Coldtown- Stadt der Unsterblichen

Coverfoto Coldtown
Copyright: randomhouse

von Holly Black
aus dem Englischen von Anne Brauner
Cbj, 2020
gebunden, 475 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-570-16266-8
18,00 Euro

Coldtown ist gefährlich.

Ein goldener Käfig für die Verdammten und alle, die sich mit ihnen zu Tode feiern …

Als Tana eines Tages nach einer Party aufwacht, findet sie sich in einem Haus voller Leichen wieder. Vampire haben ihre Freunde kaltblütig abgeschlachtet, und das, obwohl diese sich normalerweise  nur in den Coldtowns, den Quarantäne-Städten, aufhalten sollten.

Tanas Ex-Freund Aidan ist außer ihr der einzige, der die Party überlebt hat, doch er hat sich mit dem Vampir-Virus angesteckt und wird nun von einem starken Blutdurst geleitet.

Zusammen mit dem geheimnisvollen Gavriel machen sich die beiden auf den Weg zur nächsten Coldtown, um sich und alle anderen zu retten …

Mich hat das Buch sofort interessiert, da ich sowohl Holly Blacks Schreibstil, als auch Vampirgeschichten sehr gerne lese.

Ich fand die Idee von Vampiren, die sich freiwillig in staatlich angesiedelten Quarantäne-Städte begeben, um dort abseits des normalen Lebens zu leben, sehr interessant. Es war mal etwas anderes, als die typischen Vampir-Romanzen. Der Vampirismus wird als Krankheit dargestellt, gegen die man kaum etwas ansetzen kann, doch die Menschen werden von den Infizierten ferngehalten und der Staat verdient zudem wirtschaftlich an dem Konstrukt.

Auch fand ich den Verlauf der Geschichte sehr gelungen, obwohl ich es unlogisch fand, dass sich Tana direkt in eine Coldtown begeben hat, anstatt noch einen Tag länger zu warten und zu überprüfen, ob sie nun auch infiziert ist oder nicht.

Die Charaktere haben mir alle gut gefallen. Vor allem Gavriel und seine Geschichte fand ich sehr interessant und hätte mir noch mehr Details über sein Leben gewünscht.

Anfangs wurden für mich allerdings zu wenige Gefühle übermittelt, was meiner Meinung nach nicht zu den Geschehnissen in der Geschichte gepasst hat (was teilweise an der Er-/Sie-Perspektive gelegen hat, die es schwerer machte, sich mit Tana zu identifizieren), doch schlussendlich hat sich dieser „Mangel“ aufgelöst und man konnte bei den Ereignissen gut mitfiebern.

Das Ende ist offen und man weiß nicht, ob Tana doch noch zu einem Vampir wird oder sich heilen kann. Das finde ich sehr gelungen, da man so neugierig bleibt und länger über die Geschichte nachdenkt, doch gleichzeitig ärgert es mich, nicht sicher zu wissen, wie es ausgeht.

Alles in allem hat mir die Geschichte gut gefallen, ich hätte mir jedoch an einzelnen Stellen mehr Tiefe gewünscht, um die Charaktere besser kennenzulernen und sich mit ihnen besser identifizieren zu können. Die Idee, Vampire mal anders darzustellen fand ich allerdings super!

 

Mara Frohreich, 17 Jahre

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