Sie zu strafen und zu richten

Coverfoto Sie zu strafen und zu richten
Copyright: Bastei Lübbe

von Luke Delany
aus dem Englischen von Ulrike Moreno
Bastei Lübbe, 2017
Taschenbuch, 575  Seiten
ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17557-4
10,00 Euro

Detective Sean Corrigian steht vor dem Prozess seines letzten Falls, als auch schon ein neuer auf seinem Schreibtisch landet. Im Internet taucht ein Livestream auf, wo ein maskierter Mann vor laufender Kamera den Richter spielt und auch den Urteilsausführer. Er liest dem Opfer seine Verbrechen an der Gesellschaft vor und die Zuschauer entscheiden mit einem Klick auf „Gefällt mir“ bzw. „Gefällt mir nicht“ für schuldig oder unschuldig. Der Mann wird umgebracht, durch das Abstimmungsergebnis. Der Maskierte kündigt noch mehr „Liveverhandlungen“ an. Corrigan muss diesen Fall schnell lösen, denn der Killer wird immer populärer und erhält sogar Unterstützung von der Presse, und auch seine Vorgesetzten sitzen Ihm im Nacken, da dieser Fall zu öffentlich behandelt wird. Die Lösung ist nicht so leicht zu greifen, der Killer ist kein „einfacher“ Psychopath, er ist schlau und handelt vorausschauend und irreführend. Er ist der Sondereinheit immer einen Schritt voraus und das ist das gefährliche, denn er könnte alles zusammenbrechen lassen in der Gesellschaft.

Das Buch ist anfangs spannend, lässt aber schnell nach. Diese fehlende Spannung und diverse Umstände machen es schwer, sich in das Buch einzufinden und sich mitreißen zu lassen. In der Geschichte spielen etliche Charaktere mit, wo es durch die ähnlichen Namen schwer fällt sie zu unterscheiden. Dazu kommt, dass eigentlich jede dieser Personen auch mal seine Sicht erzählt. Ich bin kein Fan von so großen Perspektivenwechseln. Die Auszüge von den Personen sind manchmal stark, aber überwiegend schwach, die stärkste ist eindeutig die aus der Sicht des Killers oder seines „Komplizen bzw. Unterstützers“ , da dort wirklich Spannung aufgebaut wird. Diese bisher genannten Umstände lassen die Geschichte stumpfer wirken und das Spannungspotenzial wird nicht ausgeschöpft.

Der Hauptcharakter Sean Corrigan war  mir permanent unsympathisch und ich konnte mich nicht mit ihm identifizieren. So ging es mir  auch bei den anderen Charakteren , dadurch fehlte sozusagen der Anker, der mich an das Buch gefesselt hätte. Wo es Corrigan an Persönlichkeit mangelte hatte der Killer viele Facetten. The Jackdaw (Killer) ist ein verzwickter Charakter, er plant und führt seine Ideen intelligent aus, aber im nächsten Moment ist er „irre“ und handelt irrational.  Er hat es gut geschafft die Polizei in die Irre zu führen, aber mich konnte er nicht komplett verwirren.

Die Auflösung des Falls brachte zu wenig Überraschung. Zuerst schwoll die Spannung schnell zum Ende hin an, aber die Bombe platzte vorab und das war nicht das, was ich erhofft hatte. Es ging am Ende alles zu schnell, denn den größten Teil des Buches hatte ich das Gefühl, dass die Ermittlungen nicht voran gehen und die Menschen, die verdächtigt wurden, waren zu offensichtlich unschuldig.

Zusammengefasst hat mich das Buch enttäuscht, denn das Potential der Geschichte wurde leider nicht ausgeschöpft.

Lena Weingarten, 19 Jahre


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