Ihr mich auch

Coverfoto Ihr mich auch
Copyright: Südpol Verlag

von Pia Herzog
Südpol Verlag, 2019
gebunden, 200 Seiten
ab 11 Jahren
ISBN 978-3-9430-8693-5
14,90 Euro

 

„Hübsch war sie nicht, diese Viola. Und wohlerzogen auch nicht. Denn als ich sie losließ, hatte sie nichts Besseres zu tun, als mir ins Gesicht zu spucken. […] Bevor ich wusste, was ich tat, hatte ich ihr eine geklebt.“

Lu hat eigentlich keine Freunde. Rhys ist ihr einziger, doch er ist imaginär. Als ihre Mutter auch noch den gut bezahlten Job als „Babysitterin“ von Viola, die bei einem Unfall ihre Mutter, einen Arm und ein Auge verloren hat, annimmt, wird Lu sauer. Doch es wird noch schlimmer: Lu muss mit ihnen zusammen auf Mallorca Urlaub machen.

Auch in der Schule gibt es Stress. Ein nerviger Junge ärgert sie –ohne ersichtlichen Grund. Wenigstens kann sie sich beim Boxtraining abreagieren, oder?

Lu ist eine Rebellin. Sie hat nichts Mädchenhaftes an sich und trotzdem färbt sie sich die Haare pink. Sie steckt mitten in der Pubertät und ist vollgepumpt mit Aggressionen und Wutanfällen, weshalb sie regelmäßig zum Boxtraining geht.

Viola ist für Lu ein richtiges Biest, doch das beruht auf Gegenseitigkeit. Für Viola war der Unfall ein schwer wiegender Verlust und sie versucht, sich wieder in ihrem Leben zurecht zu finden.

Auffällig ist, dass das Buch aus zwei Teilen besteht: Zum einen geht es um die Entwicklung der Beziehung von Viola und Lu, zum andern  um die Beziehung zwischen Lu und diesem furchtbar nervigen Jungen aus ihrer Schule. Letzteres ist jedoch der kürzere Teil.

Das Cover und der Titel haben mich auf Anhieb angesprochen. Sie zeigen das Rebellische an Lu.

Das Buch selbst hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Es ist aus der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch kommt es einem vor, als ob Lu ihre Geschichte selbst erzählt.

Der Schreibstil ist ebenfalls super. Das Buch ist fesselnd erzählt und auch sehr gut lesbar. Hier finde ich die lockere Art klasse.

Besonders hat mich die Geschichte an sich überzeugt. Ich lese vor allem Bücher aus anderen Genres, doch diese Freundschaftsgeschichte hat mich umgeworfen.

Obwohl Lu und Viola so unterschiedlich sind, finden sie zu einander. Rhys ist auch toll. Er ist verrückt und bringt Lu dazu, über Dinge nachzudenken und ergänzt ihre Ideen. Leider hat mich Rhys am Anfang, weil er imaginär ist, etwas verwirrt. Doch das ist nebensächlich und hat nichts an dem Buch verschlechtert. Es gab auch immer wieder Stellen, wo man einfach schmunzeln musste. Für mich hat das viel zum Lesevergnügen beigetragen.

Man kann das Buch aber  auch noch aus einem anderen Aspekt betrachten: die Entwicklung eines Mädchens  in der Pubertät.

Lu ist sehr rebellisch und stemmt sich gegen ihre Mutter. Man kann ihre Handlungen nachvollziehen und erlebt, wie sie mit ihren Aggressionen umgeht. Es ist interessant vor allem, wenn man selbst in dieser Phase steckt. Dann kann man sich mit Lu noch mehr identifizieren.

Insgesamt ist das Buch super toll und empfehlenswert – egal für welches Alter.

Katharin Lerner, 15 Jahre

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