Das dunkle Flüstern der Schneeflocken

Coverfoto Das dunkle Flüstern der Schneeflocken
Copyright: Loewe

von Sif Sigmarsdóttir
aus dem Englischen von Ulrich Thiele
Loewe, 2020
broschiert, 429 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-7432-0721-9
14,95 Euro

 

Island – schneebedeckt, düster, tödlich …

Hannah muss nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Vater nach Island ziehen, was ihr überhaupt nicht
gefällt. Doch das Praktikum bei der dortigen Tageszeitung fesselt sie mehr als sie zuvor gedacht hatte. Sie lernt die erfolgreiche Influencerin Imogen Collins kennen, die schon bald unter Mordverdacht steht. Alle Indizien sprechen für ihre Schuld, doch Hannah zweifelt. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln …

Mich hat das Thema sofort angesprochen. Die Idee einen Mordfall mit Social Media-Erfolg zu verbinden, fand ich sehr interessant. Zudem gefiel mir die Vorstellung, dass die Geschichte hauptsächlich in Island spielt, was eher selten in den Büchern, die ich lese, der Fall ist. Ich fand es spannend, etwas über das kleine Land im Norden zu erfahren. Die Geschichte ist unvorhersehbar und hat viele Twists, mit denen man nicht rechnet, wodurch man unentwegt miträtselt, aber schlussendlich erst zusammen mit den Charakteren auf die Lösung des Mordfalls stößt.

Zudem ist der Schreibstil sehr flüssig, weshalb man das Buch schnell lesen kann und so schnell in die Geschichte reinkommt. Dadurch, dass die Kapitel abwechselnd aus Hannahs und Imogens Sichterzählt werden, lernt man beide persönlich gut kennen und hat verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen.

Allerdings haben mir beide (vor allem zu Anfang) überhaupt nicht gefallen. Sie wirken beide ziemlich schroff und unsympathisch, was es anfangs schwer gemacht hat, ihre Handlungen und Gedanken nachzuvollziehen. Man gewöhnt sich jedoch nach und nach daran und sie werden mit jedem Kapitel netter.

Die Nebencharaktere (vor allem Kjarri und Orri) mochte ich im Gegensatz dazu sehr. Ich fand sie super sympathisch und habe mich immer gefreut, wenn sie auftauchten.

Was ich allerdings etwas unrealistisch fand, waren die Instagram-Beiträge, die vor jedem Kapitel beschrieben werden. Zum einen war die Like-Anzahl bei Imogen ziemlich unrealistisch (wenn man über 1 Millionen Follower hat, bekommt man nicht bloß 350 Likes auf einem Beitrag, egal ob man gerade an Aufmerksamkeit verliert), zum anderen die Bildunterschriften und Bilder selbst: vor allem Influencer wie Imogen eine sein soll, posten/nutzen für gewöhnlich eher andere Beiträge.

Schlussendlich ist das Ende offen und man kann selbst überlegen, was passiert, was mir gut gefallen hat und meine Neugier aufrechtgehalten hat.

Alles in allem mochte ich das Buch und werde wahrscheinlich auch zukünftige Thriller der Autorin lesen.

Mara Frohreich, 18 Jahre

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