Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge -Ein Roman über die Kinder von Theresienstadt

Coverfoto: Im Ghetto gibt  es keine Schmetterlinge
Copyright: randomhouse

von Matteo Corradini
aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
cbj, 2017
Taschenbuch, 284 Seiten
ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-570-40355-6
8,99 Euro

Ein Urlaubsort nur für Juden? Damit versuchen die Nazis erfolgreich einige Juden nach Theresienstadt zu locken. Doch dort angekommen wird allen schnell klar, dass Theresienstadt einiges ist, aber kein Urlaubsort. Unter all den ankommenden Menschen befinden sich auch viele Kinder. Einige von ihnen schließen sich zusammen, um mit einer Zeitschrift namens Vedem ihren Widerstand auszudrücken. Eine Zeitschrift, die sie alle umbringen könnte, sollte sie von einem Nazi entdeckt werden. Die Zeitschrift hat verschiedene Bereiche und die Kinder berichten hauptsächlich über das Lager und aktuelle Ereignisse. Außerdem fügen sie Gedichte, Geschichten, Zeichnungen etc. von sich selbst aber auch von Mitgefangenen hinzu.

Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit und der Autor hat versucht, möglichst realitätsnah über alles Geschehene  zu schreiben sowie die Personen so originalgetreu wie möglich darzustellen. Ich persönlich finde, dass diese Realitätsnähe das Buch ausmacht und man sich so viel besser mit allen Personen und insbesondere der Hauptperson identifizieren kann.  Der Autor hat meiner Meinung nach einen schönen Schreibstil. Man kann sich gut in die Geschichte einfühlen und erlebt sie sozusagen mit den Personen zusammen. Zudem regt das Buch zum Nachdenken an, da man sehr viel über das alltägliche Leben der Menschen in Theresienstadt erfährt.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Autor mehr in die Tiefe gegangen wäre. Ohne diese Tiefe wirken die Kinder leider etwas zu gefühlskalt und deshalb auch teilweise ein bisschen unglaubwürdig. Zudem reißt das Buch den Leser nicht wirklich in seinen Bann, da es keinen wirklichen Handlungsstrang hat. Man ist von Anfang an mitten im Geschehen und der Spannungshöhepunkt befindet sich direkt am Ende, welches irgendwie vorhersehbar und überraschend zugleich ist. Das Buch ist weder besonders spannend, noch extrem langweilig. Dies liegt vor allem daran, dass der Autor über ein Thema, welches man eigentlich nur in Geschichtsbüchern findet, geschrieben hat.

Schlussendlich kann man sagen, dass es ein gutes Buch ist, wenn man sich für das Thema interessiert, ansonsten verliert man allerdings schnell die Lust zum Weiterlesen.

Saskia Kathagen, 16 Jahre

 


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