Blackwood – Briefe an mich

Coverfoto Blackwood- Briefe an mich
Copyright: Fischer

von Britta Sabbag
gebunden, 445 Seiten
FischerJB, 2019
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8414-4013-6
18,99 Euro

Gesine, kurz Ge, hat ihr gesamtes Leben perfekt durchgeplant. Sie ist eine vorbildliche Schülerin und tanzt zusätzlich außerordentlich gut Ballett. Doch dann stirbt ihre Mutter bei einem Autounfall und Ge landet in dem irischen Hundertseelendorf Blackwood, in dem ihre Mutter groß geworden ist.

Sie wird vor allem von ihrer Tante Wanda und deren Freundin Mimi sehr herzlich aufgenommen, doch Ge ist nun mal das Leben in Wien gewohnt und scheint hier auf dem Land überall anzuecken. Alles was sie tut, scheint in irgendeiner Weise falsch zu sein und mit dem irischen Aberglauben kommt sie schon gar nicht klar. Bei einem Fluchtversuch mitten in der Nacht, der natürlich scheitert, lernt sie Arian kennen, der auch auf ihre neue Schule geht. Arian und sie kommen sich mit der Zeit näher und sind auch in derselben Theatergruppe, aber Arian ist leider mit der äußerst zickigen Lilian zusammen, die gar nichts davon hält, dass er so viel mit Ge unternimmt.

Außerdem vermisst Ge ihre Mutter furchtbar und fühlt sich in Blackwood völlig verloren. Sie ist wahnsinnig verzweifelt und beschließt, als sie in dem wunderschönen Schreibtisch in ihrem Zimmer eine Feder und Briefpapier findet einen Brief an sich selbst zu schreiben um ihre Gefühle zu verarbeiten. Wiedererwarten erhält sie am nächsten Tag tatsächlich eine Antwort. Von ihrem zukünftigen Ich. Was hat es mit dem Brief auf sich? Antwortet ihr da wirklich ihr Ich aus der Zukunft oder erlaubt sich jemand einen fiesen Streich? Wird sie auf ewig die Fremde in Blackwood bleiben oder sich doch noch einleben? Und wie wird sich die Sache mit Arian entwickeln?

Ges Geschichte zeigt ziemlich drastisch, dass nicht immer alles so kommt, wie man es geplant hat. Ge hatte ihr Leben in Wien perfekt strukturiert und bildete mit ihrer Mutter ein unschlagbares Team. Doch dann erlebt sie diesen furchtbaren Schicksalsschlag und findet sich auf einmal in einer Welt wieder, in der sie nicht weiß, was richtig und was falsch ist. Ihre Tante redet mit den Kobolden in ihren Gartenschuhen und hat ihre ganz eigene Vorstellung der Realität, zu der Gesine einfach keinen Zugang findet.

Ge weiß nicht wie sie sich verhalten soll und tritt in ein Fettnäpfchen nach dem Anderen. Als sie Arian kennen lernt, stellt dieser eine Art Lichtblick für sie da, der jedoch dank Lilian ganz schnell wieder erlischt. Aber Ge gibt nicht auf. An einigen Stellen der Geschichte wirkt sie zwar sehr schwach und jammerig, aber es wird schnell klar, dass sie eine Kämpferin ist. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig bei Schicksalsschlägen das richtige Maß zwischen Jammern und Kämpfen zu finden. Natürlich ist Gesines Situation furchtbar. Sie hat ihre Mutter verloren und ich will mir gar nicht vorstellen, welchen Schmerz dieser Verlust bedeutet.

Gerade zu Beginn der Geschichte kann sie sich gar nicht einleben und verschließt sich eher vor dem Leben in Blackwood, aber nach und nach beginnt sie zu kämpfen um ihren Platz in diesem neuen Leben zu finden. Dadurch vermittelt ihre Geschichte die wundervolle Botschaft, dass man niemals aufgeben darf, sondern sich auf neue Situationen einstellen sollte, um das Beste aus ihnen heraus zu holen. Als dann auch noch die Brief und einige Geheimnisse im Dorf dazu kommen, wird es außerdem noch richtig spannend, wodurch man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen würde.

Ann-Kathrin Opiolka, 17 Jahre

 

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