Erebos 2

Coverfoto Erebos 2
Copyright: Loewe

von Ursula Poznanski
Loewe, 2019
Hardcover, 512 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-7432-0049-4
19,95 Euro

Nach zehn Jahren findet Nick plötzlich ein altbekanntes Icon auf seinem Handy wieder: Erebos ist zurück! Natürlich will Nick nicht wieder in die Fänge des Spieles geraten, doch das Spiel hat dazugelernt. Und so findet er sich schnell in einem Netz von Spielern, Verwirrungen und Aufgaben wieder, dessen Ziel allein Erebos zu kennen scheint.

Ich muss sagen, ich war erst ziemlich skeptisch, bevor ich das Buch begonnen habe, denn ich bin kein großer Fan von Fortsetzungen im Allgemeinen und vor allem, da das Ende des ersten Teiles ja sehr abgeschlossen ist (diejenigen, die das Buch gelesen haben, werden wissen, was ich meine). Ich wusste also nicht, was mich erwarten würde.

Ernüchternde Wahrheit zuerst: Für mich kann das Buch nicht mit seinem Vorgänger mithalten. Das mag jetzt harscher klingen, als ich das meine, denn trotz allem ist Erbos 2 ein wirklich sehr gutes Buch. Es hat alles, was ein typisches Poznanski- Buch ausmacht und es macht unglaublich viel Spaß zu Lesen.

Trotzdem hinterlässt das Ganze bei mir einen etwas faden Nachgeschmack. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass Erebos seit langem mein „Liebling“ unter den Poznanski -Büchern ist. Es hat mich an den Bereich der Thriller herangeführt und damals wirklich fasziniert. Vor allem liegt es bei mir aber, denke ich, an der Auflösung des Buches. Im ersten Teil hat mich das ungewöhnliche Ende sehr überrascht und alles hat irgendwie perfekt zusammengepasst. Im zweiten Teil hingegen schien es mir persönlich ein wenig übertrieben für das ganze Mysterium einen so großen Aufwand zu betreiben, und der eigentliche „Übeltäter“ schien ziemlich unvorhersehbar vorhersehbar (ganz im Sinne von: Es ist immer genau die Person, von der man denkt, sie wäre es nicht). Das ist schade, da die Spannung und Geschwindigkeit des Buches ansonsten wirklich sensationell waren, fast noch besser als in Teil 1.

Damit kämen wir jetzt auch zum schönen Teil: Ich finde die Grundidee von Erebos wurde wirklich bestmöglich in die jetzige Zeit weiterentwickelt. Neue Geräte, Social Media und sogar Memes werden gerade so eingebaut, dass sie für optimalen Nervenkitzel und Spannung sorgen. Auch dass Derek als zweiter Hauptcharakter neu dazu kommt hat mir sehr gut gefallen, denn dadurch hat man noch einmal die unvoreingenommene Sicht auf das Spiel und kann die Faszination der anderen Spieler besser nachvollziehen. Generell sind die Charaktere alle sehr liebenswürdig (vor allem Viktor find ich einfach klasse XD) und passen sehr gut zusammen. Das Lesen hat durch den typischen fesselnden Poznanski- Schreibstil auch super viel Spaß gemacht und die 500 Seiten waren in fast einem Tag einfach so weggelesen.

Vielleicht hätte mir das Buch besser gefallen, wenn es nicht unbedingt unter dem Titel „Erebos 2“ veröffentlicht worden wäre. Ich denke die Ideen, die im Zuge des Spieles eingebracht wurden, hätten auch gut mit einer anderen Geschichte funktioniert. Dann hätte das Buch auch nicht dem direkten Vergleich mit Erebos 1 standhalten müssen, denn das ist wirklich sehr schwierig.

Zusammenfassend: Ist Erebos 2 ein sehr, sehr gutes Buch, was man auf jeden Fall gelesen haben sollte? Klares „ja“. War eine Fortsetzung des ersten Teiles aus meiner Sicht unbedingt notwendig? „Nein“.

Imke Wellesen, 18 Jahre

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