Meine Mutter, der Indianer und ich

Coverfoto Meine Mutter, der Indianer und ich
Copyright: Traumfänger

von Kerstin Groeper
Traumfänger Verlag, 2019
Taschenbuch, 219 Seiten
ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-941485-68-6
9,90Euro

„Ach!“, flötete seine Mutter. „Und die Verweise hast du für umwerfenden Umgang mit deinen Mitschülern bekommen – oder was?“

Felix ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Seine Mutter ist mit ihm in ein bayrisches Dorf gezogen und er soll die Hauptschule besuchen. Hauptschule… nur weil er nach ein paar Schlägereien vom Gymnasium geflogen ist. Wenigstens mit den Jugendlichen aus dem Ort versteht Felix sich gut.

Doch dann stellt seine Mutter ihm ihren Freund vor. Ray. Ein Indianer, ausgerechnet. Und das, wo in der Schule ausländerfeindliche Parolen fallen und Felix unbedingt dazugehören möchte.

Felix nahm sich die Kritik zu Herzen und beschloss, es Ray schwerer zu machen. Fortan provozierte er den Indianer bei jeder Gelegenheit, schwang ein imaginäres Lasso oder imitierte das Huhuhu eines Kriegsgeschreis, um ihn zu ärgern.

Dieses Buch ist aus der Sicht von Felix geschrieben. Gemeinsam mit ihm gehst du den Weg eines belasteten Neuanfangs. Auch wenn Felix eine Chance bekommen sollte, wird er nach dem „früher“ bewertet und muss sich einer für ihn fremden Welt mit anderen Regeln anpassen. Irgendwann wird es ihm alles zu viel und sein Frust personifiziert sich in Ray.

Besonders schön finde ich, dass du Felix Gedanken und Gefühle sehr dicht miterlebst. Felix ermöglicht dir einen Blick in seine Welt, die du sofort verstehst.

Das einzige, was mir an diesem Buch weniger gefällt, ist, dass die Lösung eines Problems als einfach und unproblematisch dargestellt wird – in der Realität löst sich Rechtspopulismus nicht durch Freundlichkeit auf!

Ich empfehle dir dieses Buch, wenn du Freundschaftsgeschichten magst. Auch wenn du dich für Indianer interessierst, ist dieses Buch etwas für dich.

Katrin Berszuck, 17 Jahre

 

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