Project Jane- Ein Wort verändert die Welt

Coverfoto Project Jane
Copyright: Oetinger

von Lynette Noni
aus dem Englischen von Fabienne Pfeiffer
Oetinger, 2019
Taschenbuch, 349 Seiten
ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-8415-0597-2
14,00 Euro

 Seit neunhunderteinundfünfzig Tagen, acht Stunden und vierundfünfzig Minuten bin ich nicht mehr draußen gewesen. In dieser Zeit habe ich weder den Himmel gesehen noch frische Luft geatmet oder warme Sonnenstrahlen auf der Haut gespürt. Mein Herz hämmert rasend schnell; mein Atem geht flach. Ich kann mich nicht entscheiden, ob die Vorstellung, die Sicherheit dieser Wände zu verlassen, mich mit Begeisterung oder Panik erfüllt. Die Aussicht, meinem Gefängnis für eine Weile zu entkommen.

Die Protagonistin befindet sich in einer geheimen Regierungseinrichtung, wo seit zwei Jahren alle möglichen Tests an ihr durchgeführt werden. Sie wird dort als Jane Doe oder Subjekt Sechs-Acht-Vier angesprochen, denn sie hat niemandem ihre wahre Identität preisgegeben. Eigentlich hat sie gar nichts preisgegeben. Denn sie hat sich in absolutes Schweigen gehüllt. Zum einen, weil sie sich weigert, mit den Leuten von Lengard zu kooperieren. Denn sie weiß noch nicht einmal, warum sie dort festgehalten wird. Zum anderen, weil sie eins mit Sicherheit weiß: Worte haben Macht und mit ihrem Schweigen kann sie Leben retten.

Meine Meinung:

Die Grundidee dieses Buches hat mir gut gefallen. Ich kann euch leider nicht verraten, welche es ist, denn die Geschichte ist so ausgelegt, dass man es erst mit dem Lesen herausfindet. Solche Bücher finde ich sowieso am besten. Wenn der Klappentext neugierig genug macht, aber nicht zu viel verrät. Deswegen möchte auch ich euch nichts durch diese Rezension vorwegnehmen.

Wie gesagt, baut sich die Geschichte also langsam auf und der Leser erfährt immer nur Bruchstücke. Trotzdem wird es nicht verwirrend, weil es wird immer gut erklärt. Und es gibt genügend Hinweise und Anspielungen, sodass einige Ereignisse sogar recht vorhersehbar waren. Doch das machen die unerwarteten Wendungen, die es auch gibt, schnell wieder wett.

Eine Zeit lang hatte ich eine ganz andere Richtung vermutet, als die, in die die Geschichte dann gegangen ist. Das hat mir gefallen.

Ich habe die Protagonistin gerne auf ihrem Weg begleitet und bin gespannt, wie es weitergeht. Das Ende ist so angelegt, dass noch einige Handlungsstränge offen sind.

Ich fand das Buch echt gut und freue mich auf einen zweiten Teil. Euch möchte ich es auch ans Herz legen, denn die Grundidee (von der ich euch nicht viel erzählt habe, ich weiß) ist wirklich toll. Und obwohl ich euch nicht viel davon erzählt habe, hoffe ich, euch genau damit neugierig auf dieses Buch gemacht zu haben.

Carolin Wallraven, 20 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

So viele Worte. So viel Bedeutung und so viele Emotionen.
Einfach so unglaublich schön und so unfassbar wahr.
So viel Macht und noch mehr Angst. UnglaublichEinfach Mega.

Das Cover passt – abgesehen vom Titel – perfekt zum Buch. Es wirkt so kostbar und trotzdem irgendwie unscheinbar, da man das Mädchen nicht ganz erkennen kann. Es scheint mir schon fast Jane ganz minimal, aber besonders gut darzustellen. Hinzu kommt noch die Darstellung der Stimmbänder, die genau dann aufhören, wenn sie am Mund ankommen. Und der (Unter)-Titel “ein Wort verändert die Welt”, welcher in Janes Fall wirklich nicht untertrieben ist! Das passt einfach sooo gut!


Lynette Noni hat einfach diesen unfassbar fesselnden Schreibstil, bei dem man nicht mal bemerkt, dass das Buch überhaupt Seiten hat, da alles in einem Stück verläuft! Schon dieser so viel sagende Epilog… Neugierde kann man wohl kaum mehr erreichen, oder? 

Eine stille Protagonistin… mal was ganz anderes. Oder auch irgendwie nicht, aber andererseits auch schon 🤷🏽‍♀️ Die meisten Bücher behandeln eben nur das Problem, Lynette Noni katapultiert das Ganze dann aber auch noch in eine Art sci-fi und Fantasy… ahhhh! Ich würde euch doch gerne so viel mehr verraten… 

Es ist einfach schön zu lesen, wie eine Protagonistin über sich heraus wächst und noch dazu etwas beim Leser ankommen lässt… etwas Besonderes.
Mehr sage ich jetzt aber wirklich nicht mehr. 

Etwa in der Mitte war ich mir ganz sicher, welches Ende das Buch nehmen wird, aber neiiin – es musste anders sein. Meine Grundidee hätte mir zwar auch gefallen, aber das „Original“ scheint mir um einiges besser. Ich war so fantasievoll, dass ich mir vielleicht auch das Lachen über mich selbst nicht verkneifen sollte. Ich weiß nicht, wie oft ich mit einem Staunen, einem kleinen Lächeln oder einen riesigen Seufzer da saß. Die (stummen) Dialoge und Gedanken sind einfach lustig!

Der einzige Punkt, dem ich meine Gefühle nicht zuordnen kann, ist das Ende. Es bleiben eine Menge offener Fragen und Handlungsstränge übrig, aber in der Danksagung steht kein Hinweis auf einen zweiten Band, den ich auch so noch nicht gefunden habe. ( vielleicht wisst ihr es ja? ) Ich fände es zu schade, wenn es keinen geben sollte. – und wenn doch, dann ignorieren wie einfach den letzten Abschnitt, abgemacht? 😉 
Das Buch ist einfach so unfassbar aussagekräftig. Und unglaublich fließend verfasst. Ich kann es euch – sobald der zweite Band dann auch erscheinen sollte – nur ans Herz legen zu lesen!

Bengisu Bor, 14 Jahre

 

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