Keiner zwischen uns

Coverfoto Keiner zwischen uns
Copyright: ueberreuter

von Carolin Hristev
ueberreuter, 2021
gebunden, 220 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-7641-7120-9
14,95 Euro

Nelson und Hamza sind „Brüder“ seit der fünften Klasse. Die besten Freunde sind durch dick und dünn gegangen und werden von allen respektiert. Doch dann kommen Neue in die Klasse. Darunter auch Marie, die Nelson direkt zu mögen scheint. Er verliebt sich einfach auf den ersten Blick in dieses Mädchen.

Auf der Klassenfahrt, die ansteht, will er unbedingt mit Marie zusammen kommen, denn dann wäre sein Leben perfekter, als er es sich hätte vorstellen können. Doch eines Nachts sieht er ausgerechnet Hamza, seinen „Bruder“, eng umschlungen mit ihr. Nun steht ihre Freundschaft auf dem Spiel, doch nicht nur das. Denn Hamza hat ein Geheimnis, das sein Leben auf den Kopf stellen würde.

Für mich war die Geschichte grundlegend okay, obwohl ich einiges anzumerken habe:

Ich finde, es wurden viel zu viele Schimpfwörter genutzt. Die Autorin wollte ihre ganze Geschichte in Jugendsprache schreiben, doch ich finde das ein wenig übertrieben. Man kann auch einfach normale Dialoge schreiben, die nicht in jedem Satz ein „Digga“ haben. Das ist nicht unbedingt ein Schimpfwort, doch auch kein Wort, das Jugendliche momentan hinter oder in jedem Satz benutzen. Ich finde, somit bedient man eher ein Vorurteil.

Generell werden viele urteilende Bilder geschaffen. Jedes Klassenmitglied entspricht einer klassischen Rolle, und ich muss sagen, dass das in der Realität nicht so sehr der Fall ist. Klar gibt es vor allem unter den Jungs schon mal Machtkriege, wie auch in dieser Geschichte, doch irgendwie finde ich es fast traurig zu sehen, dass so ein Verhalten als normal dargestellt wird, statt wünschenswerte Alternativen anzubieten. Die Sprachwahl und das Bedienen der Vorurteile finde ich somit nicht so gut.

Auch das Geheimnis von Hamza, welches ich hier nicht spoilern will, wird nicht so aufgenommen, wie es sein sollte und ich finde, das ist einfach ein schlechtes Beispiel. Klar, ist das Leben in echt nicht immer ein Ponyhof, aber ich finde, die Medien sollten ein positives Vorbild bieten.

Wie bei (fast) allen Büchern kommt es zwar am Ende zu einem Happy End, aber ich kann die Taten der Protagonisten bis dahin nicht wirklich nachvollziehen. Manche Aktionen sind für mich fragwürdig und das hat mich ein wenig gestört. Dass am Ende dann alles gut ausgegangen ist und alle glücklich waren, war vorhersehbar.

Insgesamt fand ich das Buch daher eher nicht so gut.

Sophie Heuschkel, 15 Jahre

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