Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz

Coverfoto Wenn die Nebel flüstern
Copyright: Arena

von Kathrin Lange,
gebunden, 469 Seiten
Arena, 2020
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-401-60524-1
18,00 Euro

Die Schwestern Jessa und Alice teilen sich eine Seele. Davon war zumindest Alice immer überzeugt. Aber Alice ist vor fünf Jahren im Moor verschollen und ließ ihre Schwester im Kinderheim alleine zurück.

Als per Zufall ein altes Buch ihrer Schwester auftaucht, beginnt Jessa von Alice zu träumen. Sie „sieht“ ein altes Herrenhaus und  hat das starke Gefühl, dass Alice dort ist, dass sie ihre Hilfe braucht. Nach einiger Recherche macht sie sich kurzerhand auf den Weg nach Yorkshire in das Dorf Haworth. Dort gibt es tatsächlich ein Haus, das aussieht wie das in ihrem Traum, nur dass es sich um eine Ruine handelt. Um das Haus herum befindet sich eben jenes Moor, in dem Alice damals verschwand.

Das alles ist ja schon fast gruselig genug, aber dann tauchen die Brüder Christopher und Adrian auf. Die beiden wollen Jessa offensichtlich nicht da haben, aber irgendwas zieht Jessa doch immer wieder zu der Ruine. Ohne es zu wissen, läuft sie grade hinein in einen alten Fluch, der auf dem Anwesen und den beiden Brüdern liegt. Ein uralter Fluch, der die beiden an die Ewigkeit bindet und sie immer wieder aufs Neue ins Unglück stürzt.

„Von nun an wird Liebe für euch Hass gebären. Aneinander sollt ihr euch zugrunde richten.“, heißt es in dem Fluch und auch Alice scheint ihm zum Opfer gefallen sein. Für Jessa ist klar, dass sie versuchen muss, den Fluch zu brechen und Adrian und Christopher zu retten. Vielleicht besteht dann ja auch noch eine Chance für Alice…

Dieses Buch ist wirklich unglaublich spannend. Alleine das Setting mit dem alten Herrenhaus im Nebel ist ja schon ziemlich gruselig und die Sache mit dem Fluch setzt dann noch mal eine Schippe drauf. Man bekommt nämlich als Leser genauso wie Jessa selber die Informationen nur häppchenweise. Zunächst ist da einfach nur Christopher, der sie vom Grundstück jagt und sie ganz offensichtlich nicht da haben will. Als sie jedoch nicht aufgibt, taucht irgendwann auch Adrian auf, der sein Gesicht unter einer Kapuze versteckt, da er offenbar so schrecklich entstellt ist, dass niemand sein Gesicht sehen darf. Dann ist da noch die Familie, die sich offenbar um Adrian und Christopher kümmert und Jessa dann endlich Stück für Stück Antworten gibt, als klar wird, dass der Fluch sie schon lange im Griff hat.

Zuerst sieht es so aus, als würde der Fluch vor allem Adrian treffen und als müssen sie ihn retten. Doch Jessa merkt irgendwann immer stärker, dass Christopher mindestens genauso sehr leidet wie sein Bruder. Doch wie soll sie den Fluch dann brechen? Diese ganze Geschichte mit dem Fluch ist dermaßen verwirrend, dass auch Jessa und die anderen Beteiligten eine geraume Zeit lang im Dunkeln tappen.

Ich persönlich fand das aber gar nicht schlimm, sondern unglaublich spannend, da man sich eben die ganze Zeit über fragt, wie der Fluch gebrochen werden kann und warum es dieses Mal anders ist, als die Male davor. Warum sollte grade Jessa den Fluch brechen können? Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt herausfinden wollte, wie es ausgeht. Grade jetzt für die düsteren Jahreszeiten ist die Geschichte wirklich zu empfehlen, wenn man sich mal etwas gruseln möchte.

Ann-Kathrin Opiolka, 19 Jahre

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