Schuld.“ Das ist leichter gesagt als getan. Hätte Cody sich doch nur etwas mehr angestrengt und wäre auf ein College in Seattle gegangen. Sie hätte näher bei Meg sein müssen, sie hätte sich nicht mit ihr streiten dürfen, sie hätte, sie hätte… sie besser kennen müssen. Ihre beste Freundin seit Kindertagen. Doch sie hat sie nicht mehr gekannt. Meg hatte studiert, an einer Uni in Tacoma, weit weg von dem kleinen Kaff, in dem sie beide aufgewachsen sind. Dort lebte sie in einer WG und trieb sich nachts in den Clubs von Seattle rum. Da lernte sie Ben kennen und der brach ihr das Herz. Doch das alles findet Cody erst raus, als sie Megs Sachen aus dem WG-Zimmer holen will. Auf einmal ist für Cody klar: Sie konnte ihrer Freundin im Leben nicht mehr helfen, aber jetzt wird sie sich für sie einsetzen. So macht sie Cody auf die Suche nach Spuren, Hinweisen, die erklären, warum Meg Selbstmord beging. War es Bens Schuld, der ihr das Herz brach? Oder steckt vielleicht noch jemand anders dahinter?

 

Meine Meinung:

Codys verzweifelte Suche nach dem Grund für Megs Selbstmord war sehr spannend zu verfolgen. Dennoch weist das Buch hier und da einige Längen auf, doch das, was am Ende rauskommt, war für mich eine ziemliche Überraschung.

Als ich das Buch gesehen habe, musste ich tatsächlich lange überlegen, ob ich es lese. Ich habe von der Autorin den Zweiteiler „Nur ein Tag und ein ganzes Jahr“ gelesen und der hatte mich damals nicht wirklich überzeugt. Die Autorin ist ihrem Stil auf jeden Fall treu geblieben. Sie schreibt von etwas skurrilen Figuren, die doch alle irgendwo auf ihre eigene Art liebenswürdig sind. Und diese Figuren erleben immer die verrücktesten Dinge, wo ich mir manchmal denke: Ist das nicht ein bisschen zu dick aufgetragen? Wer macht sowas schon? Zu diesem Buch hat es einerseits gut gepasst und andererseits hat es mir trotzdem nicht so gut gefallen, weil es einfach nicht meinen Geschmack des Erzählens trifft.

Auch der Schreibstil ist nicht ganz mein Fall, denn er ist mir oft zu steif und trocken. Bei mir kommen die tiefen Gefühle, wie zum Beispiel Liebe nicht richtig an. Dafür hat die Autorin es in diesem Buch geschafft, die Schuldgefühle von Cody gut rüberzubringen und es hat gut zur Geschichte gepasst.

Also, es ist schwierig, dieses Buch zu bewerten. Die Geschichte hat mir gefallen, doch sie hatte auch ihre Macken. Ich denke, jeder muss für sich selbst entscheiden, ob Gayle Formans Stil seinem Geschmack entspricht oder nicht.

Carolin Wallraven, 19 Jahre

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