Freischwimmen- Wer die Wahrheit sucht, muss tief tauchen

Coverfoto freischwimmen
Copyright: Hanser

von Adam Baron
aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
Hanser, 2020
gebunden, 224 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN: 978-3446266070
15,00 Euro

 

Cymbeline Iglu ist 9 Jahre alt und ohne seinen Vater aufgewachsen. Eigentlich ist er ein ziemlich beliebter Junge in seiner Klasse, was Sport angeht. Außer im Schwimmen. Cym ist nämlich noch nie geschwommen, und der Tag, an dem er das erste Mal schwimmt -oder besser gesagt versucht zu schwimmen-, wird ihm so schnell nicht aus dem Kopf gehen. Dummerweise lässt er sich ohne zu ahnen, was auf ihn zukommen wird, auf ein Wettschwimmen mit einem Klassenkameraden ein.

Man könnte jetzt denken, dass er nach dem peinlichen Zwischenfall das Mobbingopfer Nummer 1 ist, aber tatsächlich passiert etwas viel Schlimmeres: Seine Mutter ist plötzlich verschwunden, wodurch er von einem auf den anderen Tag zu seinem Onkel und seiner Tante ziehen muss. Obwohl er teilweise mit den neuen Umständen zu kämpfen hat, gewinnt er neue Freunde dazu, mit denen er zusammen versucht ein Familiengeheimnis zu lösen.

Zu allererst möchte ich sagen, dass die Werbung für dieses Buch „Originell, lustig und tiefgründig schreibt Adam Baron über ein Familiengeheimnis, wahre Freunde und die Überwindung von Angst – für Fans von „Wunder“, mich persönlich magisch angezogen hat. Vor allem die Erwähnung des Buches „Wunder“. Ich will die Bücher keinesfalls vergleichen, aber so viel kann ich verraten: Ich bin von „Freischwimmen“ fast so sehr begeistert wie von „Wunder“.

Der Schreibstil ist leicht zu verstehen und vor allem angenehm zu lesen. Das liegt größtenteils daran, dass Cym aus der Ich-Perspektive schreibt und die Leserschaft damit direkt anspricht. Die ersten Sätze des Buches zeigen das ziemlich gut:

„Ihr werdet es nicht glauben. Ich, Cymberline Iglu, bin noch nie geschwommen. Was ihr nicht glauben werdet, ist übrigens das mit dem Schwimmen, nicht wie ich heiße“.

Ich finde diese Art des Schreibens sehr erfrischend und sie sticht definitiv aus der Masse hervor. Cym als Protagonisten finde ich auch sehr sympathisch und es war sehr einfach, sich in ihn und seine Gefühle hineinzuversetzen. Das gilt auch für die anderen Charaktere. Obwohl das Buch viele ernste Themen behandelt und durchaus auch traurig ist, hat es mich oft zum Schmunzeln gebracht. Hier eine kleine Kostprobe:

„Hallo“, sagte ich, als ich später wieder zu Hause war. Am anderen Ende der Leitung war jemand von British Airways. „Ich hätte gerne zwei Tickets nach Australien.“
„Ähm, ja“, sagte der Mann. Vielleicht war er etwas überrascht, weil ich mich so jung anhörte. „Wann möchten Sie gerne reisen?“
„Heute noch, bitte“
„Oh, verstehe. Und in welche Stadt soll es gehen?“
„Welche…?“
„Nach Brisbane, Sydney, Melbourne oder Perth?“
Darüber hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht.

Abschließend kann ich „Freischwimmen“ allen empfehlen, die sich gerne von einer einer berührenden Familien- und Freundschaftsgeschichte verzaubern lassen wollen. Ich bin wirklich sehr begeistert davon!

Was ich noch für erwähnenswert halte, ist, dass eine Art Folgeband  im Sommer 2019 unter dem Titel „You Won’t Believe This“ erschienen ist, aber unabhängig von „Freischwimmen“ ist.

Sonja Schmitz, 16 Jahre

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