Wächter der Meere, Hüter des Lichts

Coverfoto Wächter der Meere, Hüter des Lichts
Copyright: Ueberreuter

von Oliver Schlick
Ueberreuter 2017
gebunden, 396 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-7641-7073-8
17,95 Euro

Ich fahre mit dem rechten Zeigefinger vorsichtig über das Muttermal. Plötzlich höre ich ein Flüstern in den Ohren: „Und du wirst Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst ihm vorangehen und ihm den Weg bereiten. Durch die barmherzige Liebe wird uns erscheinen das Licht aus der Höhe, zu leuchten allen, die in Finsternis liegen.”

Eines Tages hört Rebecca Quist plötzlich Stimmen in ihrem Kopf. In den nächsten Tagen passieren weitere komische Dinge: Sie kann Musik sehen. Blaue, gelbe und rote Farben mischen sich und gestalten sich zu einem großen Feuerwerk der Musik. Nach einem ziemlich realistischen Albtraum fällt sie in Ohnmacht und ihre Adoptiveltern werden misstrauisch. Rebecca erzählt ihnen alles von Anfang an.

Sie wird in die Psychiatrie geschleppt und merkt dort, dass ihr Psychologe und ihre Eltern in Wahrheit böse Menschen sind. Im letzten Moment wird sie gerettet. Die Leute, die sie gerettet haben, nennen sich „die Wächter“. Einst waren sie Leuchtturmwächter. Doch vor zehn Jahren zerstörten die „schwarzen Passagiere“, (das sind Menschen unter dem Einfluss von bösen Geistern) alle Leuchttürme — außer dem schwarzen Turm, in dem nie ein Licht brannte. In dieser Nacht zerstörten sie auch die Nadel, den Hauptleuchtturm, und damit die Geburtsstunde des „weißen Passagiers“, dem einzig guten.

Damals hatte jemand die Gruppe verraten und dieser Jemand ist immer noch unter ihnen. Rebecca weiß nicht, wem sie vertrauen kann. Zusammen mit den Wächtern sucht sie die Vier Asyle, in denen sich jeweils ein Teil des Weißen befindet, und den Fünften, denjenigen, der die Verbindung zwischen dem Weißen und der Menschenwelt sein soll. Rebecca findet ihre Bestimmung…

Ich weiß nicht nur, wer der Fünfte ist. Ich weiß auch, wer uns verraten hat!”

 Am Anfang kam ich nicht so richtig hinein ins Buch, denn bis die Wächter erklärten, wer sie sind und was ihre Bestimmung ist, weiß man eigentlich gar nichts und ist so ahnungslos wie Rebecca. Dadurch fühlt man aber genau, was Rebecca fühlt: Verwirrung, Schmerz und Freundschaft. Nach der Erklärung der Wächter nimmt die Geschichte aber Fahrt auf. Die Spannung steigt im hohen Bogen, wie die Deutschlehrer immer sagen, und sinkt langsam wieder im Epilog.Ich fand es eine interessante Idee, über Leuchtturmwächter zu schreiben, doch ist man einmal in der Geschichte drin, merkt man, dass es gar nicht so kurios ist. Der Autor beschreibt die Personen immer mit einem ganz bestimmten Gedanken im Hinterkopf, der sich erst später erklärt. Außerdem gefällt mir der Schreibstil. Oliver Schlick kann exzellent die mündliche Rede darbieten. Insgesamt ein, ab der Erklärung der Wächter, packendes Buch.

Sophie Heuschkel, 12 Jahre

 

 

 

 

 


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