Dem Ozean so nah

Coverfoto Dem Ozean so nah
Copyright: rowohlt

von Jessica Koch
Rowohlt, 2016
Taschenbuch, 368 Seiten
ab 16 Jahren
ISBN 978-3499290886
10,00 Euro

 

Eine Geschichte über die alles überwiegende Kraft der Freundschaft.

Danny und Christina könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch teilen sie dasselbe Schicksal. Nachdem sie ihre Kindheit, die keine Kindheit für sie war, hinter sich gelassen haben, ist Danny erfolgreich und unabhängig, Christina lebt jedoch auf der Straße und nimmt Drogen, um sich besser zu fühlen.

Doch die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft und Danny versucht alles, um Christina die guten Seiten des Lebens zu zeigen und sie von der Straße zu bekommen.

Kann ihre Freundschaft die beiden von ihrer sie einholenden Vergangenheit schützen? Und wo genau liegt eigentlich die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe?

Wie schon die ersten beiden Bände der „Danny-Trilogie“, hat mir „Dem Ozean so nah“ sehr gefallen. Jessica Koch versteht, es wahre Ereignisse sehr authentisch und nachvollziehbar für den Leser wiederzugeben. Man fiebert mit den Charakteren mit und spürt, wie sich deren Gefühle und Gedanken an die Vergangenheit auf ihr weiteres Leben auswirken.

Christina und Danny sind vollkommen unterschiedlich und doch irgendwie gleich. Man lernt zwei Seiten der Trauma-Bewältigung kennen und was es bedeutet, wirklich alles für den jeweils anderen zu machen. Die beiden haben eine einzigartige Beziehung, die man als Außenstehender wahrscheinlich nie ganz verstehen kann und wird, aber die Autorin gibt sehr gute Eindrücke und man freut sich für die beiden, dass sie sich haben.

Von Dannys Schicksal erfährt man bereits ausführlich im zweiten Band der Trilogie, von dem, was Christina zugestoßen ist, weiß man allerdings eher weniger. In „Dem Ozean so nah“ bekommt man jedoch einige genauere Einblicke in ihr Leben und was ihr alles wiederfahren ist. Es ist schrecklich zu lesen, doch man freut sich dadurch umso mehr, dass Christina Danny gefunden und nun die Chance auf ein normales und schönes Leben hat.

Beim Lesen muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass die Geschichte, die man gerade liest, die Lebensgeschichte realer Menschen ist, wodurch das Buch noch heftiger wird. Man lernt viel darüber, was solche Traumata für Auswirkungen auch auf die Zukunft der Opfer haben. Auch zeigt Jessica Koch wie schwierig es ist von Drogen loszukommen, wenn sie einst dein Leben bestimmt haben.

Die Autorin hat es geschafft, alle wahren Begebenheiten so niederzuschreiben, dass es trotz der schrecklichen Ereignisse Spaß macht das Buch zu lesen. Manche Aspekte weiß man bereits aus den ersten Bänden, trotzdem ist es nie langweilig, die Geschichte erneut zu lesen. Man sympathisiert stark mit den Charakteren, obwohl auch sie Fehler haben(oder vielleicht genau deswegen?). Zu sagen, dass man sich in sie hineinversetzen kann, wäre gewagt und unpassend, da vermutlich die wenigsten Leser ein ähnliches Schicksal wie Danny und Christina haben, trotzdem versucht man sie zu verstehen und kann ihre Gedanken größtenteils nachvollziehen.

Die „Danny-Trilogie“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsreihen, da sie wichtige Themen behandelt und irgendwie besonders ist. Es gibt kaum Bücher, die mir so nahe gehen, wie diese.

Mara Frohreich, 17 Jahre

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