Der Rüberbringer oder ein irrer Trip zwischen Leben und Tod

Coverfoto Drr Rüberbringer
Copyright: Beltz & Gelberg

von Tankred Lerch
Taschenbuch, 302 Seiten
Beltz & Gelberg, 2019
ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-407-81239-1
14,95 Euro

Über Reds Kopf schwebt eine dunkle Wolke. Was soll er machen, wenn er mit der Schule fertig ist? Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Unendlich viele Entscheidungen, die er treffen muss. Doch was, wenn er die falschen trifft?

Was, wenn er für den Rest seines Lebens unglücklich sein wird, nur weil er die falsche Entscheidung getroffen hat? In einer Kurzschlussreaktion beschließt er, lieber nie wieder etwas entscheiden zu müssen und schluckt einen Haufen Pillen. So ganz funktioniert sein Plan dann jedoch nicht, da er im Krankenhaus wieder aufwacht. Von nun an hat er Gruppensitzungen und jede Menge Arztgespräche am Hals und muss auch erstmal in der Klinik bleiben.

Zu allem Überfluss taucht jedoch zusätzlich der ziemlich aufdringliche Joe in seinem Zimmer auf, der sich einfach nicht abschütteln lässt und  lauter verrückte Ideen mitbringt. Verrückterweise scheint jedoch nur Red ihn sehen zu können. Wer ist Joe? Und zu welchem Zweck taucht er ausgerechnet jetzt auf?

Reds Geschichte greift das umstrittene Thema Selbstmord auf sehr humorvolle Weise auf, jedoch ohne sich darüber lustig zu machen. Stattdessen versucht es den Lesern auf sehr einfühlsame Weise klar zu machen, dass das Leben ein Geschenk ist. Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass nicht alles beschönigt wird. Natürlich gibt es in jedem Leben schlechte Seiten, die einen prägen.

Ich persönlich denke, dass gerade zur heutigen Zeit viele Jugendliche unter all den Entscheidungen leiden, die sie treffen müssen. Früher haben die Eltern bestimmt, was wann gemacht wird, auf welche Schule man geht und welchen Beruf man ausüben wird. Das war bestimmt nicht optimal und die neue Entscheidungsfreiheit der jungen Menschen ist auf jeden Fall ein Fortschritt, jedoch kann es einen auch ziemlich unter Druck setzen. Einige Entscheidungen betreffen das komplette restliche Leben und ich persönlich kann Reds Angst, die falschen Entscheidungen zu treffen, absolut nachvollziehen. Gerade deswegen hat mir an dem Buch besonders gut gefallen, dass Joe Red vermittelt, dass das Leben auch mal schlechte Entscheidungen zulässt und vor allem auch, dass man nicht immer alles planen kann. Manchmal muss man einfach im „Hier und Jetzt“ leben, machen und genießen. Außerdem wird klar, dass Reds Selbstmord nicht die Lösung sein konnte. Vor Entscheidungen wegzulaufen, nur weil man Angst hat etwas falsch zu machen,  ist im Leben keine Option, da man so viel mit wegwirft und aufgibt, für das es sich eigentlich zu leben lohnt.

Ich denke, dass die Geschichte, gerade durch ihre humorvolle Art, vielen Jugendlichen, die Angst vor großen Entscheidungen haben, helfen kann zu akzeptieren, dass man manchmal einfach den Mut braucht sich zu entscheiden. Und, noch viel wichtiger, dass man nur im ‚Hier und Jetzt‘ leben kann und nicht im ‚Gestern und Morgen.‘

Ann-Kathrin Opiolka, 18 Jahre

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