Animant Crumbs Staubchronik

Coverfoto Animant Crumbs Staubchronik
Copyright: Drachenmond

von Lin Rina
Drachenmond Verlag, 2017
Taschenbuch, 550 Seiten
ab 13 Jahren
ISBN: 9783959913911
16,90 Euro

Animant Crumb lebt gegen Ende des 19. Jahrhunderts in England auf dem Land. Ihre Mutter versucht verzweifelt, sie mit einer guten Partie zu verheiraten und ärgert sich darüber, dass Ani die jungen Männer ständig vergrault. Denn Ani interessieren nur ihre Bücher und die meisten Männer vom Land sind nur halb so gebildet wie sie. Außerdem genügt es ihr vollkommen, in ihrem Lesesessel auf dem Dachboden umgeben von Büchern zu lesen.

Bälle, Soireen und hübsche Kleider sind überhaupt nicht ihr Ding. Als ihr Onkel aus London zu Besuch kommt, bringt er endlich frischen Wind in ihr Leben. Denn er schlägt vor, dass sie für einen Monat als Bibliotheksassistentin arbeiten kann. Und plötzlich hat Animant mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Denn es ist ein großer Skandal als Frau aus ihrer Schicht zu arbeiten und dann auch noch in einer Bibliothek, die nur Männer betreten dürfen. Außerdem ist ihr Vorgesetzter, der Bibliothekar Mr. Reed, ganz und gar ungehobelt und unausstehlich. Na, wenn das mal gut geht…

Meine Meinung:

Dieses Buch ist eines der Bücher, die ich nur aufgrund des Covers ausgewählt habe. Das Cover hat mich als Büchernärrin sofort angesprochen. Es wirkte irgendwie magisch. Beim Lesen musste ich dann schnell feststellen, dass es überhaupt nichts Magisches oder Übernatürliches beinhaltet. Dafür enthält dieses Buch eine zauberhafte Liebesgeschichte aus dem späten 19. Jahrhundert.

Mir hat diese Liebesgeschichte aus mehreren Gründen gefallen. Zunächst spielt sie in einer Zeit, in der in London der Fortschritt an die Tür klopft und es dennoch viele alte Traditionen gibt. Deswegen ist es besonders aufregend, die Welt aus den Augen der Protagonistin zu sehen. Sie lebt nämlich genau zwischen Fortschritt und Tradition. Der Charme dieser Zeit hat mir sehr gefallen.

Dazu kommt, dass die Liebesgeschichte sehr romantisch ist. Aber nicht kitschig romantisch, sondern genau so, wie man sich die Romantik des 19. Jahrhunderts vorstellt. Und das ist das besondere an diesem Buch: Ich würde sagen, die Liebesgeschichte steht nicht so sehr in einem kitschigen Fokus. Obwohl das Ende schon echt kitschig und klischeehaft ist, aber genau das braucht das Buch. Vielmehr steht die starke Protagonistin, ihre Gedanken- und Gefühlswelt im Mittelpunkt. Sie macht eine schöne Charakterentwicklung durch, weil sie immer wieder mit den Problemen ihrer Zeit konfrontiert wird und sich selbst reflektiert. Das fand ich echt stark und das hat mir an diesem Buch am besten gefallen.

Carolin Wallraven, 20 Jahre

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